Einsamkeit – dein Lebensthema?

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Das Thema Einsamkeit ist mein Lebensthema gewesen. Ich kann mich erinnern, als Kind habe ich mich oft sehr einsam gefühlt – unverstanden, ungeliebt. Ich habe mich in meine eigene Gedanken-Welt zurückgezogen, war viel alleine, habe mich mit Lesen, Musik, Puzzle bauen, Computer beschäftigt. Vielleicht blieb mir nichts anderes übrig – ich weiß es nicht.

©Michael Andre May

Ich hatte nie richtige Freunde, wie man sich das vorstellt: Man übernachtet beim Anderen, tauscht CDs aus, zieht mal den Pulli vom Andern an, macht die Hausübung gemeinsam, lacht und weint zusammen. Danach habe ich mich sehr gesehnt. Ich war immer eher ein Außenseiter oder habe mich zumindest so gefühlt.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der ich mich extrem einsam gefühlt habe. Ich saß auf meinem Bett und war verzweifelt: „Kein Mensch auf der Welt versteht mich!“

In meiner Not habe ich zu Gott geschrien – eine der wenigen konkreten Erinnerungen an meine Kindheit.

Mit 14 Jahren habe ich auf einer Konfirmandenfreizeit mit Mitarbeitern gebetet, dass Jesus mir meine Schuld vergibt und dass Er der Herr in meinem Leben sein soll. Danach bin ich regelmäßig in eine christliche Jugendgruppe gegangen, in der ich das erste Mal erlebte, dass ich dazu gehören darf und angenommen werde wie ich bin, ich Freunde habe.

Als ich dann schon älter war, so mit 20 Jahren, hatte ich zum ersten Mal eine beste Freundin. Wir haben viel zusammen unternommen und uns sehr gemocht. Das war eine sehr schöne und wichtige Zeit für mich. Und eine der größten Gebetserhörungen in meinem Leben. Dann bin ich wieder weg gezogen. Und eine Welt ist für mich zusammengebrochen. Ich wollte wieder so eine Freundschaft, hatte aber nicht verstanden, dass das seine Zeit dauert, dass das nie gleich ist und vor allem nie wieder genau so. So ging es mir über Jahre hinweg sehr schlecht, weil ich mich immer so sehr danach sehnte und deshalb nicht für Andere offen war.

Bis ich durch „Zufälle“ eine Bibelschule besuchen konnte und mir dort vieles über mein Leben klar wurde. Ich habe erkannt, dass ich nie wirklich auf meine Gefühle gehört habe. Und ich habe verstanden, dass Gefühle etwas Schönes und Wichtiges sind, dass sie zu mir gehören. Ich darf sie haben und zulassen und ich muss lernen, damit gut umzugehen. Gott hat mir außerdem einiges klar gemacht, für das ich Vergebung brauchte und für das ich Anderen vergeben musste. Das war hart und schön zugleich. Das Wichtigste: ich habe verstanden, dass die tiefe Sehnsucht in meinem Herzen nur Einer stillen kann: Gott.

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Ich habe Gottes Liebe ganz neu erfahren und weiß jetzt, dass Er mich nie verlassen hat und es auch nie tun wird. Er war immer da, gerade auch dann, als ich so einsam war als Kind und auch als es mir nicht gut ging.

Gott hat mich aus meiner Welt heraus geholt. Er hat damals mein Schreien gehört und mich Schritt für Schritt zu einem echten Leben befreit. Ich darf sein Kind sein und zu seiner Familie gehören und ich lerne echte Freundschaften zu leben. Ich bin so froh, dass Gott mich gefunden hat. Ich wüsste nicht, wo ich ohne Ihn wäre!

Gott sucht auch dich. Lässt du dich von ihm finden?

 

Es gibt nur EINEN,
der in der Tiefe Deine Sehnsucht stillt.

Es gibt nur EINEN,
der überall mit Dir hin geht.

©Gabriella Fabbri/Stock.xchng

Es gibt nur EINEN,
der Dich liebt, wie du es braucht.

Es gibt nur EINEN,
der dich wirklich kennt und deine Not beim Namen nennt.

Es gibt nur EINEN,
solltest du es auch manchmal nicht meinen –
Es gibt nur EINEN.


Carmen Reichart

 

Bibelstellen:

1. Mose 2,18: Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.

1. Samuel 16,7: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist. Der Herr aber sieht das Herz an.

1. Könige 8,39: …und gib jedem nach all seinen Wegen, da du sein Herz kennst – denn du, du allein kennst das Herz aller Menschenkinder…