Die Bibel verstehen und anwenden

In diesem vorletzten Beitrag zur Reihe „Die Bibel verstehen“ geht es um die Anwendung. Was zum Beispiel nützt mir heute ein Stammbaum oder die Geschichte von Josef und seinen Brüdern? In dieser Woche werden wir also durch verschiedene Texte der Bibel erfahren, wie wir sie heute umsetzen oder erfahren können.  

 

Day 1: Die Bibel im Gesamtbild

Um Gottes Wort verstehen zu können, ist es auch wichtig, den Kontext, also das damalige Umfeld zu bedenken. Wann, wo, wer und wozu sind nur einige Fragen, die man an einen Bibeltext stellen sollte, damit man ihn auch richtig versteht. Lies dazu in 2.Timotheus 3,14-4,4, was Paulus über Gottes Wort schreibt.

Ein paar W-Fragen: Was steht dort über die Bibel? Welche Kraft hat die heilige Schrift? Wer hat sie gegeben?

 Paulus verfasst diesen Brief an Timotheus und gibt ihm direkt die Anwendung dazu. Vergleiche Vers 16 und Vers 2 im 4. Kapitel.

 

Day 2: Glaube beeinflusst die Welt

Glaube versetzt Berge? Ja, dass kann der Glaube wirklich tun! Aber wie sieht denn jetzt der Glaube aus, der Berge versetzt? Schau dir dazu Apostelgeschichte 2,37-47 an.

Die ersten Christen haben das getan, was mit Gottes Wort übereinstimmt. Sie hatten zwar noch nicht die komplette Bibel, aber die Apostel haben ihnen das weitergegeben, was sie von Jesus lernten. Warum können wir hier sagen, dass sie einen Glauben hatten, der Berge versetzen könnte?

Was können wir von den ersten Christen lernen? Wie sind sie mit Gottes Wort umgegangen? Was bedeutet es also zu glauben? Was tat Gott, als er diesen Glauben sah (Vers 47b)?

 

Day 3: Prophetie verstehen

Ein großer Teil der Bibel ist die Prophetie. Wie sollen wir damit umgehen und was ist der Zweck der Prophetie? Lies Daniel 9,1-7 um zu sehen, wie Daniel mit einer Prophetie von Jeremia umging.

Wir sehen, dass die Prophetie nicht nur eine Vorhersage ist, sondern viel mehr die Offenbarung Gottes an jemanden (oder hier an sein Volk). Wozu bewegt diese Offenbarung Daniel? Welche Reaktion zeigt er?

Daniel konzentriert sich nicht auf Daten oder Zeitpläne oder auf die Worte zwischen den Zeilen, sondern auf sein Herz. Er interessiert sich nicht dafür, wann alles eintreffen würde, sondern warum Gott dies offenbart hatte. Zweck der Prophetie ist es, auf Gottes Wort zu hören und richtig darauf zu reagieren. Lasst uns Gott dafür danken, dass er uns Prophetien gegeben hat und Gott bitten, dass wir wie Daniel damit umgehen können.

 

Day 4: Babel und Pfingsten

Was haben Babel und Pfingsten gemeinsam? Beides sind Ereignisse, die etwas mit der Sprache zu tun haben. Lies dazu 1.Mose 11,1-9 und Apostelgeschichte 2,1-12. Welche Auswirkung hatte der jeweilige Eingriff bei der Sprache?

Warum verwirrte Gott die Sprache in Babel? Wozu machte Gott das Sprachwunder zu Pfingsten?

Gott zerstreut und sammelt die Menschen durch die Sprache. Auch wenn wir heute nicht alle Sprachen der Welt sprechen, hat Gott uns etwas anderes zur Überwindung der Barrieren gegeben. Damit können wir das Evangelium in die ganze Welt verbreiten. Was das ist, steht unter anderem in Johannes 20,21-22.

 

Day 5: Welchen Sinn es hat, das ich jetzt hier bin?

free bible images joseph

Wie erkenne ich den Sinn hinter den Wegen, die Gott mich führt? Nicht immer verstehen wir unsere Situation oder die Umstände, in denen wir leben. Genauso ging es bestimmt auch Josef, als er von seinen Brüdern verkauft, ins Gefängnis geworfen wurde und auf einmal der zweitmächtigste Mann Ägyptens war! Warum das alles? Lies nach, wie Josef den Plan Gottes seinen Brüdern erzählt: 1.Mose 45,1-8.

Josef konnte nicht einfach in die Bibel gucken, warum das alles mit ihm passierte. Gott hat sich ihm auch nicht durch einen Engel oder durch Worte gezeigt. Josef hat aber das genommen, was Gott ihm gab – seine Verheißung, sein Versprechen – und daran hielt er fest!  Wie geht es dir momentan? Verstehst du Gottes Plan mit dir nicht wirklich? Dann lass dich durch 1.Mose 50,20 ermutigen: „Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten.“

Josef verdrängte die Realität nicht. Aber er erkannte das alles als einen Teil von Gottes großem Plan. Das alles macht das Schlimme nicht ungeschehen. Es gibt dem Geschehenen aber einen Sinn. Der Perspektivwechsel ist dabei wichtig. Fallen dir Umstände oder Situationen ein, wo bei uns ein Perspektivwechsel dran wäre?

 

Day 6: Stammbäume Spiegel der Gnade

Ein Leben mit Gott umfasst nicht nur das, was wir tun. Unser Leben ist Teil einer langen Geschichte mit Gott. Die Chroniken oder Stammbäume in der Bibel spiegeln das wider. Wir sehen Gottes Wirken mit einer Familie darin. Lies dazu den Stammbaum von Adam bis Isaak in 1.Chronik 1,1-34.

Ganz schön viele Namen. Aber all diese Menschen sind Teil in Gottes Geschichte mit uns Menschen. Eine kleine Aufgabe: Kannst du von deiner Familie einen Stammbaum erstellen? Wie sieht die Geschichte deiner Familie aus? Zukunftsfrage: Wie soll sie weiter gehen?

So ein Rückblick auf einem Stammbaum kann für uns ein Spiegel für Gottes Gnade sein. Wir können in Dankbarkeit zurückblicken, Beziehungen wahrnehmen und mit Vertrauen nach vorne blicken. Daran können wir uns erinnern, wenn wir das nächste Mal wieder in der Bibel auf einen Haufen Namen stoßen!

 

Day 7: Gottes Wort ist nicht zu schwer

Ist Gottes Wort ein Buch mit sieben Siegeln? Nein, Gottes Wort ist nicht verborgen. Manches davon ist vielleicht schwer zu verstehen, doch die Grundbotschaft ist klar. Lies dazu 5.Mose 30,9-20.

Die Grundbotschaft lautet, dass Gott mit uns einen Plan hat und uns auch den Weg dafür schon vorbereitet hat. Er möchte dir seine Liebe zeigen! Die Schwierigkeit bei Gottes Wort liegt nicht beim Verstehen, sondern bei der Umsetzung. In Jakobus 1,22 steht: „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!“. Lasst uns also Täter sein 😊.

Gottes Wort umfasst 66 Büchern mit 738.765 Wörtern. Doch wie können wir das alles in die Tat umsetzen? Das Geheimrezept steht in Matthäus 22,37-40. Und das wird mit Philipper 2,13 besiegelt:Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.