Krieg in der Bibel

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In regelmäßigen Abständen werden wir unter dem Thema „Die Bibel verstehen“ verschiedene Bereiche der Bibel anschauen. Angefangen wird mit Krieg in der Bibel. In der Bibel finden wir viele Szenen, wo Krieg geführt wird. Wie wir damit umgehen können und was Krieg bedeutet, wollen wir in dieser Woche unter die Lupe nehmen.

Wie würde eigentlich die Welt ohne Krieg aussehen? Nicht viel anders, denn wenn es den Krieg nicht geben würde, hätten die Menschen etwas anderes für den Krieg erfunden. Und das wäre nicht der Frieden. Denn Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Gottes Gnade. Krieg ist nicht etwas, was Gott den Menschen bei der Schöpfung mitgegeben hat. Wie alles böse oder schlechte auf der Welt, ist es eine Folge der Sünde. Der Teufel, Gottes Feind, macht sich dies zunutze, um den Mensch immer weiter in die Gottesferne zu befördern.

 

Day 1: Der erste erwähnte Krieg in der Bibel

In der Bibel wird zum ersten Mal in 1.Mose 14 der Krieg erwähnt. Dieser Krieg wurde von 4 Königen gegen andere 5 Könige geführt. Während die Allianz der 4 Könige immer mehr Gebiete eroberten und der anführende König viele Jahre lang den Dienst der eroberten Gebiete genoss, empörten sich diese 5 Könige dagegen. Währenddessen befindet sich Lot, der Neffe von Abram nun in einer der unterlegenden Städte: Sodom. Er wird gefangen weggeführt. Wie reagiert nun Abram, der Mann Gottes? Zieht er gegen die Könige in den Krieg, um seinen Neffen Lot zu retten? Lies es in 1.Mose 14,13-24 nach.

Wem haben die Menschen die Befreiung zu verdanken? (Vers 20). Durch Abram zeigt Gott seine Güte gegenüber die unterdrückten Menschen. Denn Abram führt erfolgreich den Krieg gegen die Unterdrücker. Dabei befreite er die gottlosen Städte Kanaans (z.B. Sodom und Gomorra).

Gott war also mit Abram als er den Krieg führte. Krieg bedeutete hier nicht nur Kampf, sondern auch Befreiung. Dabei kann niemand den Krieg schönreden. Der Tod ist wie die Gottesferne eine Folge der Sünde. Krieg ist also wie das Sterben eins der schlechten Dinge, die die Menschen in ihrem Leben mit sich tragen (Jakobus 4,1-3). Gott lässt es zu, damit wir trotz der sündigen Welt sein Eingreifen sehen können. Gott hat zum Beispiel durch die Befreiung den bösen Städten Sodom und Gomorra eine Chance zur Umkehr gegeben. Morgen siehst du, welche Regeln Gott dabei aufstellt.

 

Day 2: Regeln für den Krieg

Gottes Verheißung an Abraham beinhaltet ein Land mit festen Grenzen. Dieses Land mussten die Israeliten nun erobern. Durch einen heiligen Krieg (von Gott erklärt, geführt und gewonnen) sollten die Israeliten diese Verheißung in Anspruch nehmen können. Dazu hatte Gott ihnen Regeln gegeben. Lies sie in 5.Mose 20.

Was denkst du, welche Regeln hätte ein anderer Herrscher niemals aufgestellt (z.B. Vers 6)? Was zeigt Gott mit solchen Regeln? Was denkst du, warum bietet Gott in Vers 10 zuerst Frieden an?

Warum sollen die Israeliten in dem verheißenen Land alles Leben vernichten (Vers 16-18)? Gott wählt hier den Weg des heiligen Krieges als Gericht für die gottlosen Völker. Manchmal wirkt das Widersprüchlich zu dem Gott, der sich Liebe nennt. Wie kannst du dir das erklären?

Hier ein Hinweis: Barmherzigkeit, Geduld und Treue sind Eigenschaften Gottes. Doch ebenso sind es Souveränität, Eifersucht und Heiligkeit. Sünde ist bei Gott nicht zu finden. Gott wird auch seine Eigenschaften für uns nicht einschränken, um Platz für Sünde zu schaffen! Daher wird auf Sünde immer Gericht folgen, da es bei Gott keinen Platz findet.

 

Day 3: Die Kanaaniter

Wie wir schon festgestellt haben, wurde vor allem im Alten Testament Krieg von Gott eingesetzt, um Gericht auszuüben. Warum aber übt Gott Gericht aus? Und was genau ist Gericht?

  1. Gericht ist das Ende der Langmut Gottes. Denn Gott ist geduldig, wenn es um unsere Sünden geht. Doch jede Sünde wird einmal bestraft. Warum? Weil Gott, unser Schöpfer, Grenzen gesetzt hat. Genauso wie für die Schwerkraft oder für die Lichtgeschwindigkeit hat Gott bestimmte Grenzen gesetzt, damit das Leben funktioniert. Durch die Sünde rebellieren wir aber gegen diese Gesetze (Gut, dass z.B. die Schwerkraft nicht rebellieren kann!)
  2. Gericht ist also ein Schlussstrich für die Rebellion. Gott macht der Sünde so ein Ende und warnt auch gleichzeitig gegen weitere Sünde. Es ist eine Konsequenz für die Menschen für das Verhalten gegenüber Gott und Mensch.

Durch Gericht sollte den Kanaanitern ein Ende ihres bösen Verhalten gesetzt werden. Lies in 3.Mose 18,24-30 nach, warum Gott ein Gericht für sie ankündigt.

Die Gräuel der Kanaaniter waren hauptsächlich sexuelle Unmoral. Auch opferten sie ihre Kinder für einen Götzen (Alle Gräuel stehen in 3.Mose 18,6-23). Daher kündigte Gott Gericht über sie an. Für was hat Gott hier einen Schlussstrich ziehen wollen?

 

Day 4: Bürgerkrieg zwischen Juda und dem Norden

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Auch Gottes Volk erlebt Krieg aufgrund des Gerichthandeln Gottes. Nach dem Saul gestorben war, spalteten sich die Israeliten in 2 Lager, es brach ein Bürgerkrieg aus. Juda hatte David als König und der Rest hatte Sauls Sohn, Isch-Boschet, als König. In 2.Samuel 2,9-20 kannst du nachlesen, wie sie Krieg führten.

Dieser Krieg unterscheidet sich in der Hinsicht von dem heiligen Krieg, dass Gott den Krieg nicht befohlen hatte. Der Krieg war somit die Folge des Drängens von Israel, weil sie unbedingt einen König haben wollten (1.Samuel 8f). Warum ließ Gott den Krieg also zu?

In welchen Ländern wird heutzutage Bürgerkrieg geführt? Bete für die Männer, Frauen und Kinder für denen Krieg zum Alltag gehört.

 

Day 5: Der gerechte Krieg

Zuerst müssen wir festhalten, dass Krieg etwas ist, was Gott nicht gefällt. Denn Krieg entsteht unter den Menschen da, wo sich Sünde häuft. In Galater 5,19-21 werden einige solcher Krieg fördernden Dinge aufgeführt: …Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien… .Aber er lässt manchmal Krieg zu, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Zur Zeit Esters war dies der Fall. Weil Haman die Juden hasste, ließ er per königlichen Beschluss dazu aufrufen, an einem bestimmten Tag die Juden auszurotten. Doch diesen Beschluss ließ Gott durch Ester und Mordechai umkehren, indem sich die Juden per königlichen Beschluss verteidigen durften. Lies dies in Ester 9,1-10 nach.

Wir können uns vorstellen, dass der Krieg ganz schön grausam war. Diese Grausamkeit war die Folge von dem boshaften Hass gegenüber den Juden. Aber es zeigt uns auch, wie grausam Sünde ist. Gott hat diesen Krieg zugelassen, da die Menschen sich nicht nur gegen Gott versündigt hatten, sondern auch übermäßig gegen sein Volk. Warum ist es für Gott so eine schlimme Sünde, gegen Menschen zu sündigen? (1.Mose 1,27 und 1.Mose 9,6)

 

Day 6: David, der Krieger

Wir sind fast am Ende des Themas „Krieg in der Bibel“ angekommen. Aber wie bewertet Gottes Wort den Krieg schlussendlich? So richtig können wir es nicht feststellen, denn ganz oft wird einfach die Geschichte ohne Bewertung erzählt. Doch können wir Gottes Haltung zum Krieg sehen. Lies dazu 1.Chroniker 22,6-10 und 1.Chroniker 28, 2-3.

Warum darf David den Tempel für Gott nicht bauen? Welche Haltung von Gott zum Krieg kannst du hier finden?

Warst du schon mal in einem Land, wo jetzt Krieg geführt wird? Bete heute für dieses Land und die Leute.

 

Day 7: Krieg im Neuen Testament

Nicht nur im Alten Testament, sondern auch im Neuen Testament wird von Krieg gesprochen. In dem Fall geht es aber vor allem um zukünftige Ereignisse. Da, wo es nicht von der Zukunft handelt, geht es um unseren persönlichen Krieg. Schau in 2.Korinther 10,1-10 und Epheser 6,10-13 nach, was das bedeutet.

Wir stehen also auch im Krieg. Wie sieht dieser Krieg aus? Gegen wen führen wir den Krieg?

Wie gut ist es da zu wissen, dass wir den Herrn der Herren an unserer Seite haben. Lies zum Abschluss Römer 8,31!