Woher kann ich wissen, was wahr ist?

Du hast dir dieselbe Frage auch schon einmal gestellt? Hier findest du ein Zeugnis von einer jungen Frau, die auf der Suche nach der Antwort war. Durch Tod, Einsamkeit, Esoterik und YouTube übersprang sie dabei viele Hürden auf dem Weg zum Ziel…

Ich war 17, als ich anfing, die Leiter in Richtung Abgrund zu gehen. Mein Leben hat sich viel zu schnell umgekrempelt. Ich habe mir Pläne gemacht, war motiviert, aber mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Nach dem Tod meines Vaters hat plötzlich alles an Wert verloren. Ich war an einem Platz angekommen, der total verdunkelt und aussichtslos war. Ich dachte über alles nach. Über das Loch in meinem Herzen, über den Tag, den ich noch überstehen musste und nicht wusste, wie, und über das Leid der Welt.

„Ich beobachtete die Menschen und sah keinen, der wirklich glücklich aussah. Und am Ende blieb nur die Frage: Was hat das alles für einen Sinn?

In dieser Zeit spürte ich die größte Einsamkeit meines Lebens. Ich war nicht alleine, aber einsam. Auch wenn ich unter Leuten war, hatte ich das Gefühl, keiner wird mich je verstehen können. Es war, als würde ich ihnen fremd werden. Ich war nicht mehr wie die Anderen, die schienen, alles im Griff zu haben. Mich belastete all diese Äußerlichkeit, um die sich alles zu drehen schien, all das leere Gerede. 

Bald wurde ich zu einem Menschen, der sich nicht mehr im Spiegel sehen wollte. Ich erkannte, dass man in dieser Welt nur etwas Wert ist, wenn man etwas erreicht. Deswegen lebte ich unter dem ständigen Druck, jemand zu sein. Wenn ich dann Fehler machte, war das für mich der Untergang. Ich war nicht mehr fähig, selbst von meinen engsten Mitmenschen Liebe anzunehmen. Da war nur noch Scham. 

„Ich lebte unter dem ständigen Druck, jemand zu sein.“

Für mich war das Leben nur ein Kampf um Anerkennung und Reichtum, und ich habe es gehasst. Ich wurde müde, da mitzulaufen. In meinem Kopf lief ständig ab: „Ich kann nicht mehr“.  Ich brauchte Antworten. Ich fühlte mich, als würde ich mit dem Strom getrieben werden und nicht wissen, wo er hinführt. Also habe ich meine Ausbildung abgebrochen, und Tag und Nacht Orientierung gesucht. 

Auf dieser Suche bin ich auf die Esoterik gestoßen. Ich folgte einer Youtuberin, die solche Lehren verbreitete und war wie gefesselt. All diese übernatürlichen Dinge haben mich fasziniert und mir ein Gefühl von Macht gegeben. Mir wurde das Buch ,,Gespräche mit Gott“ empfohlen und das wurde der Indikator für ein komplett verändertes Gottesbild. Ich fing an zu glauben, dass alles eins ist, dass alles Gott ist, ich also auch. Es ging darum, zur Erleuchtung zu gelangen und so suchte ich Antworten durch luzides Träumen, Meditieren und meinte auch, dass Drogen zur Bewusstseinserweiterung dienten.

So kommt man mehr und mehr in ein Abmühen hinein, um endlich vollkommener und heiler zu werden. Das göttliche Heil, das die Esoterik verspricht, dreht sich langsam und unbemerkt ins völlige Gegenteil. Wenn man nicht zum gewünschten Ziel kommt, muss man einfach nur noch mehr versuchen und noch mehr Geld für Ratgeber ausgeben. Man ist getrieben, ohne anzukommen. Die Hoffnung, dass die Welt sich zum Besseren entwickelt, treibt einen. Biblisch gesehen tut sie das aber nicht, was wir auch hautnah miterleben. Es hört sich alles gut an, mir gab es den Kick, und ich konnte flüchten von der Realität. Mit positivem Denken übertüncht man die Welt, während außen rum alles zerbricht. Man versucht, das Negative wegzunehmen, doch bekommt am Ende mehr dazu. 

„Es geht darum, sich selbst zu verwirklichen und das führt letztlich zur Selbstsucht, was alles andere ist als Liebe.“

Geschickt wird das Kreuz nutzlos gemacht. Es wird gesagt: alles ist gut und dienlich, du kannst eigentlich nichts falsch machen, du musst die Welt in vollen Zügen erfahren. Und so verirrte ich mich in falsche Wege und merkte es nicht, machte Fehler und konnte nicht einsehen, dass es mich selbst und andere nur zerstört. Und vor Allem, dass mein Herz sich immer weiter von Gott entfernt. 

Zur selben Zeit ging ich in den Jugendkreis einer freikirchlichen Gemeinde und habe versucht, die Lehre der Esoterik irgendwie mit der christlichen zusammenzubringen. In der Esoterik wird zwar gesagt, dass es Jesus gab, aber dass er angeblich nur eine erleuchtete Person war. Es ist häufig von der Christusenergie oder dem Christusbewusstsein die Rede, zu dem wir gelangen müssen. Teilweise wurden auch Bibelstellen, völlig aus dem Kontext gerissen, zitiert. Ich habe versucht, Aussagen so auszulegen, dass sie in mein Muster passten und betrachtete mich selbst als höher entwickelt als Christen. 

„Zeig mir die Wahrheit“.

In dieser Zeit standen Dunkelheit und Licht im Zweikampf. Mal habe ich christliches, mal esoterisches Gedankengut in mein Notizbuch geschrieben. Ich hatte sogar einen Traum, in dem Gott zu mir sprach: „Ich bin gestorben, damit du leben kannst.“ Zu der Zeit habe ich diesen Satz jedoch noch nicht verstanden, da ich an Reinkarnation glaubte und dachte, damit wäre mein früheres ,,Ich“ gemeint. Aber, je länger ich diesen Weg ging, desto verwirrter wurde ich – und schließlich wusste ich nicht mehr, was ich glauben soll. Jeder sagt etwas anderes, aber woher kann ich wissen, was wahr ist? Woher weiß ich, ob ich dem, was Leute mir sagen, was in Büchern und im Internet steht, trauen kann? Und so schrie ich innerlich: „Zeig mir die Wahrheit“. Jetzt bin ich mir sicher, dass dieses Fragen nach Gott von Gott selbst kam, denn es gibt keinen Menschen, der von sich selbst aus nach ihm fragen würde, es sei denn, Gott zieht ihn. 

Einige Zeit später lud die Youtuberin, die die Lehren der Esoterik verbreitete, ein Video hoch, in dem sie sich für alles entschuldigte, was sie lehrte, weil sie zu Jesus gefunden hat. Zuerst war ich so verblendet, dass ich gar nicht verstand, was sie sagen will. Aber es kam dieser Moment, in dem es ,,Klick“ machte, der mein Herz zum Klopfen brachte und mich so überwältigte, dass ich selbst kaum glauben konnte, dass das gerade Wirklichkeit war. Mir war nicht mehr bewusst, dass Satan diese Welt verführt und das so manipulativ, dass es nicht erkennbar ist. Ich las in der Bibel Johannes 14,6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.“. Er traf mich ins Innerste, zumal ich ihn auf einmal in einem anderen Licht sah. Ich bekam so eine Freude, weil ich plötzlich ganz klar wusste: ja, das ist wahr. Jesus ist der einzige Weg. Ich kann nicht durch eigene Anstrengungen zu Gott kommen, sondern nur durch ihn. Ich konnte auf einmal sehen, wie sehr ich in der Finsternis gelebt habe und alles andre getan habe, als Gott anzubeten.

„Dass dieser Gott gerade mit offenen Armen auf mich zukommt und mich zurückhaben will, war mehr als nur ein Erkennen der Wahrheit, es war ein nach Hause kommen. Ein Aufatmen, weil da jemand ist, dem ich mein Leben anvertrauen kann, der mich besser kennt als ich mich selbst.“ 

Die Esoterik war im Prinzip wie ein Marketingprodukt: ,,Du fühlst dich nicht schön, dann benutze doch diese Creme“, schmeichelt mit Worten wie: ,,du bist gut so wie du bist, alles ist okay…“ und dahinter steckt alles andere als hingegebene Liebe, sondern eine große Geldmacherei und Lügerei. Wer will schon hören, dass er ein Sünder ist. So spricht die Bibel aber nicht, sie ist im Gegensatz dazu wie ein Hammerschlag, der mir aufzeigt, wie klein ich vor Gott bin, wie heilig er ist und dass ich niemals vor ihm bestehen könnte. Das Wort Gottes ist wie ein Spiegel, der mir zeigt, dass ich gar nicht so bin, wie die Esoterik es sagt, nämlich dass wir von Grund auf göttlich und gut sind. Wenn ich mal ehrlich mein Leben betrachtet habe, musste ich das bekennen und erkennen, dass nur einer gut ist, und das ist Jesus. Wenn man am Boden ist, hilft auch kein positives Denken mehr, kein übertünchen, sondern es muss Wahrheit herein, das Licht Gottes. Aber wer will schon eingestehen, schwach zu sein, wo doch genau das der Moment ist, in dem Gottes Liebe uns beschämt trifft und sagt: ,,Ich liebe dich trotzdem“. Wenn wir das nur eingestehen und mit all unseren Fehlern zu Gott kommen, dann strömt Heilung und wir lassen Gott an unser Herz, damit er uns ein neues geben kann. 

„Wenn ich mal ehrlich mein Leben betrachtet habe, musste ich das bekennen und erkennen, dass nur einer gut ist, und das ist Jesus.“

Durch Jesus habe ich eine neue Identität bekommen, weil ich mich jetzt so sehen darf, wie er mich sieht. Rein durch sein Blut, angenommen, geliebt. Auch wenn sich meine Umstände nicht sofort veränderten, veränderte sich alles in meinem Inneren. Erst jetzt merkte ich, wie belastet ich war. So sehr Esoteriker auch bestreben, frei vom eigenen Ego zu sein, das gelingt nur durch Gottes Geist, den wir bekommen, wenn wir ,,Ja“ zu Jesus sagen. Dieser befähigt uns, ihn mehr zu lieben als die Welt. Und das ist Freiheit. Nichts ist schlimmer, als an die Welt gebunden zu sein, denn alles was sie geben kann, macht niemals glücklich. 

„Die Bibel gibt mir eine Antwort darauf, warum ich mich in dieser Welt nicht zuhause fühle – weil mein eigentliches Zuhause bei Gott ist, ich bin hier nur auf der Durchreise.“

Durch Jesus bekam ich neue Hoffnung und eine Freude in mein Herz, die meine Trauer heilte. Ich brauche mich nicht fürchten vor der Zukunft, weil ich weiß, das beste kommt erst noch, ich werde ewig leben. Die Bibel gibt mir eine Antwort darauf, warum ich mich in dieser Welt nicht zuhause fühle – weil mein eigentliches Zuhause bei Gott ist, ich bin hier nur auf der Durchreise.

Gottes Liebe hat mich wieder lebendig gemacht und mir Sinn gegeben. Jetzt weiß ich, für wen ich lebe. Wir Menschen tun alles Mögliche, um Sicherheit zu bekommen und geliebt zu werden, aber letztendlich ist das alles unsicher und zeitlich. Gott hat mir gezeigt, worin sich mein Herz verloren hat und hat die große Mauer durchbrochen, die ich gebaut habe. Der Hirte weiß, wo er seine Schafe finden kann und wartet auf dein ,,Ja“.