Wenn ich einen Wunsch frei hätte…

Als ich letztens mit dem Bus in die Stadt fuhr, fiel mir ein Werbeplakat eines Reiseveranstalters in die Augen. „Hier werden Wünsche wahr!“ Gedanklich malte ich mir aus, wie ich selbst bei Sonnenuntergang am Strand saß, dem Rauschen der Meereswellen lauschte und meine Füße im warmen Sand vergrub. Gleichzeitig kamen mir aber auch die Bilder von Haiti in den Kopf. Ein Erdbeben und eine Welle, die in einem Moment diesen Wunsch zunichte machten und mir die Endlichkeit dieses Wunsches aufzeigten.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, was würde ich mir wünschen? Vielleicht wäre es dieser eine Urlaub. Vielleicht aber auch gut angelegt in einem eigenen Haus? Wenn ich gesund bleibe, hätte ich doch auch viel weniger Sorgen! Exakt diese Frage wurde auch König Salomo gestellt, als er vor knapp 3000 Jahren in Israel seinen Thron bestieg (nachzulesen in 1. Könige 3). Genauer gesagt war es Gott persönlich, der ihn nach seinem Wunsch – nach seiner Sehnsucht im Leben – fragte (V.5). Salomo erinnerte sich daran, wie treu und großzügig Gott an seinem Vater David gehandelt hatte. Salomo dagegen hatte sein ganzes Leben noch vor sich und als König eine große Verantwortung zu tragen. So wünschte sich Salomo ein gehorsames Herz, damit er Gottes Volk zu richten versteht und unterscheiden kann, was gut und böse ist (V.9). Das gefiel Gott gut (V.10) und er schenkte Salomo ein weises und verständiges Herz (V.12).

Der ein oder andere mag diese Geschichte bereits kennen, aber sie bewegt mich immer wieder neu! Wenn ich doch reich und bekannt wäre! Wenn mir doch alles zufallen würde! Wer kennt diesen Gedanken nicht? Mich beeindruckt an Salomo, dass er nicht auf einen Schlag zum Star werden wollte; dass er bei diesem Wunsch nicht nach links oder rechts schaute und besser sein wollte als alle um ihn herum. Nein, vielmehr hatte er die Herausforderungen und die Verantwortung in seinem noch jungen Leben vor Augen. Schlicht und einfach wünscht sich Salomo das, was ihm am Wichtigsten erschien: Ein weises und verständiges Herz. Ein Herz, das beständig nach dem Willen und der Führung Gottes in seinem Leben fragt. Ein, Herz, das sich nicht zu wichtig nimmt und sich auf Gott ausrichtet. Die Bibel beschreibt es wie folgt:

„Die Weisheit, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch und frei von jeder Heuchelei.“ (Jak 3,17).

Gott freute sich über diese Herzenshaltung Salomos. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir von Gott nicht letztlich wie Salomo ein weises und verständiges Herz wünschen? Ein Wunsch, der Gott erfreut, der mein Leben aufblühen lässt und sich positiv auf meine Mitmenschen auswirkt? Dieser einfache und schlichte Wunsch ist nur ein Gebet weit entfernt. Und was in Gottes Willen ist, das gibt er gerne. Die Bibel sagt dazu:

“Das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.“ (1.Joh 5,14-15).

Natürlich ist das ein Gebet, das Gott nicht mit einem Schnipsen erfüllt. Vielmehr ist es der Start eines Prozesses und einer positiven Veränderung in meinem Leben. Gott verspricht uns darin zu begleiten und zu stärken, ja er freut sich darüber. Und der Segen in meinem Leben wird nicht lange darauf warten. Vielleicht ist es nicht der Reichtum an Geld, dafür aber ein Reichtum an Freude, Zufriedenheit und Dankbarkeit, der mit keinem Geld der Welt zu kaufen ist.