Fantastisch übersinnlich!?

Die Anziehungskraft von Übersinnlichem ist unbestritten – warum nicht einfach ausprobieren? Doch die Folgen von mystischen Experimenten sind nicht zu unterschätzen. Anna, eine junge Frau, weiss wovon sie spricht, im Interview.

Steckbrief:

Name: Anna
Alter: 21 Jahre
Beruf: Pflegefachfrau

Friends for Ever (FfE): Wann wurdest du das erste Mal mit Mystischem, Übersinnlichem konfrontiert?

©Elke Sawistowski/Pixelio.de

Anna: Alles fing scheinbar ganz harmlos an, als ich mir im Alter von 12 Jahren regelmässig die Fernsehserie «Akte X» reinzog. Mit der Zeit schaute ich immer mehr Filme mit mystischen Inhalten, die mich total faszinierten. In meiner Clique schauten wir fast jedes Weekend Horrorfilme. Das Thema beschäftigte uns und wir diskutierten intensiv darüber. Je mehr wir uns damit auseinandersetzten, desto mehr begannen wir, daran zu glauben. Das Absurde war, dass diese geheimnisvolle Welt plötzlich real wurde. Wir hörten plötzlich unmenschliche Stimmen, sahen unwirkliche Gestalten und hatten Begegnungen mit irrealen Lebewesen. Das Mystische, Geheimnisvolle wurde plötzlich erlebbar!

FfE: Wie hast du darauf reagiert?

Anna: Das Übersinnliche zog mich magisch an. Ich kaufte mir jegliche Bücher zum Thema und hörte entsprechende Musik. Auch mein Kleidungsstil wurde dadurch beeinflusst: Ichkleidete mich fast ausschliesslich in Schwarz. Das Mystische begann, mein Leben mehr und mehr zu dominieren. Es schien tatsächlich mehr zu geben als das, was ich um mich herum sah und erlebte! Es gab mehr als das, was man Alltag nannte. Da war eine andere Welt, die mich in ihren Bann zog. Und diese galt es zu entdecken.

FfE: Wie hat das Übersinnliche dein weiteres Leben beeinflusst?

©Jens Bredehorn/Pixelio.de

Anna: Zu Beginn schien noch alles so verlockend und erstrebenswert. Doch gleichzeitig kam auch etwas anderes hinzu: die nackte Angst. Angst vor diesen unheimlichen Begegnungen mit dem Übersinnlichen, Angst vor absurden Gestalten und beklemmenden Gefühlen. Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr begann sich meine Angst ins Unendliche zu steigern. Ich hatte Angst vor dem Alleinsein. Angst vor der Dunkelheit, Angst in einem Zimmer mit geschlossenen Türen zu schlafen. Angst überall. Zermürbende Schlafstörungen, Alpträume, Panikattacken. Es war Terror pur. Die «andere» Welt hatte sich als Gefängnis entpuppt. Und ich war darin gefangen. Niemand konnte mir wirklich helfen.

FfE: Kannst du uns ein konkretes Beispiel erzählen?

Anna: Es passierte eines Nachts, es war stockdunkel, ich war alleine in meinem Zimmer. Da sah ich sie plötzlich. Dort an meinem Fenster stand sie, eine rätselhafte, unmenschliche Gestalt. Ich schaute ihr ins Gesicht. Es war einer Fratze ähnlich, grauenvoll, hässlich und furchterregend. In diesem Moment verspürte ich nur noch Panik und nacktes Entsetzen. Plötzlich stand ich am Fenster – das Wesen verschwand! Doch ich spürte, dass es keine Einbildung oder Wahnvorstellung gewesen war. Es war eine Gestalt aus einer anderen Welt. Ich konnte dieses schreckliche Gesicht nie mehr vergessen. Diese Begegnung hatte meine Furcht noch gesteigert.

FfE: Und dann – wann kam die Wende?

©Andreas Dengs/Pixelio.de

Anna: Bis dahin hatte ich den Glauben an Jesus Christus als Unsinn abgetan. Christen hatte ich stets verspottet, ja, ich habe sie jeweils regelrecht fertig gemacht. Doch ich stellte plötzlich fest, dass gerade diese Christen in ihrem Leben einen festen Halt und einen unerklärlichen Frieden hatten, der mir definitiv fehlte! Doch ich würde mich nicht beeinflussen lassen, nie würde ich mich zu diesem Jesus «bekehren». Ich liess mich nicht kleinkriegen. Das war sicher. Und doch: Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem mir Gott persönlich begegnete. Ich kapitulierte vor ihm, ich übergab ihm meinen Stolz und meinen Eigensinn, aber auch alle meine Angst. Mit 16 Jahren übergab ich mein Leben Jesus.

FfE: Wie ging es weiter?

Anna: In dieser schwierigen Zeit begann ich mich dann intensiv mit der Sinnfrage zu beschäftigen. Warum lebe ich überhaupt? Wozu? Und gibt es tatsächlich noch etwas anderes als dieses endlose Karussell von Mystik, Angst und Terror? Ich habe wirklich gesucht. Ich hatte genug vom Übersinnlichen, ich sehnte mich nach Befreiung.

FfE: Wie ist das denn genau von sich gegangen? Hat sich danach etwas verändert?

Anna: Nachdem ich mich für ein Leben mit Jesus Christus entschieden hatte, merkte ich deutlich, wie die unheimliche Macht des Übersinnlichen mich fesselte und blockierte. Darauf konnte ich mit einem «Seelsorger» über meine Erlebnisse und mein verpfuschtes Leben sprechen. Er hat mit mir gebetet und den Sieg Jesu Christi über meinem Leben ausgesprochen. Plötzlich fiel alles wie eine schwere Last von mir. Danach habe ich sämtliche Mystik-Bücher und einen Haufen CDs weggeschmissen. Ich war befreit! Von da an hat Jesus mein Leben grundlegend verändert. Ich habe gemerkt, wer er wirklich ist. Er ist Licht, und er ist stärker als die Dunkelheit. Jesus hat mir alle Angst weggenommen. Ich lernte die echte Freiheit kennen!

FfE: Wie ist heute deine Einstellung zu Übersinnlichem?

Anna: Ich habe gemerkt, dass es kein harmloses Spiel ist! Junge Menschen wissen dies oftmals nicht. Ich habe erlebt, wie real die dunklen Mächte tatsächlich sind. Sie können dich total gefangen nehmen und geradezu beherrschen. Deshalb: Hände weg!!!

FfE: Was rätst du den Lesern dieses Artikels?

©Billy Alexander/Stock.xchng

Anna: Der Wunsch und die Sehnsucht nach dem Übernatürlichen stecken wohl in jedem von uns, weil es dies tatsächlich gibt. Aber es lohnt sich nicht, sich darauf einzulassen, denn die Folgen muss jeder alleine tragen. Doch etwas Spannenderes und Erfüllenderes als das Leben mit Jesus kann es gar nicht geben. Ich habe es erlebt und kann dir nur sagen: Wag es – mit Jesus Christus!

 

Autorin: Fränzi Lee (Sie hat mit Anna schon viel Spannendes erlebt)

Quelle: „friends for ever“, Magazin für Jugendliche und junge Erwachsene, Ausgabe 4-06 (www.friends-for-ever.ch)

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