Umgang mit Angst

Symptome

©Helmut J. Salzer/Pixelio.de

Die Schildkröte zieht den Kopf ein. Der Igel rollt sich ein, was tut der Mensch?

Wenn folgende Merkmale über einen längeren Zeitraum auftreten, kann es sein, dass diese Person unter Angst leidet:

  • traurig oder apathisch
  • schüchtern, zieht sich zurück
  • ausdrucksloses oder ängstliches Gesicht
  • weint schnell oder wird zornig
  • kann sich nicht freuen, das Lachen verstummt
  • teilnahmslos, keine Lust zu Aktivitäten
  • schulische Leistungen lassen nach
  • unbegründete Schuldgefühle
  • fühlt sich einsam
  • manche „schlucken“ und leiden still, andere posaunen ihre Not hinaus
  • Schlaf- und Appetitlosigkeit
  • Kann sich schlecht konzentrieren
  • Wenig Selbstvertrauen, mutlos
  • Äußert Selbstmordgedanken
  • Müde, lässt den Kopf hängen, geht gebeugt
  • Klagt über Bauch- oder Kopfweh
  • Scheut sich, die eigene Meinung zu äußern oder Entscheidungen zu treffen
  • Passt sich immer an
  • Sieht schon kleine Aufgaben wie unüberwindliche Berge
    (aus KEB Ideen Plus, Ausgabe 3/2006)

Umgang mit Angst

©Stephanie Hofschlaeger/Pixelio.de

Hier können wir uns ein Beispiel an kleinen Kindern nehmen: Was machen sie, wenn sie Angst vor dem Gewitter oder vor einem Hund haben? Sie flüchten in die starken Arme von Vater oder Mutter und finden dort Geborgenheit und Hilfe. Und sie zeigen ihre Angst offen, ehrlich und echt – und verarbeiten dadurch manches viel besser als sogar Erwachsene.

Jeder kann so reagieren, wenn er sich hilflos einer Bedrohung ausgesetzt fühlt. Und wo können wir Hilfe erwarten? So wie ein Kind in die starken Arme des Vaters flieht und sich an seinem Hals festklammert, so dürfen wir in unerschütterlichem Vertrauen zu Gott kommen –im Gebet – und mit seiner Hilfe rechnen.

Hier einige hilfreiche Schritte:

Akzeptiere deine Angst

Es nutzt nichts, sie zu verdrängen. Im Gegenteil. Schau der Wahrheit ins Auge. Die Angst ist da. Dieses Gefühl ist real.

Versuche die Ursache für die Angst herauszufinden

Gefühle können nicht weggewünscht werden; Gefühle geschehen oft unfreiwillig. Das Problem ist aber nicht das Gefühl selbst, sondern die Ursache für diese Empfindung. Wenn du sie gefunden hast, kannst du auch beurteilen, wie real die Gefahr ist, die die Angst verursacht.

©Gabriele Planthaber/Pixelio.de

Betrachte die Angst im Licht des Wortes Gottes

David kann uns da ein großes Vorbild sein:

„ Sobald ich dich um Hilfe bitte, werden meine Feinde kleinlaut den Rückzug antreten. Denn das weiß ich: du, Gott, bist auf meiner Seite! Ich lobe Gott für das, was er versprochen hat, ja, ich lobe die Zusage des Herrn. Ihm vertraue ich und fürchte mich nicht. Was kann mir ein Mensch jetzt noch Böses tun? Herr, was ich dir versprochen habe, will ich jetzt einlösen und dir aus Dank Opfer bringen.“ (Die Bibel, Psalm 56,10–13)

Auf Gott und seine Größe zu schauen rückt die Dinge in das richtige Licht. Er ist immer noch der Herr in deinem Leben, wenn du Ihm gehörst. Obwohl die Angst bei David bestimmt schrecklich war, war sie Teil des Lebens, worüber aber der Herr Kontrolle hat!

Hast du Angst vor der nächsten großen Schularbeit? „Do your best and let God do the rest.” Hast du ordentlich gelernt? Aber auch wenn du nicht genügend Zeit hattest zum Lernen: Du und Dein Leben ist in Gottes Hand, wenn Er der Herr in deinem Leben ist. Befiehl dich mit dieser Arbeit Ihm an:

Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird es gut machen (Die Bibel, Psalm 37,5)!

Hast du Angst, von deinen Freunden abgelehnt zu werden? Ja, du wirst dich immer wieder mal zurück gewiesen fühlen. Deine Freunde werden dich enttäuschen. Das ist traurig. Aber schau: Gott weist dich nie zurück! Gott ist immer für dich! Er hat dich lieb, wie kein Mensch dich jemals lieb haben kann.

Niemand und nichts kann dich von seiner Liebe trennen! (Die Bibel, Römer 8,31-39)

Auf Gott und seine Zusagen zu vertrauen, auch wenn die Angst groß ist, das ist der Schlüssel für das Leben!

„Habe ich (der Herr)  dir (Josua) nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wohin du gehst.“ (Die Bibel, Josua 1,9)

Was kann ein Mensch dir tun, wenn Gott, der Herr, mit dir ist!?! (Die Bibel, Hebräer 13,6; Psalm 27,1)

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine schützende Hand über mir.“ (Die Bibel, Psalm 139,5)

Erinnere dich daran, wer Gott ist und wer du bist.

Wenn du ein Kind des lebendigen Gottes bist, wenn Jesus dich befreit hat von Schuld, dann bist du in Gottes Augen gereinigt, sauber und gerecht.

Gott ist der allmächtige, gnädige, heilige, ewige, allwissende Gott. Dieser große Gott ist dein Vater. Du gehörst Ihm. Er liebt dich. Er kümmert sich um dich, beschützt dich, führt dich, liebt dich leidenschaftlich und bleibt dir treu.

Rufe dir die Gute Nachricht von Jesus in Erinnerung

©Jürgen Burberg/Pixelio.de

Das Kreuz Jesu hat dich vor der Hölle gerettet und kann dich auch vor allen anderen Dingen retten. Du gehörst Jesus Christus, deinem Heiland und Herrn, der dich mit einem hohen Preis erkauft hat. ER wird dich nicht verlassen oder im Stich lassen. Er wird dich retten und für dich über alle Dinge regieren.

„Er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens willen.“ Die Bibel, Psalm 23,3

Gott wird dich so führen, dass es Seinem Namen Ehre macht – auf einem guten Weg!

Er bereitet einen Platz für dich im Himmel vor und wird für dich wieder zurück kommen!

Der Herr Jesus verspricht dir, selbst in furchterregenden Situationen seinen übernatürlichen Frieden:

„Was ich euch hinterlasse, ist mein Frieden. Ich gebe euch einen Frieden, wie die Welt ihn nicht geben kann. Lasst euch nicht in Verwirrung bringen, habt keine Angst.“ Die Bibel, Johannes 14,27

Mut hat derjenige, der die Angst überwindet. Mit Jesus sind wir dazu in der Lage.

„Doch gerade dann, wenn ich Angst habe will ich mich dir anvertrauen.“ Die Bibel, Psalm 56,4

Wie kann ich Jemandem helfen, der Angst hat?

  • Bete für ihn/sie.
  • Vielleicht kannst du mit ihr/ihm reden.
  • Wenn möglich, hilf ihm/ihr, die Angst in Worten auszudrücken, sie zu benennen.
    Wovor hat er/sie Angst?
  • Zeige Verständnis. Vielleicht hattest du selbst genau diese Angst schon mal.
  • Ermutige ihn/sie: „Sollen wir uns wieder einmal unterhalten?“ „Ich bete für dich!“
    „Jesus ist bei dir, auch wenn du es nicht fühlst!“
  • Überfordere ihn/sie nicht.
  • Wecke Hoffnung. Stelle seinen/ihren Glauben nicht in Frage.
  • Vermeide „schlaue Sprüche“. Z.B.: „Je tiefer jemand im Brunnen sitzt, desto klarer sieht er die Sterne leuchten.“ Das ist zwar Fakt, hilft aber dem, der im Leid sitzt, nicht heraus. Er interessiert sich wenig für leuchtende Sterne, sondern sehnt sich nach einer Hand, die ihn festhält und herausholt.
  • Gebrauche einen Tunnel als Vergleich. Ermutige sie/ihn: „Jeder Tunnel hat ein Ende, es wird wieder hell!“ Das kannst du auch mit einem persönlichen Erlebnis bestätigen. Vielleicht kannst du anbieten, bis zum Ende mitzugehen.
  • Wähle im Gebet einen Bibelvers für ihn/sie aus. Daran kannst du ihn/sie immer wieder erinnern. Zum Beispiel: Psalm 27,1; Psalm 118,5, Johannes16,33 (siehe auch weiter oben)
  • Vielleicht kannst du etwas für sie/ihn tun: Z.B. zum Eisessen einladen.
  • Entlaste ihn/sie von Schuldgefühlen. Angst lügt! Sie redet Schuld ein, wo keine ist – das muss er/sie wissen. Zum Beispiel: Wenn die Eltern sich scheiden lassen, ist nicht die Tochter oder der Sohn schuld!
  • Hilf ihr/ihm den Blick auf Jesus zu richten. Erzähle, wie Er dir in Angst geholfen hat.
    (aus KEB Ideen Plus, Ausgabe 3/2006)

Hier noch zwei Verse zum Nachdenken:

„Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, der bewahrt seine Seele vor Angst.“ (Die Bibel, Sprüche 21,23)

„In der Liebe gibt es keine Furcht, denn Gottes vollkommene Liebe vertreibt jede Angst. Wer noch Angst hat, rechnet mit Strafe. Bei dem hat die Liebe ihr Ziel noch nicht erreicht.“ (Die Bibel, 1.Johannes 4,18)

(Teile aus „Auf der Achterbahn der Gefühle“ Ken Campbell und aus einem Artikel von Wolfgang Vreemann, Weisses Kreuz)