Darf ich dich Mama nennen?

Katie Davis – ein Leben für Ugandas Kinder

Katie Davis ist 18 Jahre alt, als sie im Dezember 2006 zum ersten Mal nach Uganda reist. Die Menschen und vor allem die Kinder berühren ihr Herz zutiefst. Nach ihrem Schulabschluss in den USA kehrt sie zurück, um für 10 Monate an einer Vorschule zu unterrichten.
Im Dorf entdeckt Katie unzählige Kinder, die auf dem Feld arbeiten oder am Straßenrand herumsitzen, anstatt in die Schule zu gehen. Der Grund: Es gibt in Uganda nur wenige öffentliche Schulen, die meisten werden privat geführt und verlangen Schulgeld. Zuviel für ugandische Eltern, um ihren Kindern Bildung zukommen zu lassen.

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SCM Hänssler Verlag

Katie lässt das keine Ruhe. Sie startet ein Patenschaftsprogramm, das 40 ärmsten Kindern eine Schulbildung ermöglicht. Im Jänner 2008 sind bereits 150 Kinder angemeldet. Für 300 Dollar jährlich kann ein Kind mit Schuldgeld, -material, drei warmen Mahlzeiten am Tag und medizinisch versorgt werden. Anfangs sind es nur rund 50 Kinder – für den Rest kommt Katie selbst auf. In Zusammenarbeit mit Freunden aus den USA kann das Programm immer weiter ausgebaut werden. Heute werden bereits über 600 Kinder von Paten gesponsert.

Amazima Ministries

Nach ihrer Zeit als Vorschullehrerin ist klar: Katies Berufung liegt in Uganda. Dort möchte sie leben und arbeiten. Ihre Eltern sind alles andere als begeistert. „Irgendwann kam es zu dem Punkt, wo ich mich entscheiden musste: Will ich meinen Eltern gefallen, oder will ich Gott gefallen?“ erinnert sich Katie. Sie wählt Letzteres, lässt ihre Familie und ihre große Liebe zurück in den USA und zieht nach Uganda. Diesmal dauerhaft. Noch 2008 gründet sie die Non-Profit Organisation „Amazima Ministries“. Ziel der Organisation ist es, die physischen, emotionalen und geistlichen Nöte derer zu lindern, die es am meisten brauchen.

Abgesehen von ihrem karitativen Engagement gibt es auch in Katies persönlichem Leben enorme Veränderungen. Nachdem sie bei einem Unfall verletzt wurden, nimmt Katie drei Mädchen bei sich auf. Ein paar Tage später sitzt sie über ihrer Bibel und betet für die drei kleinen Waisen. Wer soll sich in Zukunft um sie kümmern? Da kommt die jüngste, fünf Jahre alt, zur Tür herein und fragt: „Darf ich dich Mama nennen?“ Katie läuft ein Schauer über den Rücken – und der Fall ist klar. Sie selbst wird sich kümmern! So wird Katie mit 20 Jahren Mutter von drei kleinen Mädchen. In den nächsten Jahren werden noch zehn weitere folgen.

„Weide meine Schafe“

Kurz danach lernt Katie das Volk der Karamojong in Masese kennen. Diese Ärmsten der Armen hausen in Slums, ihre Kinder sterben oftmals an Hunger. Angetrieben von dieser unbeschreiblichen Not startet sie ein Ernährungsprogramm, das 1.200 Kinder wöchentlich mit Mahlzeiten versorgt. Indem sie zu essen haben, müssen sie nicht mehr auf der Straße betteln und können daher in die Schule gehen. Amazima kümmert sich auch um die medizinische Betreuung.

„Die Menschen sagen mir, ich bin mutig. Sie erzählen mir, dass ich stark bin und eine gute Arbeit mache. Nun, hier ist die Wahrheit: Ich bin nicht wirklich mutig, ich bin nicht wirklich stark, und ich mache nichts Spektakuläres. Ich mache einfach das, wozu Gott mich berufen hat: Weide meine Schafe und kümmere dich um die Geringsten in der Gesellschaft.“


Mehr Informationen im Internet unter: www.amazima.org

Buchtipp:
Katie Davis
Katie – Leben für Ugandas Kinder
SCM Hänssler Verlag, 1. Auflage: September 2012, 288 Seiten
ISBN: 978-3-7751-5415-4, www.scm-haenssler.de

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