Na toll, dann bin ich halt Christ

maridav/shutterstock.com

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Ich erinnere mich noch gut, wie es war, als ich in die höhere Schule kam. Zwar waren zwei alte Klassenkameradinnen dabei, aber meine besten Freundinnen waren auf eine andere Schule gewechselt. Und das waren die Freundinnen, die wie ich, in eine Gemeinde gingen und den christlichen Glauben kannten. Nun war alles neu: Neue Klassenkameraden, neue Schule, viele unterschiedliche Lehrer und ich mitten drin.

Ja, Jesus kannte ich und hatte ihm schon als kleines Kind mein Leben anvertraut und daran sollte sich auch nichts ändern. Meine Eltern gaben mir den Rat, mich in der Klasse zum Herrn Jesus zu bekennen und ehrlich zu leben – wertvolle, gut gemeinte Anweisungen. Doch da stand ich nun, auf der Suche nach meinem Platz in der Klasse. Ich kam mir vor als wäre ich die unsicherste von allen. Ich wollte nicht auffallen, einfach ein paar Freundinnen finden und mit einigermaßen guten Noten durch die Schullaufbahn kommen.

In der Klasse merkt man schnell, wer die gewissenhaften Personen sind, die ihre Aufgaben immer komplett gemacht haben. Man sieht auch, wer in welchen Fächern gut ist. Und dann fragt man bei diesen Schülern nach den Hausaufgaben, oder darum, in der Arbeit neben ihnen sitzen zu dürfen. Den Fleißigen und Gewissenhaften ist so immer ein Stück Anerkennung sicher. Mit fleißigen Mädels stellen sich die Jungs gut. Das versuchten sie auch bei mir. In mir tobte ein Konflikt. Ich wollte einerseits dazugehören und einfach im Strom der Masse mitschwimmen. Doch andererseits wusste ich, dass Jesus sich Gehorsam von mir wünschte. Und das wollte ich auch nicht ignorieren.

birgitH/pixelio.de

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Kennst du dieses Gefühl in der Klasse als Christ allein zu sein? Du wünschst dir nicht aufzufallen und dazuzugehören. Doch du hörst auch dein Gewissen, das dich an deinen Glauben erinnert: „Wenn du wirklich Christ sein willst, solltest du hier nicht nachgeben.“ Ist es möglich diesen Spagat hinzubekommen, dass man kein Außenseiter ist und trotzdem nicht alles mitmacht? Denn es steht außer Frage: Abschreiben lassen ist unehrlich.

Die Spannung ist groß und bleibt oft über einige Schuljahre bestehen. Andere können nicht verstehen, warum man „so spießig ist“ und man selbst fühlt sich verunsichert. Wenn der Abschluss näher kommt, wird es meist ein wenig leichter. Aus Teenagern werden Erwachsene mit den unterschiedlichsten Standpunkten. Man lernt es diese als Persönlichkeit stehen zu lassen. Du wirst selbst gefestigter werden. Das, was du in der Kindheit geglaubt hast, ist für dich zu einer persönlichen Überzeugung geworden, zu der es dir leichter fällt zu stehen. Es ist so. Ich kann diese Spannung nicht aufheben, in der du stehst. Ich kann dir nur versichern, dass ich diese Gedanken und Gefühle gut kenne. Du bist damit nicht allein. Ich wünsche dir, dass du deinen persönlichen Weg findest damit umzugehen und dass du erlebst, wie es mit den Jahren leichter und klarer wird.

Rebekka Dittus

ist überzeugt, dass es immer wichtig ist, ehrlich und authentisch zu leben

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