Soll ich eine feste Beziehung mit einem Nichtchristen beginnen?

Ein Beispiel für eine gute Entscheidung:

Mit Hilfe der „Drei Seiten einer Entscheidung“ (siehe Arikel „Gute Entscheidungen treffen“) betrachten wir dieses Thema:

©S. Hofschlaeger/Pixelio.de

„Ein Mädchen aus meiner Klasse ist in mich verliebt. Sie ist nicht Christ, hat aber auch nichts gegen den christlichen Glauben. Mir ist der Glaube sehr wichtig. Was soll ich tun?“

Vielleicht ist das genau deine Situation, vielleicht bist du mit jemandem zusammen, der nicht gläubig ist oder vielleicht denkst du gerade über die Frage nach: Sollte ein Christ einen Nichtchristen heiraten?

Egal ob du erst 12 Jahre oder ob du 17 Jahre alt bist, ob du befreundet bist oder nicht: Dieses Thema betrifft dich, denn diese Entscheidung muss man treffen, BEVOR man sich fest befreundet. Wenn man erst verliebt ist und die Gefühle mit einem durchgehen, ist es zu spät.

Zu diesem Thema ist deine eigene Entscheidung notwendig, weil in der Bibel kein 11. Gebot existiert, das lautet: „Du sollst dich nicht mit einem Nichtchristen befreunden.“

[Vielleicht zuerst einmal hier eine Definition eines Christen, wie das aus der Bibel erkennbar ist: Ein Christ ist jemand, der an Jesus glaubt und weiß, dass Jesus Ihm alle Sünden vergeben hat. Ein Christ lebt in einer persönlichen Beziehung zu Christus.]

 

Ich möchte zu dieser Frage auch schon auf eine feste Partnerschaft eingehen. Natürlich kann man auch befreundet sein, ohne schon ans Heiraten zu denken. Aber wenn einem die Freundschaft wirklich ernst ist, dann läuft es doch schließlich darauf hinaus.

Viele junge Leute handhaben das anders, aber ich denke, dass es eine zu kostbare Sache ist, um möglichst viel „auszuprobieren“.

Jetzt aber zum Thema:

Erste Seite: Gebote (Gottes Wort)

©Billy Alexander/Stock.xchng

Was denkst du?

  • Ist die Bibel über dieses Thema klar?
  • Macht sie in diesem Fall keine klare Aussage?
  • Macht sie gar keine Aussage darüber?

Schauen wir uns dazu einige Bibelstellen an:

Gott gibt dem Volk Israel folgende Anweisung für ihr Leben im verheißenen Land:

„Heiratet nicht in ihre [fremden Völker] Familien ein: Verheiratet eure Töchter nicht mit ihren Söhnen oder eure Söhne nicht mit ihren Töchtern. Denn sie würden eure Kinder dazu bringen, sich von ihm abzuwenden und andere Götter zu verehren.“ (5. Mose 7,3-7)

„Als Salomo alt geworden war, hatten seine Frauen ihn so weit gebracht, dass er ihre Götter anbetete. Er vertraute nicht länger allein auf den Herrn, seinen Gott, wie sein Vater, König David, es getan hatte. Salomo betete Astarte, die Göttin der Sidonier, an und Milkom, den abscheulichen Gott der Ammoniter. Und so tat Salomo etwas, was dem Herrn missfiel; er hielt sich nicht mehr ausschließlich an den Herrn, wie sein Vater David es getan hatte.“ (1. Könige 11,4-6)

Wer heiratet oder sich befreundet, setzt sich auch den Einflüssen aus, unter denen der Partner steht. Das sind heutzutage keine goldenen Statuen, trotzdem hat jeder Mensch etwas, was er „anbetet“.

Macht nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen. Wie kann die Gerechtigkeit sich mit der Gesetzlosigkeit zusammentun? Wie kann das Licht mit der Finsternis zusammenleben? Welche Übereinstimmung kann es zwischen Christus und dem Teufel geben? Wie kann ein Gläubiger der Partner eines Ungläubigen sein? Und welche Gemeinschaft kann zwischen dem Tempel Gottes und Götzenbildern bestehen? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will mitten unter ihnen sein und mitten unter ihnen leben. Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein…“ (2. Korinther 6, 14-18)

Im ersten Satz heißt es eigentlich vom Urtext her etwa so: „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen“.

Hier verwendet Paulus ein damals bekanntes Bild aus der Landwirtschaft. Vor allem in Entwicklungsländern wird das Joch heute noch verwendet. Zwei Ochsen oder zwei Rinder werden zusammengespannt, um einen Pflug zu ziehen. Sie haben ein Querholz im Genick, daran sind sie gebunden und gleichzeitig auch der Pflug.

Das Ganze funktioniert nur, wenn die Tiere etwa gleich stark, gleich groß und in gleicher Weise erzogen sind. Wenn die Tiere zu unterschiedlich sind, dann gibt es Schäden am Material, Verletzungen, Verwirrungen und schließlich kann die Arbeit nicht getan werden.

„Ungleich zusammengejocht“ zu sein bedeutet also: in einer ungleichen Verbindung zu stehen. Die Gemeinschaft in einer Ehe ist die engste „Jochgemeinschaft“, die es unter Menschen überhaupt geben kann. In Epheser 5 erfahren wir sogar, dass die Ehe ein Bild ist für die Beziehung zwischen Christus und denen, die ihn kennen.

Paulus will mit diesem Beispiel den Unterschied zwischen einem gläubigen Menschen und einem ungläubigen Menschen klar machen.  Christ und Nichtchrist sind so unterschiedlich wie: Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit; wie Licht und Finsternis.

Was Paulus hier so drastisch sagen möchte: Wenn etwas so dermaßen unterschiedlich ist, dann kann das nicht zusammengehören und auch nicht gut gehen.

Als Christ möchte ich aber eine Ehe führen, wie Jesus sie sich wünscht. Das geht nur, wenn das auch mein Partner möchte.

©Tulay Palaz/Stock.xchng

Was ist denn eigentlich so unterschiedlich?

Wer Jesus sein Leben anvertraut hat, der ist von neuem geboren (Die Bibel: Johannes 3,7; 2. Korinther 5,17). Jetzt ist der Mensch erst wirklich lebendig. Das Leben von Gott ist wieder hineingekommen und es ist hell geworden (Johannes 8,12).

Wer Jesus noch nicht kennt, der hat das Leben nicht, bei ihm ist es noch finster. (Epheser 5,8)

Wer mit Jesus lebt, der hat den Geist Gottes. Wer nicht mit Ihm lebt, hat den Geist der Welt (Johannes 14,17).

Wer mit Jesus lebt, der hat Anteil an der ganzen Fülle Gottes. (Kolosser 2,9+10)

Zweite Seite: Weisheit in der Situation

Als Christ möchte ich mit meinem Ehepartner:

  • Gemeinsam beten können, gemeinsam in der Bibel lesen, gemeinsam in eine Gemeinde gehen und dort mitarbeiten, gemeinsam einen Hauskreis haben, wo wir Freunde und Nachbarn zum Bibellesen einladen können.
  • Ich möchte, dass wir gemeinsam im Vertrauen auf Gott leben, was immer auch geschieht. Ich möchte, dass wir uns gegenseitig im Glauben ermutigen. Ich möchte meine Kinder so erziehen, wie es Gott gefällt.
  • Ich möchte, dass mein Mann ein echter Mann Gottes ist.

Das „Missionarische Date“

Noch nie davon gehört? Der Hintergedanke ist folgender: „Vielleicht bekehrt er sich ja durch unsere Freundschaft.“

Das ist eine gefährliche Angelegenheit. Schon mancher Mann hat sich bekehrt, weil er die Frau wollte. Dann wurde geheiratet und bald war klar, dass es gar keine echte Bekehrung war.

©Hermann Brinkman/Stock.xchng

Die Entscheidung für einen Ehepartner ist die zweitwichtigste Entscheidung in deinem Leben.

Die wichtigste ist die Entscheidung für Jesus. Hast du die schon getroffen? Wenn nicht, dann schau unbedingt hier rein: www.die4punkte.com

Melody Green, die Witwe von Keith Green, erhält täglich Briefe von Frauen, die Gott mit ganzer Hingabe dienen wollen, aber es nicht können, weil ihr Ehemann nicht Gott sondern die Welt liebt.

Eine Ehe zwischen Christ und Nichtchrist führt oft zu Frustration und Kompromissen auf Kosten eines Lebens für Gott. Die Gefahr von Gott weggezogen zu werden ist sehr hoch.

Was ist, wenn du gerne am Samstag in den Jugendkreis oder am Sonntag in den Gottesdienst möchtest, deine Freundin aber nicht? Dann bleibst du wahrscheinlich auch Zuhause und Gott hat mit der Zeit immer weniger Raum in deinem Leben.

Was ist, wenn dein ungläubiger Ehepartner Entscheidungen trifft, die gegen Gottes Wort sind?

Was ist, wenn du deinen Kindern von Gott erzählst und dein Ehepartner sagt ihnen, dass es gar keinen Gott gibt?

Was ist, wenn du deine Kinder im Glauben erziehen möchtest und dein Partner das nicht mitmacht?

Deine Partnerwahl betrifft auch deine Kinder, deine ganze Familie.

Die Entscheidung, ob du einen gläubigen Freund bzw. eine gläubige Freundin haben möchtest, oder nicht, musst du vorher treffen. Wenn du dich erst Mal auf etwas eingelassen hast, kann es sein, dass du irgendwann nicht mehr zurück kannst.

Dritte Seite: Herz

©Ilke3/Stock.xchng

Wenn du Jesus in deinem Herzen hast, sprich mit Ihm darüber und gib Ihm deine Bereitschaft, Seinen Willen zu tun.

Deine Entscheidung kann dir aber niemand abnehmen. Du musst sie selbst treffen.

Denke darüber nach, bete und sprich zum Beispiel mit einem erfahrenen Christen.