Mein Einsatz im Shelter

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» Leonie absolviert einen Freiwilligendienst im Shelter auf Kreta. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Ich bin Leonie Staufner und habe mich nach meinem Abitur entschieden, für 10 Monate im Shelter mitzuarbeiten. In Deutschland bin ich in der evangelisch freikirchlichen Gemeinde Weinstadt zuhause.

Offene Augen 

Hier auf Kreta darf ich nun erleben, was es eigentlich bedeutet, wirklich zu wachsen und dazuzulernen. Da sind die praktischen Arbeiten auf dem Gelände und im Haus, da ist die Vorbereitung für die Gottesdienste und die Kinderstunde für die bulgarischen Kinder. Ich lebe mit Menschen zusammen, die die Welt mit anderen Augen sehen, andere Gewohnheiten haben und ich treffe auf Menschen aus anderen Ländern und Kulturen. Das ist eine Herausforderung, aber ein großer Segen. Ich verstehe Tag für Tag mehr, dass es absolut Sinn macht, dass wir unterschiedlich gemacht sind. So können wir aneinander wachsen und gemeinsam für Gott mehr schaffen, als jeder allein. Ich verstehe auch immer mehr warum, es Jesus so wichtig ist, dass wir einander lieben. Ich übe mich in Geduld, genieße gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung. Ich lerne außerdem meinen eigenen Glauben von außen zu betrachten, zu überdenken, den anderen besser zu verstehen und auch unterschiedliche Meinungen stehen zu lassen. Vor allem aber bemerke ich mehr und mehr, wie viel Freude es mir bereitet, anderen zu dienen – sei es manchmal auch nur mit einem Lächeln. Das sind alles Dinge, die ich mir für mein ganzes Leben behalten und nutzen will.

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Die Willkommenheißer

Besonders eindrücklich war der Flüchtlingseinsatz auf Chios, bei dem ich für zwei Wochen dabei sein durfte. Das Team hat Traktate verteilt, Kleider weitergegeben, den Flüchtlingen von Jesus erzählt und zwei Bibelkreise aufgebaut – einen mit Syrern und einen mit Afrikanern. Es war wertvoll zu sehen, wie viel Interesse einige von ihnen an der Bibel zeigten und wie wissensdurstig sie Fragen gestellt haben. Mir war bis jetzt natürlich klar, dass ich absolut genug habe und dass es den meisten Menschen auf der Welt nicht so gut geht. Diese Tatsache hautnah mitzuerleben war jedoch etwas ganz anderes. Umso mehr wollte ich diesen Menschen zeigen, dass sie gesehen werden, dass es einen Ort gibt, an dem sie angenommen werden. Ich wollte ihnen einfach Gottes Liebe weitergeben, weil es auch zu Jesu größten Anliegen gehört, dass wir unsere Mitmenschen lieben. Noch viel mehr konnte ich aber von ihnen lernen, zum Beispiel wie leicht Offenheit sein kann, oder wie echte Gastfreundschaft geht. Diese Menschen, die nicht willkommen geheißen wurden, sind die größten „Willkommenheißer“. Sie laden uns zum Tee ein, wo sie doch oft nicht einmal genug Wasser haben. Sie teilen das Wenige, was sie haben, mit uns. Wie viel öfter könnten wir das auch tun, wo wir doch so viel haben?

Bunter Weg

Dieses Jahr ist anders – kein Tag gleicht genau dem anderen. Dabei wächst das Vertrauen in mir, dass er der Herr, mein Gott mich lehrt, was mir hilft und mich leitet auf dem Weg, den ich gehen soll (nach Jesaja 48,17). Und es ist gut, dass Gott mich auf dem Weg leitet, weil ich solch einen bunten Weg niemals hätte selber finden können.

»Interesse an einem Einsatz?
Dann melde dich bitte bei uns:
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Quelle: http://www.shelter-online.com/?p=555&lang=de

Aus „Shelter News„, Ausgabe Nr. 2/2017, Mit freundlicher Genehmigung

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Organisation Shelter verantwortlich