Leben zur Zeit der Bibel

Die Themenreihe „Die Bibel verstehen“ wird fortgesetzt mit dem Leben zur Zeit der Bibel. Hierbei schauen wir uns Rituale, Probleme, alltägliches und sonstige Dinge an, die zur Zeit des Alten oder Neuen Testaments normal waren.

 

Day 1: Beschneidung

Lies zu Anfang 1.Mose 17, 9-14. Was sagt Gott hier alles über die Beschneidung, als er es bei Abraham einführte?

Die Beschneidung ist ein Symbol für die Bundesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk. Doch bald sahen die Hebräer in der Beschneidung etwas anderes, als was Gott vorgesehen hatte. Lies nach, wie sogar Petrus deswegen von Paulus zurechtgewiesen werden musste: Galater 2,11- 16.

Sie sahen die Beschneidung nicht mehr als Symbol an, sondern als Zeichen ihrer Überlegenheit gegenüber andere Völker. Auch heute kann es uns passieren, dass wir nur noch das Symbol sehen, die Bedeutung dahinter aber vergessen haben. Wir kennen alle die W.w.J.d. Armbänder. Sie sollten uns motivieren, so wie Jesus zu handeln. Aber nach und nach wurde es eher zu einem christlichen Accessoire. Fallen dir noch mehr Dinge ein?

 

Day 2: Unfruchtbarkeit

Im Alten Orient galt die Unfruchtbarkeit als Strafe und Schande. Damit der Stammbaum des Mannes weitergeführt werden konnte und auch eine Altersvorsorge bestand, war man auf Nachkommen angewiesen. Manchmal nahm sich ein Mann eine zweite Frau, damit dies geschehen konnte. Dies war der Fall in 1. Samuel 1,1-11. Lies nach, welche Auswirkungen die Unfruchtbarkeit hier hatte.

Auch die großen Männer Abraham, Isaak und Jakob hatten unfruchtbare Frauen. Dabei hatte Gott von Anfang an doch verheißen, dass er Abraham sehr, sehr fruchtbar machen werde. Und doch sind alle Frauen der Gründungsväter unfruchtbar?! Was hat Gott damit bezwecken wollen?

Unfruchtbarkeit war nichts Schönes, und doch hatte Gott viele Frauen in der Bibel unfruchtbar gemacht. Doch sie erfuhren dadurch erst recht den Segen. Denn Gott schenkte jeder Frau doch noch (mindestens) ein Kind. Dadurch haben sie alle ein großes Wunder erlebt! Gibt es heute auch Dinge, die in unserer Gesellschaft als etwas nicht gutes oder nicht vorteilhaft angesehen werden, Gott sie aber zum Segen setzen kann?

Ein Beispiel:

 

 

Day 3: Propheten, Schriftgelehrte und Gottes Wort

Zur Zeit des Alten Testaments gab es Leute in Israel, die Gottes Wort weitergaben, die Propheten. Propheten waren von Gott berufene Menschen, die dem Volk Gottes Willen weitergaben und erklärten. Sie prägten den Alltag der Israeliten, denn zu Anfang gab es keine Bibel, wie wir sie heute kennen. Lies dazu als Beispiel Jesaja 20,1-6.

Zurzeit von Jesus gab es schon das komplette Alte Testament. Dazu traten die Schriftgelehrten auf, um dieses Wort auszulegen und zu lehren. Nach einiger Zeit fügten sie noch Kommentare und Regeln hinzu, damit man auf keinen Fall eins der Gesetze brach. In Matthäus 23, 1-12 sagt Jesus, was er von den Schriftgelehrten hält. Diese „Sicherheitsregeln“ gibt es heute noch im Judentum, sie sind aber nicht in der Bibel zu finden. Gibt es solche Sicherheitsregeln auch in der Gemeinde?

Dann fingen die Apostel an, Jesu Worte festzuhalten und Dinge für die Gemeinde zu regeln. Die frühen Christen hatten also das Alte Testament, die Berichte von Jesus und die Briefe der Apostel. Diesen Schatz an Gottes Worten haben wir auch heute noch in der Bibel. Nun liegt es an uns, in diesem Schatz zu graben! Aber wir haben Hilfsmittel, um Gottes Wort besser zu verstehen. Eine Predigt oder ein Kommentarbuch zur Bibel kann da helfen. Fallen dir noch mehr Hilfsmittel ein, die uns nützlich sein können?

 

Day 4: Opfer im Alten Testament

Das Opfersystem der Israeliten war zur Zeit des Alten Testaments von Gott angeordnet. Diese hautnahe Realität der Tieropfer führte ihnen den ganzen Ernst der Sünde vor Augen, aber auch Gottes Heiligkeit. Die Opfer hatten dabei unterschiedliche Aussagen. Manche wurden regelmäßig gebracht, andere bei bestimmten Situationen. Eins davon war das Sündopfer. Lies in 3.Mose 5,1-6 nach, welche Aussage dieses Opfer hatte.

Es ging bei alldem nicht darum, Gott ein Tier zu opfern, sondern um die Aussage dahinter. Es kam dennoch zeitweise vor, dass die Israeliten die Opfer mit einer falschen Motivation gebracht haben. Was hat Gott davon gehalten (Amos 5,22 und Maleachi 1,10)?

Die Opfer waren zusätzlich ein Zugang zu der Gemeinschaft mit Gott. Sie warfen schon einen Schatten auf das endgültige Opfer durch Jesus am Kreuz. In Hebräer 10, 1-18 steht ein Vergleich zwischen dem jährlichen Opfer des Priesters und dem einmaligen Opfer Jesu. Wozu dienten also die jährlichen Opfer (Vers 3-4)?

Hier ein kurzes Video dazu:

 

 

Day 5: Feste und Feiertage

Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind Feste von uns und Sonntag ist unser Feiertag. Doch das waren nicht die Feste und Feiertage der Juden. Sie hatten andere Feste und Feiertage. Welche fallen dir ein? Eins davon wird in 2.Mose 20,8-11 beschrieben. Was wird hier beschrieben?

Der Sabbat wurde am siebten Tag gehalten. Der Samstag war übrigens der letzte Tag in der Woche und der Sonntag der erste. Wir haben uns neu orientiert und den Sonntag (der Tag von Jesu Auferstehung) als Feiertag festgehalten. Aber zurück zum Sabbat, warum war der Sabbat von Gott zum Ruhetag verordnet worden?

Gott gab seinem Volk Feste und Feiertage, um sich an etwas zu erinnern. Das Passah erinnert an die Rettung aus Ägypten, das Fest der Erstlinge erinnert an Gott als den Geber der Gaben und der Sabbat an das Ruhen nach der Schöpfung. Denk jetzt an die christlichen Feste, an was Erinnern sie uns?

 

Day 6: Aussatz

Unrein, unrein!“, rief ein Mann im Lager der Israeliten. Er war von Aussatz befallen und damit er die Leute um ihn herum nicht ansteckte, warnte er sie. Denn Aussatz war eine der gefürchtetsten Krankheiten im Alten Orient. Der Mann galt nun als unheilbar und hochansteckend. Gott traf viele Vorsichtsmaßnahmen, dass der Aussatz nicht im ganzen Lager ausbrach. Dazu kannst du 3.Mose 13, 40-46 lesen.

Lies jetzt Lukas 5,12-16. Was fällt dir hier auf? Wie geht Jesus mit dem Aussatz um?

Auch heute noch gibt es so etwas wie Aussatz. Doch nicht die sichtbare Krankheit, sondern das unreine, das an uns haftet. Egoismus, Neid, Lüge oder Heuchelei bedeckt uns manchmal wie so ein Aussatz. Gut, dass wir zu Jesus kommen dürfen und er uns davon frei machen möchte! Wir brauchen keine Scheu haben. Wenn Jesus sogar die Aussätzigen angerührt hat, dann wird er auch uns anrühren.

Hier ein kurzer Ausschnitt über Jesus und unreine Menschen:

 

Day 7: Tod durch Kreuzigung

Ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott, so steht es in 5.Mose 21,23. Es zeigte, dass derjenige nicht nur beim Volk wegen seiner Tat verachtet wurde, sondern vielmehr bei Gott. So war die Kreuzigung bei den Juden als das schlimmste Todesurteil bekannt. Die religiösen Anführer zurzeit Jesu forderten nun eben diesen Tod für Jesus. Sie wollten ihm die größtmögliche Strafe und Verachtung zeigen. Lies dazu Johannes 19,1-22.

Mit welchen Mitteln versuchten die Juden, Pilatus zu überreden, Jesus zu kreuzigen? Welche Erniedrigungen musste Jesus hier noch über sich ergehen lassen?

Lies zum Abschluss Galater 3,13. Jesus hat das für die Juden getan, die ihm dies antaten. Für seine Feinde hat er das getan. Für uns hat er das alles auf sich genommen. Damals, zurzeit Jesus, gehörte eine Kreuzigung zum Alltag. Es war Teil ihres Alltagslebens. Heute stehen bei uns an jeder Straßenecke Kreuze, auf den Friedhöfen und in unseren Häusern oder es hängt sogar ein Kreuz um unser Hals. Wenn du heute ein Kreuz siehst, dann danke Jesus für seine Tat am Kreuz! Dafür, dass er für uns zum Fluch wurde, damit wir Segen empfangen!

 

Hier ein Video zur Kreuzigung von Jesus nach dem Lukas Evangelium (Englisch):