Leben zur Zeit der Bibel II

 

Kein Internet, Auto, Fahrrad oder Smartphone…ja nicht einmal ein Dosentelefon! Das Leben zur Zeit der Bibel lässt viele Dinge vermissen, die für uns heute unverzichtbar sind und fest zum Alltagsleben gehören. Doch in der Bibel gibt es auch Dinge, die uns unbekannt sind. Diese Woche wollen wir daher die Themenreihe „Die Bibel verstehen“ mit einem zweiten Teil von „Leben zur Zeit der Bibel“ fortsetzen. Hierbei schauen wir uns Rituale, Probleme, alltägliches und sonstige Dinge an, die zur Zeit des Alten oder Neuen Testaments normal waren.

 

Day 1: Löser

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Um Bibeltexte und darin vorkommende Prinzipien zu verstehen, ist es oft wichtig den Hintergrund der entsprechenden Begebenheit zu kennen. Lies deshalb nun einmal den Punkt „Hintergrund“ und anschließend den Textabschnitt aus Rut 4, sowie 3.Mose 25,25.

Wie denkst du war die Situation für eine alleinstehende Frau in Israel? Was würde sich durch das Prinzip der „Lösung“ ändern?

Immer wieder wird auch von Jesus als unserem (Er-)Löser gesprochen. Wovon hat Jesus uns „gelöst“, bzw. freigekauft? Welchen Preis hat er bezahlen müssen?

Bist du dir bewusst, dass du durch deine Bekehrung zu Jesus gehörst? Folge ihm mit Freude nach, denn du bist frei! Es gibt keinen Grund, länger den Dingen hinterherzulaufen, die dich gefangen halten. Jesus hat dich befreit und er gibt dir auch die Kraft, diese Freiheit zu leben! Pflege deine Gemeinschaft mit Gott und verbringe immer mehr Zeit mit ihm. Du wirst sehen, wie viele unnütze Dinge immer unwichtiger werden und aus deinem Leben verschwinden.

Hintergrund: Aufgrund einer Hungersnot verließen eines Tages eine Frau namens Noomi, ihr Mann Elimelech und ihre beiden Söhne das Land Israel um nach Moab zu gehen. Dort siedelten sie sich an und beide Söhne heirateten moabitische Frauen. Innerhalb einiger Jahre starben jedoch alle Männer der Familie, so dass nur noch Noomi und ihre beiden Schwiegertöchter übrigblieben. Daraufhin ging Noomi wieder zurück in ihre alte Heimat Israel und mit ihr auch ihre Schwiegertochter Rut. Auf der Suche nach Versorgung führte Gott es so, dass Rut einem Mann namens Boas begegnete. Boas fand Gefallen an Rut und so sorgte er dafür, dass Rut immer genug Ähren auf dem Feld aufsammeln konnte und genug Nahrung hatte. Durch Noomis Rat hin, ging Rut am nächsten Abend zu Boas und bat ihn darum, dass er sie „lösen“ sollte. Boas war damit einverstanden, doch er musste vorher noch mit jemanden anderen reden, der vor ihm das Recht hatte, Noomis Besitz und Rut zu „lösen“. 

 

Day 2: Synagoge

Vor allem zur Zeit Jesu gab es überall in Israel Synagogen. Immer wenn der Apostel Paulus in eine neue Stadt kam, suchte er zuerst eine Synagoge auf, um dort zu lehren. Örtliche jüdische Gemeinden trafen sich dort, um die Heilige Schrift zu lesen und zu beten. Lies nun einmal 5.Mose 6,4-9.

Die ersten Worte in Vers 4 werden auch als „Schma“ Israels bezeichnet und sind zentrale Bestandteile des täglichen Gebets. Jeder Synagogengottesdienst beginnt also mit den Worten „Der Herr ist unser Gott, der Herr alleine!“.

Wie schaut es bei dir aus? Kannst du die ersten beiden Verse aus unserem Textabschnitt mit ganzem Herzen mitbeten? Ist Gott in deinem Leben an erster Stelle oder muss Gott sich diesen Platz mit anderen Dingen teilen? Bitte Gott, dass er das Wichtigste in deinem Leben bleibt oder wieder wird. Setze deine Kraft und Zeit für Gott ein und du wirst Gottes Segen erleben.

 

Day 3 Hohe Priester

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Gerade wenn du im Alten Testament unterwegs bist, wirst du immer wieder von sogenannten „Hohepriestern“ lesen. Sie gehörten zur geistlichen Führung des Volkes und nahmen eine wichtige Rolle ein. Lies dazu einmal den Text aus 3.Mose 16,34 und Hebräer 9,7.

Ein Hohepriester hatte viele Dienste, aber ein Dienst war besonders wichtig. Welche Aufgabe durfte nur der Hohepriester einmal im Jahr durchführen? Warum war dieser Dienst wichtig?

Wie bereits erwähnt, lesen wir in der Bibel sehr oft etwas von Hohepriestern. Sogar Jesus wird in der Bibel auch als Hohepriester bezeichnet. Lies dazu die Bibelstelle aus Hebräer 5,5 und 10,10-12. Warum kann Jesus auch als Hohepriester bezeichnet werden?

Die Priester mussten ständig darauf achten, sich nicht durch irgendetwas zu verunreinigen und rein zu bleiben. Wie dankbar dürfen wir Jesus sein, dass er uns durch seinen Kreuzestod ein für alle mal von den Sünden rein gewaschen hat. Lasst und darauf achten, auch so zu leben wie es Gott gefällt und nicht mehr die alten sündigen Dinge tun, von denen Jesus uns befreit hat. Lasst uns Sünde ernst nehmen und nicht darauf einlassen (Jakobus 4,8). Wie schön ist es zu wissen, dass Gott uns immer nahe ist und uns dabei helfen wird.

 

Day 4: Das Leben in der Wüste

Ganze 40 Jahre lang wanderte das Volk Israel durch die Wüste. Vermutlich waren es über eine Million Menschen, die in der Wüste täglich auf Wasser und Nahrung angewiesen waren. Zudem mussten auch ihre großen Viehherden versorgt werden. Ein Menschen unmögliches Unterfangen…Lies dazu einmal 4 Mose 11,22-23.31-32/ 2 Mose 15,22-25/ 2 Mose 16,3-5.

Das Leben in der Wüste war nicht einfach für die Israeliten, aber nicht unmöglich. Wodurch konnte das Volk 40 Jahre lang in der Wüste überleben? Lies hierzu auch 5 Mose 8,3. Worauf kommt es wirklich an?

Obwohl das Volk Gottes Eingreifen und Handeln viele male auf eindrucksvolle Art und Weise erleben durfte, waren sie immer wieder unzufrieden. Wie sieht es bei dir aus? Glaubst du an Gottes Versorgung in jeder Lage? Wie lange bist du Gott dankbar, wenn er deine Gebete erhört?

Gott sorgt für seine Kinder. Bist du vielleicht auch gerade in einer Situation, wo du um Gottes Hilfe rufst? Du darfst dir sicher sein, dass Gott dich hört und versorgen wird. Vielleicht schaut das dann anders aus als du dir es vorstellst, aber Gott wird dir helfen. Danke Gott dafür und vertraue fest auf ihn. Seine Hilfe kommt spätestens rechtzeitig.

 

Day 5: Passafest

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Das Wort „Passa“ ist abgeleitet von einem Verb, das im weiteren Sinn auch die Bedeutung „über etwas hüpfen, unberührt lassen“ hat. Lies dazu einmal 2.Mose 12,1-14 und du wirst sehen, warum diese Bedeutung sehr gut passt.

Wie bei allen Anordnungen, die Gott den Menschen gibt, steckt auch hinter dem Passafest eine ganz bestimmte Absicht. Warum sollten alle Juden das Passafest feiern?

In der Bibel wird immer wieder von Jesus als Passalamm gesprochen. Lies dazu einmal Johannes 1,29. Siehst du Parallelen zwischen dem Passalamm und Jesus?

Wie sieht es mit dir aus? Gott hat dich zwar nicht aus Ägypten befreit, aber wenn du Jesus im Glauben angenommen hast, dann hast du die Befreiung von deiner Sündenschuld erlebt. Bist du Gott dafür dankbar? Wie oft denkst du daran? Nimm dir vor, Gott täglich dafür zu danken und du wirst sehen, wie Freude in dein Leben kommt.

 

Day 6: Sabbat

„Wen der Teufel zu Fall bringen möchte, den treibt er an“. Ein Zitat, in dem viel Wahres steckt. Kein Zufall, dass Burnout eine der „Modekrankheiten“ unserer Zeit ist. Lies einmal 1.Mose 2,1-3 und schaue, was Gott zu diesem Thema sagt.

Was tat Gott, nachdem er seine Arbeit vollendet hatte? Was denkst du: wird Gott müde und braucht auch Gott eine Pause? Für wen könnte diese „Pause“ gedacht sein? Lies nun 5.Mose 5,12-14.

Was sagt Gott hier über den „Sabbat“? Was sollten die Israeliten tun?

Das Wort „schabbat“ hat die Wurzelbedeutung „aufhören“ und passt somit sehr gut. Gott möchte, dass die Menschen auch eine Pause machen und zur Ruhe kommen. Er kennt uns ganz genau und weiß, was wir brauchen. Wir sollten diesen Tag nutzen, um uns wieder bewusst auf Gott auszurichten und Gemeinschaft mit ihm zu haben. Nur in Gott finden wir echte Ruhe.

Wie sieht das bei dir aus? Nimmst du dir einen Tag in der Woche, in dem du ganz bewusst keiner Arbeit nachgehst und dich ausruhst? Nutzt du deinen freien Tag, um ungestört Gemeinschaft mit Gott zu haben und alles loszuwerden, was dich so bewegt? Sei dir bewusst, dass Gott Zeit mit dir verbringen möchte und nimm sein Angebot an. Nimm dir Zeit für den, der dich so sehr liebt, wie es kein anderer kann.

 

Day 7: Witwen 

Aus verschiedenen Gründen gab es früher sehr viele Witwen. Wenn eine Witwe nicht wieder verheiratet wurde, musste sie versuchen, durch ihre Familienmitglieder versorgt zu werden. Ansonsten musste sie versuchen, alleine zurechtzukommen. Nicht selten endete eine Witwe als Sklavin, Prostituierte oder Bettlerin, um zu überleben. Gerade deswegen gab Gott verschiedene Anweisungen, die Witwen helfen sollten. Lies dazu einmal 5 Mose 24,19-21 und 5 Mose 14,29.

Auch im Neuen Testament werden die Gemeinden immer wieder aufgefordert, den Witwen zu helfen. Lies dazu einmal Jakobus 1,27. Warum denkst du, ist es wichtig Witwen zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen?

Wir Christen haben auch heute eine Verantwortung für die Menschen, die nicht selbst für sich sorgen können. Lies dazu einmal Galater 2,10. Überlege dir nur ganz konkret wie du in nächster Zeit notleidenden Menschen helfen könntest. Sei dir dabei bewusst, dass du selbst im Geben ein Empfänger bist. Helfe anderen in ihrer Not und du darfst dir sicher sein, dass Gott dich dafür segnen und beschenken wird.