Individuelle Grenzen

Einzigartige Grenzen

Bist du schon einmal mit deinen Grenzen konfrontiert worden? Bestimmt kannst du diese Frage bejahen, denn sogar wenn du es ehrlich verneinst, wirst du immer wieder mit deinen Grenzen konfrontiert. Es gibt Grenzen ganz verschiedener Art: körperliche Grenzen, intellektuelle Grenzen, emotionale Grenzen, psychische Grenzen, etc. Jeder hat seine eigenen Grenzen. Hey ja, du bist kein Superman, keine Superfrau. Du bist ein Mensch und darüber hinaus ein einzigartiger Mensch. Einzigartig machen dich dein Charakter, deine Empfindsamkeit, deine Werte und auch deine Grenzen.

Körperliche Grenzen

©Sanja Gjenero/Stock.xchng

Durch ihren Willen und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten sind Athleten ständig auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht zwischen Vergnügen und Anstrengung. Sie versuchen damit, die Grenzen des Möglichen immer weiter auszudehnen. Was schränkt ihre Leistungen ein? Ihr Herz? Ihre Muskeln? Ihr Gehirn? Eine große Anzahl Handlungen gehen durch unser Gehirn, das einen Teil unserer Grenzen verwaltet. Körperliche Anstrengung wirkt sich bis zu einem bestimmten Punkt positiv auf unseren Körper und unser Gehirn aus. Diesen Punkt erfahren wir eben gerade durch unsere Grenzen.

Emotionale Grenzen

Es gibt Leute, die zugeben, Ähnlichkeiten mit einem Schwamm aufzuweisen, weil sie ihre Gefühle nicht für sich behalten können. Sie saugen alle äußeren Einflüsse auf und geben sie dann getränkt von ihren Gefühlen (Zorn, Traurigkeit, Freude, Angst, etc.) wieder. Andere wiederum besitzen die Fähigkeit, das, was sie bewegt, von äußeren Einflüssen auszusortieren, um nicht alle ihre Empfindungen preisgeben zu müssen. Noch andere sind völlig verschlossen oder wollen sich auf gar keinen Fall anmerken lassen, was sie berührt. Wir sind alle verschieden. Es gehen uns nicht die gleichen Dinge nahe. Action-Filme bringen uns nicht alle in Fahrt, Hochzeiten bringen uns nicht alle zum Weinen, verlorene Fußballspiele unserer Lieblingsmannschaft bringen uns nicht alle zur Weißglut. Wir haben alle ein anderes Gefühlsleben und dies zum guten Glück!

Intellektuelle Grenzen

Es gibt kluge Köpfchen und weniger kluge Köpfchen, aber auch Mathematikbegabte, die mit Sprachen absolut nichts am Hut haben und umgekehrt. Kurz und gut, wir sind wirklich alle einzigartig. Ist es dir aber auch bewusst, dass Intelligenz nicht nur bedeutet, gut oder weniger gut in der Schule zu sein? Intelligenz umfasst auch den Sinn für praktische Dinge und Lebenskunst. Sie beschränkt sich nicht nur auf unseren IQ (Intelligenzquotient), auch wenn wir gerade das ganz schön oft glauben. Der IQ zeigt nur ein verschwommenes Bild unserer Intelligenz. Es wird von Geistesschwäche gesprochen, wenn der IQ kleiner als oder gleich 85 ist. Aber was bedeutet das denn eigentlich? Dass die bestimmte Person unterhalb der Norm ist? Doch was ist die Norm? Wir haben alle unsere Gaben und unsere Unfähigkeiten!

Psychische Grenzen

©Svilen Mushkatov/Stock.xchng

Außerdem besitzen wir auch eine uns eigene Psyche. Es reicht aus, unseren Reaktionen Aufmerksamkeit zu schenken, um verstehen zu können, wie unsere Grenzen verlaufen und wie unsere psychische Haut aufgebaut ist. Es gibt beispielsweise Leute, die sehr schnell gestresst sind und denen Ereignisse rasch über den Kopf wachsen, während sich andere in der gleichen Situation ganz ruhig verhalten. Meist ist Stress sozial bedingt. Er wirkt sich auf individueller Ebene je nach Geschichte jedes Einzelnen und seiner Widerstandsfähigkeit aus, bis er auch unsere körperlichen Kräfte angreift.

Krankheit als Grenze der körperlichen Resistenz

Es kommt vor, dass Krankheit ein inneres Unwohlsein zum Ausdruck bringt. Wenn wir nicht auf unsere psychischen Grenzen achten, ist es unser Körper, der uns stoppen muss, um uns verständlich zu machen, dass wir ein Bedürfnis nach Erholung haben.

Seine Grenzen respektieren

©Steve Woods/Stock.xchng

Es ist wichtig, sich seiner eigenen Grenzen bewusst zu sein und sie zu akzeptieren. Unsere Grenzen sind mit einem Stoppschild vergleichbar, das uns warnt und über unsere körperliche und geistige Gesundheit wacht. Wir können dieses Warnsignal wahrnehmen oder auch nicht, es kann uns ernsthaft als Warnung dienen oder auch nicht. Dies hängt allein von uns ab. Sind wir bereit, unsere Grenzen in dem Wissen zu akzeptieren, dass sie nur zu unserem Besten dienen? Es ist wichtig, in unserem Leben unsere Grenzen zu respektieren.

Und Gott in all dem?

Ich glaube ganz einfach, dass Gott uns wunderbar geschaffen hat, mit all unseren Fähigkeiten und Unfähigkeiten. Er hat uns mit unseren Grenzen geschaffen und sendet Warnsignale zum Schutz unserer Gesundheit. Wir brauchen uns nicht selbst zu übertreffen, müssen unsere Grenzen nicht überschreiten. Er liebt uns so, wie wir sind, jeder mit seinen Eigenheiten.

«Du bist in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich, und ich habe dich lieb.» Jesaja 43,4.

 

Joanne Streit
der es manchmal schwer fällt, die Stoppschilder in ihrem Leben wahr- oder eher ernst zu nehmen.

Aus Friends for ever„, Ausgabe 03/2007, Mit freundlicher Genehmigung