Schülergebetskreis der Don Bosco Schule Vöcklabruck

„Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet;  an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.“ Epheser 2,10

©sxc/Martin-BOULANGER

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Dieser Vers kam mir (July) bei der Jugendveranstaltung apc in Linz 2012 unter und wurde auf dem Rand meines Heftes notiert. 9 Monate später kann ich nur staunend berichten, wie viel Wahrheit darin steckt.

In der katholischen Privatschule Don Bosco Vöcklabruck gab es schon früher Schülergebetskreise, doch nachdem die „Leiterinnen“ maturiert hatten, war es schwer diese weiterzuführen und der letzte Kreis wurde daher 2011 „eingestellt“. Am Anfang des Schuljahres 2012/13 fing ich mit einer gläubigen Freundin (Anna) aus meiner Klasse an, vor Stundenbeginn kurz für den Tag zu beten. Schon dieser Mini-Kreis hat unsere Freundschaft geprägt, gestärkt und uns Mut gegeben. Im Oktober war dann der apc und zwei Schülerinnen aus der Don Bosco (Hanna und Julia), die mit mir in dieselbe Gemeinde gehen, fuhren mit. Bei dieser Veranstaltung wurde sehr viel von Schülergebetskreisen geredet und berichtet und die Idee von einem solchen Kreis begann sich zu bilden – trotz meiner Skepsis. „Wer würde da schon kommen? Wer hat denn da bitteschön Zeit?“ waren die ersten Gedanken, die in mir hochschossen, wenn ich nur daran dachte. Beim apc habe ich in meiner Stillen Zeit viel über Mut, Kraft und Angstlosigkeit lesen dürfen und es wurde mir bewusst: Gott ist größer als alle meine Entschuldigungen!

So haben wir beschlossen, dass wir uns Montag in der Früh zum Beten (10 Minuten) und Donnerstag in der Mittagspause für eine Andacht (25 Minuten) treffen. Anna und ich trafen uns weiterhin jeden Tag in der Früh zu zweit und auch der Schülergebetskreis begann zu blühen: Wir waren, manchmal mehr, manchmal weniger, cirka 7 Personen (Anna, Hanna, Vanessa, Julia, Celina, Magdalena und ich).

©sxc/Billy-Alexander

©sxc/Billy-Alexander

Gleichzeitig nahm ich mir vor, jeden Tag für eine Schülerin (tja, fast reine Mädlsschule J) in meiner Stillen Zeit zu beten. Auch Hauskreise, Eltern, Gläubige… begannen zu beten und wir erlebten eine Gebetserhörung nach der anderen: Die Schwestern der Schule wurden auf uns aufmerksam, interessierten sich für unser Vorhaben und wollten uns unterstützen. Sie boten uns das moderne, neu renovierte Stockwerk an, indem wir uns treffen konnten und die ungemütlichen, modrigen Räume waren Vergangenheit. Zuerst hielten Anna und ich die Andachten/Inputs, doch war es sehr anstrengend, diese neben den schulischen Aufgaben vorzubereiten. So war es eine Gebetserhörung, dass Hanna sich auch dafür – mehr oder weniger freiwillig 😉 – meldete. Durch diese Aufgabe „musste“ sie eine Bibel mit in die Schule nehmen und als sie diese auf ihren Schultisch legte, wurden ihre Mitschülerinnen neugierig, fragten viel nach und an einem Tag stand sie plötzlich mit 4 Freundinnen im Gebetskreis. Im ganzen Jahr konnten wir sehen, wie viel Gott in ihrer Klasse bewirkt hat und weiterhin bewegt.

Die Anzahl der Personen, die laufend kamen und die Anzahl der „neuen Gesichter“ veränderten sich ständig. Wir konnten nie sagen, wie viel es sein würden oder wer noch kommen wird. Bis wir einmal „nur“ mehr zu viert dasaßen und zu diskutieren begannen. Was sollen wir verändern? Wie können neue Leute kommen? Reicht Gebet alleine nicht aus? Wir waren ausgelaugt und entmutigt und ich (kann jetzt nur von meiner Seite aus berichten) musste lernen, die ganze Sache Gott hinzulegen und auf ihn zu vertrauen. Doch gerade da, wo ich schwach war, wurde Gott groß und veränderte die GESAMTE Situation. Durch das Gebet für meine Mitschüler wurden sie mir wichtig und ich bekam ein Anliegen für sie. Ich begriff, dass Gott in mir eine Liebe für diese Klasse ins Herz legt.

Anna fand auf einer Pfingstfreizeit ein Andachtsbuch speziell für Schülergebetskreise, ich „meldete“ den SGK dem Bibellesebund, der die Aktion „Schulbeweger“ betreut und die uns mit Gebet unterstützen.

Anfang Juni wurde der erste „offene Schülergebetskreis“ angeboten. Wir hängten Plakate aus, Hanna bereitete sich für die Themenfrage „Warum lässt Gott Schlechtes zu?“ vor und wir luden, jeder in seiner Klasse, Mitschülerinnen ein, sich „die Sache einmal anzusehen“. Ich war erstaunt und begeistert, als sich unsere Anzahl im Vergleich zum Anfang verdoppelt hat: 14 Personen. Auch nach diesem Schülergebetskreis kamen gerne Leute aus unserer Klasse mit und ich fragte mich nur: „Wie geht das?“. Bei jedem Schülergebetskreis fanden wir etwas zu bemängeln, war es die schlechte Zeiteinteilung, die langen, schweigsamen und peinlichen Pausen oder das zu schnelle Reden. Doch solche kleinlichen Kritikpunkte halten Gott nicht ab. Im Gegenteil: Gerade DANN beginnt er uns zu verändern, gibt uns die nötige Weisheit dafür und bringt Frucht.

©sxc/Greg-Daneault

©sxc/Greg-Daneault

Nun ist das Schuljahr zu Ende und bis zum Schluss kamen neue Gesichter dazu. Beim letzten Schülergebetskreis dieses Jahres konnten wir ein persönliches Feedback von Mitschülerinnen in Gesprächen erhalten. Außerdem haben wir auch einen kleinen Fragebogen zum Thema „Die Bibel – aktuell oder alt?“ ausgeteilt und einige davon sogar wieder ausgefüllt zurück erhalten. Diese Rückmeldungen möchte ich noch zum Schluss anführen und jedem Mut machen, einen SGK zu starten oder weiterzuführen, um lernen zu dürfen, dass nicht WIR vorbereiten sondern Jesus. An uns liegt es jetzt, ob wir bereit sind das Vorbereitete auszuführen oder nicht.

FEEDBACK

„Ma, ich fühl mich jetzt wieder so richtig…erfrischt irgendwie“

„Ja also ich komm mit, weil mi hat des schon immer interessiert, wie andere so denken über Gott. Da kann man dann auch diskutieren.“

„Irgendwas ist einfach anders bei euch.“

„Boa, des hot mi jetzt echt voi interessiert.“

„Also i find eure Sache echt gut und so, aber das Kreuzzeichen beim Amen gehört schon dazu, warum macht’s es des ned?“

„He, derf i heid mit eich mitkema?“ (einer der größten Überraschungen ;))

„Jetzt bin i a bissl verwirrt. De Relilehrerin hod zu uns gsogt, Noah woa nur a Mythos und ihr mants des stimmt?“

„Und ihr lest ernsthaft in der Bibel?“

„Jo an Gott glaub i jo eh! Owa wos is mit meim Bruder? Der mant, es gibt kan Gott.“

Von allen ausgeteilten FRAGEBÖGEN, kamen vier zurück:

  • Wie würdest du die Glaubwürdigkeit der Bibel in Prozent beschreiben?
    40 %,  60%,  60%,  90%
  • Welcher Kategorie gehört deiner Meinung nach die Bibel an? (mehrere Antworten möglich)
    2x Märchen/ Mythos,    4x Gottes Wort (!),    3x Geschichte,    2x Gleichnisse
  • Hast du schon einmal (länger als 5 Minuten im Reli Unterricht) in der Bibel gelesen?
    4x JA
  • Hast du bereits in irgendeiner Form Erfahrungen mit dem Wort Gottes gemacht?
    „Kinderbibel“,    „Ja, natürlich!“,    „Reli“,    „Stille Zeit“,    „Gemeinde“,    „Nein“
  • Glaubst du, dass die Bibel heute noch aktuell ist?
    2x JA,    2x EIN BISSCHEN

                                                                                                                                                              – von July Harvey

Über July Harvey

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