Wenn das Leben unerträglich wird…

Was sind die Ursachen des Suizides?

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Ein Mensch, der seinem Leben ein Ende setzt, gibt auf diesem Weg Ausdruck eines verborgenen, tiefen Unbehagens, das sich über längere Zeit hinzog. Eine schlechte Note oder ein Streit sind selten der wirkliche Grund der Tat, eher sind sie die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen.

Die wirklichen Gründe für den Suizid liegen häufig in gestörten Familienverhältnissen und im Missbrauch, dem Jugendliche ausgesetzt sein können. Suizid ist eine Möglichkeit, dem Gewicht einer zu schwer gewordenen moralischen oder emotionalen Last zu entkommen.

Wie sehen die Alarmsignale aus?

Selten begeht ein Mensch Suizid, ohne vorher mehr oder weniger deutlich um Hilfe gerufen zu haben. Hier einige Alarmsignale, die dir helfen sollen, die Absichten von Menschen mit solchem Verhalten besser zu erkennen.

  • Wenn du Sätze zu hören bekommst wie «Ich will sterben!», «Ich will nicht länger leben!», «Lange braucht ihr mich nicht mehr zu ertragen!»
  • Wenn ein Mensch plötzlich viele Gedichte über den Tod schreibt.
  • Wenn eine Änderung im Verhalten auffällt:
    Unterlassen von Aktivitäten, die normalerweise Spass machten, Appetitverlust, Schlafstörungen, Unruhe oder Niedergeschlagenheit.
  • Wenn ein Mensch sich abkapselt und sich immer weniger seinen Angehörigen anvertraut.
  • Wenn die Gefühle eines Menschen aufgewühlt sind; wenn ein Jugendlicher entmutigt ist, wenn er sich wertlos fühlt, wenn er traurig oder zornig ist, so ist er eher in Gefahr, über Suizid nachzudenken, um sich seiner Probleme zu entledigen.
  • Wenn ein Mensch direkt ankündigt, er werde Suizid begehen, und bereits Vorbereitungen trifft, sollte man seine Behauptungen ernst nehmen und es nicht für eine Laune halten.

Wie verhält man sich gegenüber einer Suizid gefährdeten Person?

©Sanja Gjenero/Stock.xchng

Vielleicht sind dir einige dieser Alarmsignale bei jemandem aus deinem Umfeld aufgefallen. Es ist nicht leicht, die richtigen Worte zu finden und sich hilfreich zu verhalten. Trotzdem hier einige Ansätze, die von Organisationen für Suizidprävention empfohlen werden:

  • Zögere nicht, das Thema Suizid gegenüber der betroffenen Person offen anzusprechen.
  • Anstatt zu verurteilen, versuche besser einen Dialog herzustellen, in dem du dein Interesse und deine Anteilnahme zeigst.
  • Versuche, die Person dazu zu bringen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Verharmlose nie Ankündigungen oder Andeutungen in Richtung Suizid. Es sind immer ernst zu nehmende Indizien.
  • Vermeide es, Patentrezepte anzubieten oder Sätze wie: «Morgen sieht alles schon ganz anders aus!», «Du hast keinen Grund, dich zu beschweren!», «Denk an alle, die wirklich leiden auf dieser Welt!».
  • Und vor allem, übernimm’ die Betreuungsverantwortung nicht alleine.

Wenn du über Suizid nachdenkst…

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Das Leben erscheint dir vielleicht schwierig und du denkst, dass der Tod dir ein wenig Aufschub geben würde. Ich kenne dich nicht und schlage mich nicht mit denselben Schwierigkeiten herum wie du. Ich weiss aber, dass wir, wenn wir deprimiert sind, die Dinge nur in ihrem momentanen Kontext sehen. Denk daran, dass dir in einer Woche oder einem Monat die Situation vielleicht anders erscheinen wird. Ich weiss, dass es Menschen gibt, die dir dabei helfen möchten, Lösungen zu suchen, um dein Leid zu mindern. Noch besser kenne ich denjenigen, der deinem Leben einen Sinn geben kann und will: Gott, der dich geschaffen hat. Wenn du diese Erde vorzeitig verlassen würdest, bliebe ein Leben für immer unerfüllt. Vergiss nicht, dass der Tod eine nicht wieder rückgängig zu machende Antwort auf ein häufig vorübergehendes Problem ist.

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Wenn du deine Probleme jemandem anvertrauen möchtest, kannst du das tun, indem du eine Nachricht übers Kontaktformular hinterlässt.

 

Laetitia Steiner
Sie hofft, dass du immer Hilfe findest, wenn dir das Leben zu beschwerlich wird.

Aus Friends for ever, Ausgabe 02/2006, Mit freundlicher Genehmigung

 

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