Angst

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Angst ist ein Gefühl. Ein Gefühl, das ausnahmslos jeder Mensch hat. Der größte Coolie, der berühmteste Star, der mächtigste Mann im Land – alle kennen sie dieses Gefühl, das einem den Atem nimmt, das Herz rasen lässt und den Verstand ausschaltet.

Angst unterscheidet sich zwar von Sorgen, aber es gibt eine Grauzone zwischen diesen beiden Empfindungen. Sich sorgen ist eher eine mentale Sache, bei der man mit dem Verstand über Probleme nachdenkt. Angst dagegen ist eine Sache der Gefühle weil eine Gefahr bevorsteht.

Die Wurzel der Angst

„Dann schärfte er (Gott) ihm (dem Menschen) ein: „Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben!““ (Die Bibel, 1. Mose 2,16.17)

„Die Schlange war listiger als alle anderen Tiere, die Gott, der Herr, gemacht hatte. „Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum die Früchte essen dürft?“, fragte sie die Frau. „Natürlich dürfen wir“, antwortete die Frau, „nur von dem Baum in der Mitte des Gartens nicht. Gott hat gesagt: „Esst nicht von seinen Früchten, ja – berührt sie nicht einmal, sonst müsst ihr sterben!“ „Unsinn! Ihr werdet nicht sterben“, widersprach die Schlange, „aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist“
Die Frau schaute den Baum an. Er sah schön aus! Seine Früchte wirkten verlockend, und klug würde sie davon werden! Sie pflückte eine Frucht, biss hinein und reichte sie dem Mann, und auch er aß davon. Plötzlich gingen beiden die Augen auf, und ihnen wurde bewusst, dass sie nackt waren. Hastig flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich einen Lendenschurz.

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Am Abend als ein frischer Wind aufkam, hörten sie, wie Gott, der Herr, im Garten umherging. Ängstlich versteckten sie sich vor ihm hinter den Bäumen.

Aber Gott rief: „Adam, wo bist du?“ Adam antwortete: „Ich hörte dich im Garten und hatte Angst, weil ich nackt bin. Darum habe ich mich versteckt.“ (Die Bibel, 1. Mose 3, 1-10)

Hier sehen wir: die Angst ist in ihrer tiefen Wurzel Folge von einer Einstellung der Unabhängigkeit von Gott, einer Handlung des Ungehorsam und der daraus folgenden Trennung von Gott.

Seit dem Sündenfall lesen wir auf fast jeder Seite der Bibel von Furcht, Schrecken und Angst. Und wir brauchen nur in unser eigenes Leben und in das von Freunden, Eltern, Geschwistern zu schauen: Angst gehört zu jedem Menschen, wir geben es nur nicht immer zu.

Ein bestimmtes Maß an Angst ist notwendig, um in einer Welt nach dem Sündenfall leben zu können. Sie ist ein guter Schutzmechanismus, warnt und kann zum Lebensretter werden. Zum Beispiel die Angst eines Kindes vor der heißen Herdplatte. Der Autofahrer, der nicht eine gewisse Angst vor dem Glatteis hat und deswegen vorsichtig fährt, lebt ohne diesen Schutz gefährlich.

Aber oft ist Angst leider auch übertrieben. Wenn Angst von Fehlmeldungen beherrscht wird, wirkt sie sich belastend bis zerstörend aus.

Jesus sagt oft zu seinen Jüngern und zu den Zuhörern: „Fürchtet euch nicht!“ Er spricht von Angst als etwas, was da ist. Und als etwas, das wir mit Ihm überwinden können.

„Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Die Bibel, Johannes 16,33)

Wie gut zu wissen, dass es einmal im Himmel keine Angst mehr geben wird:

„Jede Träne wird er ihnen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war ist für immer vorbei.“  (Die Bibel, Offenbarung 21,4)

Ursache von Ängsten

Die Gründe, warum man Angst haben kann sind so vielfältig wie das Leben.

Ein Kind, das in der Phase des „Fremdelns“ ist hat Angst vor anderen Menschen, die nicht der Vater oder die Mutter bzw. engste Angehörige sind. Diese Angst gehört aber zur Entwicklung dazu und es wäre eher bedenklich, wenn das Kind nicht mit Angst auf Fremde reagiert.

Als du schon älter warst und von der Mutti in den Keller geschickt wurdest, um eine Flasche Mineral zu holen, war es dir vielleicht recht mulmig zumute, im Dunkeln den Lichtschalter zu suchen. Welche Erleichterung, wenn das Licht anging!

Angst vor der Klassenarbeit, vor dem schlechten Ergebnis, vor der Strafe des Vaters. Angst vor dem Schulwechsel. Angst vor Unfällen, Krankheiten; Angst, ausgelacht zu werden; Angst, die Eltern zu verlieren…

Du hast sicher auch schon von diesen Ängsten gehört:

Angst vor der Höhe, Angst vor Mäusen, Angst vor Spinnen, Angst vor weitem Raum (Platzangst), Angst vor der Enge (Klaustrophobie)… Die Liste ist beliebig fortzusetzen. Es gibt nichts wovor man nicht Angst haben könnte. Das ist jedoch oft keine berechtigte Angst. Das Gehirn sagt dabei dem Körper: „Es wird bald gefährlich, dein Leben ist bedroht“, obwohl das aber nicht wahr ist.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAWarum bitte steigen manche Mädchen und auch erwachsene Frauen auf einen Stuhl, wenn sie eine Maus sehen und fangen an, laut zu schreien? Wird die Maus sie jetzt gleich fressen? Oder ihre Giftzähne ausfahren?

Jedoch, wenn du einmal von einem Hund verfolgt und gebissen wurdest ist eine übertriebene Angst vor diesem Vierbeiner erklärbar und verständlich.

Hier weitere und eventuell tiefere Ursachen für Ängste:

  • Mobbing oder Außenseiterrolle in der Schule
  • Gewalt – verbal oder körperlich erlebt
  • Eltern wollen sich scheiden lassen
  • Sexueller Missbrauch
  • Wächst ohne Anerkennung auf
  • Wird viel kritisiert, abgelehnt, gehänselt
  • Wurde ungerecht bestraft
  • Todesfall in der Familie oder Freundeskreis
  • Ein Elternteil ist Alkoholiker
  • Streit, Krach, Gewalt in der Familie
  • Wird erpresst, bedroht
  • Hat einen Unfall miterlebt
  • Ernste Erkrankung (z.B. von Mutter oder Vater)
  • Schulprobleme
    (aus KEB Ideen Plus Ausgabe 3/2006)