Außenseiter in der Bibel

Nicht „cool“ genug, zu klein, zu dünn, zu dick, zu groß, Ausländer oder zu schüchtern… es gibt viele „Gründe“, warum Menschen andere Menschen ausschließen. Auch in der Bibel können wir von einigen Außenseitern lesen. Vor allem können wir aber auch sehen, dass es in Gottes Augen überhaupt keine Außenseiter gibt und dass es gerade solche Menschen sind, durch die Gott wirkt. Diese Woche wollen wir uns daher sieben vermeintliche Außenseiter anschauen und von ihnen lernen…

 

Day 1: Die Aussätzigen von Samaria

Israel befindet sich gerade in einer verzwickten Lage. Lies 2.Könige 6,24-7,2 und verschaffe dir einen Eindruck von der vorherrschenden Situation. Wie würdest du die Lage mit nur einem Wort beschreiben?

Nicht nur in der Stadt herrschte große Not. War jemand in Israel aussätzig, so musste er außerhalb der Stadt leben und meist betteln, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Auch zu dieser Zeit gab es einige Aussätzige vor den Toren Samarias, die nun in der Zwickmühle saßen. Lies dazu einmal den Textabschnitt aus 2.Könige 7,3-20.

Die vier Aussätzigen hatten nichts zu verlieren und riskierten alles, in dem sie zum Heerlager der Aramäer gingen. Was fanden sie dort vor und in wie fern hätte es ihr Leben verändern können? Wie war ihre Reaktion darauf?

Wie würdest du reagieren, wenn dir von jemanden Unrecht getan wird und du plötzlich die Möglichkeit hast, zurückzuschlagen? Hätten die Aussätzigen nichts gesagt, wären vermutlich alle in der Stadt verhungert. Nimm dir das Verhalten der vier Männer zum Vorbild. Schlag nicht zurück, wenn du die Möglichkeit dazu hast, sondern lerne, anderen zu vergeben.

Seid stattdessen freundlich und mitfühlend zueinander und vergebt euch gegenseitig, wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat [Epheser 4,23]

 

Day 2: Mefi-Boschet

Aufgrund seines Versprechens zu Jonatan kümmerte sich David um Mefi-Boschet. Lies dazu einmal die Verse aus 2.Samuel 4,4 und 9,13.Was dachte dieser über sich selbst und wie veränderte sich seine Situation?

Mefi-Boschet ging es besser, als er sich es hätte erträumen lassen. Doch leider musste Mefi-Boschet sehr bald erneut einen Rückschlag hinnehmen. Lies die Verse aus 2.Samuel 16,1-4 und 19,25-31. Was war Mefi-Boschet wiederfahren?

Mefi-Boschet war seinem König immer treu ergeben. Es muss schlimm für ihn gewesen sein, als sein Knecht ihn so schlecht beim König machte. Als dann endlich die Wahrheit ans Licht kam, reagierte Mefi-Boschet vermutlich ganz anders, als man es erwarten würde. Was ist seine Reaktion auf Davids Urteil und was sagt das über ihn aus?

Mefi-Boschet kümmert es gar nicht, dass er seinen Besitz teilen muss. Freiwillig ist er bereit, sogar alles zu geben. Ihm ist nur wichtig, dass sein Herr wieder da ist und es ihm gut geht. Was für ein Vorbild! Wir haben Gottes Zusage, dass es uns an nichts fehlen wird. Lasst uns wie Mefi-Boschet sein und uns über unseren Herrn freuen, anstatt uns über andere Dinge sorgen zu machen.

Freut euch allezeit! Betet unablässig! Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
[1.Thessalonischer 5,16-18]

 

Day 3: Mordechai

Mordechai war ein Jude, der im Exil in Babylon lebte. Er gehörte nicht zu dem dort ansässigen Volk und könnte daher auch als Außenseiter bezeichnet werden. Doch wie du in Ester 2,5-7 und 15-23 feststellen kannst, war auch Mordechai zu großen Taten fähig.

Was tat Mordechai, als er von dem Anschlag auf den König hörte? Wie war die Reaktion des Königs darauf, bzw. was bekam Mordechai dafür?

Bei Gott ist nichts verborgen. Lies nun noch die Geschichte aus Ester 6,1-11. Worin kannst du hier Gottes Wirken erkennen?

Mordechai hätte den Anschlag auf den König einfach zulassen können. Schließlich war der König ja nicht von seinem Volk, sondern gehörte sogar zu dem Volk, das Israel verschleppt hatte. Doch Mordechai war treu und loyal und warnte den König.

Kennst du das? Manchmal kommt man in Situationen, wo man anderen eine große Hilfe sein könnte. Doch man sträubt sich dagegen, weil man die Person nicht mag, keine Lust hat oder irgendetwas anderes einen davon abhalten möchte. Nimm dir in nächster Zeit bewusst vor, jede Möglichkeit zu nutzen, in der du anderen Gutes tun kannst. Erlebe die Freude, die im Geben steckt.

Tut eure Arbeit mit Eifer und Freude, als würdet ihr Gott dienen und nicht Menschen. Vergesst nicht, dass der Herr euch mit dem himmlischen Erbe belohnen wird. Dient dem Herrn Jesus Christus! [Kolosser 3,23-24]

 

Day 4: Die arme Witwe

Wenn wir über Außenseiter reden, dann war es vor allem auch eine Witwe, die in der Gesellschaft damals einen schweren Stand hatte. Sie hatte niemand mehr der für sie sorgt und war auf die Hilfe anderer angewiesen. Wie du in Markus 12, 41-44 sehen wirst, konnte aber auch eine Witwe Großes leisten.

Stell dir einmal vor, du spendest dein gesamtes Gehalt. Ist das nicht verrückt? Genau das hat die arme Witwe hier getan. Warum denkst du war sie zu so einer Aktion fähig? Glaubst du, dass sie nun Mangel leiden wird?

Diese Witwe gab nichts aus ihrem Überfluss, sondern trotz ihres Mangels. Wie oft geben wir Gott etwas aus unserem Überfluss und sind dann noch stolz, besonders großzügig zu sein? Gott braucht und will solche Gaben nicht. Er will vor allem, dass wir ihm vertrauen. Überlege dir einmal, wofür du jeden Monat dein Geld ausgibst. Wage ein einmonatiges Experiment: Nimm alles Geld, was du für unwichtige Dinge ausgeben würdest und setze es für Gottes Reich ein. Wage es, auch einmal kein dickes Polster auf dem Konto zu haben und vertraue auf Gott. Er wird dich versorgen!

Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. [Philipper 4,6-7]

 

Day 5: Die zehn Aussätzigen

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, waren es gerade vermeintliche „Außenseiter“, mit denen sich Jesus umgab. Lies nun einmal die Geschichte über die zehn Aussätzigen in Lukas 17,11-19.

Fällt dir auf, wie sie Jesus ansprachen? Was bekamen sie für einen Auftrag?

Es muss ein unbeschreibliches Gefühl für die Männer gewesen sein, als sie plötzlich wieder geheilt waren. Endlich wurden sie aus ihrer tiefsten Not befreit, doch trotzdem kommt nur eine Person zurück, um Jesus zu danken. Was hatte dieser einzige Aussätzige dadurch deutlich gemacht?

Wenn uns Nöte oder Probleme überfallen, dann sind wir sehr schnell darin, nach Gott zu rufen. Doch wie sieht das aus, wenn es uns wieder gut geht? Der geheilte Aussätzige hatte mit Sicherheit auch ein überwältigendes Gefühl, als er gesund wurde. Das größte Gefühl jedoch empfand er für Jesus. Lasst uns von diesem Mann lernen und Gott für sein Eingreifen in unserem Leben danken. Denke einmal an die letzten fünf Gebetserhörungen zurück und danke Gott dafür. Beginne am besten gleich damit.

Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. [Kolosser 3,17]

 

Day 6: Zachäus

Nun kommen wir zu einer Personengruppe, die nicht auf Grund von irgendeiner Schwäche von der Gesellschaft ungern gesehen war, sondern gerade wegen ihrer Macht besonders gemieden wurde. Lies dazu einmal Lukas 19,1-10.

Zachäus war ein Zöllner. Er gehörte zu der Personengruppe, die dafür bekannt waren, anderen durch überhöhte Zollgebühren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch Jesus wollte gerade mit Zachäus Gemeinschaft haben. Was bewirkte Jesus in Zachäus? Was war Zachäus bereit zu tun, nachdem Jesus ihm begegnet war?

Als Christen dürfen wir in einer Beziehung mit Jesus leben. Wir wissen, dass es nichts besseres gibt, als zu seiner Ehre zu leben. Immer mehr versuchen wir, nach seinem Willen zu leben. Doch ist das wirklich so? Leben wir noch mit der gleichen Begeisterung, wie an dem Tag, als wir Jesus als unseren Retter angenommen haben? Sind wir immer noch Feuer und Flamme dafür, unser Leben nach seinem Willen zu leben? Sind wir wie Zachäus bereit, Buße zu tun und schlechte Dinge kompromisslos sein zu lassen? Denke einmal über diese Fragen nach und bitte Gott ggf. um Veränderung.

sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig! Denn es steht geschrieben: „Seid heilig, denn ich bin heilig.“ [1.Petrus 1,15-16]

 

Day 7: Der Blindgeborene

Wie bereits die Witwe, waren auch blinde Menschen komplett auf die Hilfe anderer angewiesen und wurden in der Gesellschaft als Außenseiter gesehen. Lies dazu einmal die sehr lehrreiche Geschichte aus Johannes 9,1-41.

Als die Jünger mit Jesus unterwegs sind, fragen sie ihn eine sehr interessante Frage. Was war die Frage der Jünger und was antwortete ihnen Jesus? Fällt dir eine ähnliche Frage ein, die Heute immer wieder gefragt wird und auf die du die gleiche Antwort geben könntest?

Jesus heilt einen blinden Menschen! Selbstverständlich sorgte das für Aufsehen und so dauerte es nicht lange, bis auch die Pharisäer wieder versuchten, Jesus dafür anzuklagen. Auch der nun sehende Mann wurde ins Verhör genommen. Was war die Frage der Pharisäer und wie schaffte es der Geheilte, sie mundtot zu machen?

Die gebildeten und geschulten Pharisäer konnten keine Antwort auf die logische Schlussfolgerung des Mannes geben. Für den Blinden war klar – das was Jesus in seinem Leben bewirkt hatte, war der Beweis für seine Göttlichkeit. Wenn wir Jesus im Glauben angenommen haben, dann haben auch wir unser Leben als Beweis für Gottes Wirken. Doch wie oft teilen wir das anderen mit? Nimm dir bewusst vor, diese Woche einem Menschen Zeugnis über deine Bekehrung zu geben.

Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. [Psalm 9,2]