Kraft tanken

©Thorsten-Freyer/pixelio.de

Im Internet kann man so ziemlich alles finden. Gibt man auf der Google-Seite beispielsweise die Worte „Kraft tanken“ ein, dann erscheinen – in Bruchteilen einer Sekunde – zahllose Einträge auf dem Bildschirm.

„Kraft tanken“ – durch Entspannen und Genießen, durch Erleben von Harmonie, durch die Energie eines Baumes, durch eine Auszeit im Kloster usw. Ein Wellness-Hotel wirbt mit folgenden Worten: „Es ist an der Zeit abzuschalten, zu genießen und aufzutanken. In einer Oase der Ruhe – weg vom Alltag und dem Arbeits-Termin-Stress. Erlebe genüssliche Entspannung und Erholung pur.“

„Auszeiten“ sind wichtig. Doch viele glauben, sie nicht zu brauchen. Wieder andere können sich eine „genüssliche Entspannung pur“ nicht leisten. Und es bleibt die Frage: Bringen all diese „Auftank-Angebote“ die ersehnte Entspannung und einen Stress-Abbau? Schon öfters habe ich gehört: „Eigentlich bräuchte ich jetzt Erholung vom Urlaub!“ Die „Oase der Ruhe“ wurde nicht gefunden. Die Alltagssorgen sind geblieben.

Zur Ruhe kommen in Gott

Unter „Kraft tanken“ findet man auf einigen Internet-Seiten auch noch diesen Eintrag: „Kraft tanken bei Gott“. Gott, der alles wunderbar und vollkommen erschaffen hat, nahm sich selbst eine „Auszeit“. Im zweiten Kapitel der Bibel heißt es: „Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von all seiner Arbeit aus“ (1. Mose 2,2). Gott heiligte diesen Tag. Es ist also Gottes Wille, dass auch wir Menschen ausspannen und zur Ruhe kommen. Israel, Gottes Volk, hätte dies eigentlich wissen müssen. Nach einer vierzigjährigen Wüstenwanderung konnte es im verheißenen Land Kanaan endlich „zur Ruhe“ kommen.

Leider hat Israel seinem Gott recht bald den Rücken zugekehrt und die „Ruhe-Oase“ nicht mehr aufgesucht. Die Folge: Unterdrückung durch heidnische Völker, Verzagtheit und Ruhelosigkeit. Israel klagt: „Der Herr weiß nicht, wie es mir geht und mein Recht ist ihm egal“ (Jes. 40,27). Unfassbar: Gott, der verschmähte „Ruhepol“, muss sich diese Anklage gefallen lassen! Er antwortet seinem Volk zunächst mit einer Frage: „Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört?“ (Jes. 40,28a). Was hat denn Israel durch Gottes Boten immer wieder gehört? „Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt. Sein Verstand ist unerschöpflich!“ (Jes. 40,28b). Hat er das seinem Volk nicht vielmals bewiesen? Er, der einst das Rote Meer teilte und Israel trockenen Fußes durchmarschieren ließ: Er wird nicht müde. „ER gibt den Erschöpften neue Kraft. Er gibt den Kraftlosen reichlich Stärke“ (Jes. 40,29). Das ist unvergleichlich mehr als „genüssliche Entspannung und Erholung pur“ in einem Wellness-Hotel.

Simsons Quelle

©Viola-Wehrhahn/pixelio.de

In der Bibel gibt es viele Beispiele von Menschen, die von Gott gekräftigt und gestärkt wurden. So zum Beispiel Simson. Mit einem Esels-Kinnbacken erschlug der stärkste Mensch aller Zeiten 1.000 Philister, die ihm nach dem Leben trachteten. Verständlicherweise wurde er dabei sehr durstig und drohte an Wassermangel zugrunde zu gehen. Er schrie zu Gott: „Du hast deinem Diener diesen großen Sieg geschenkt. Und jetzt soll ich vor Durst sterben?“ – „Da ließ Gott Wasser aus einer Höhle bei Lehi sprudeln. Simson trank und gewann neue Lebenskraft“ (Richter 15,18f.). Er nennt den Ort seines Kraft-Tankens „Quelle des Rufenden“. Seien es Alltagssorgen, sei es Arbeits- oder Termin- Stress: Alle, die damit zu Gott kommen und zu ihm rufen, werden „Simsons Quelle“ finden. Eine Quelle, die nie versiegt. Eine Oase der Ruhe. Doch es ist immer wieder unsere persönliche Entscheidung, ob wir sie aufsuchen, um neue Kraft zu tanken.

Peter Kämpfer wurde in Bern geboren und lebt seit 1976 in Oberösterreich, wo er in der Jungschar- und Gemeindeaufbau-Arbeit tätig ist. Er ist verheiratet und hat 3 erwachsene Kinder.

©ERF

Über ERF Medien Österreich

ERF Medien Österreich mit freundlicher Genehmigung
www.erf.at