Wie lebe ich mit meinen Eltern ohne durchzudrehen?

Tanja/pixelio.de

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Ein Umfrage vorweg

  • Meine Eltern sind die kompliziertesten aller Eltern. Wenn ich mal Mutter/Vater bin, erlaube ich meinem Kind alles?
  • Haben Eltern das Recht Fehler zu machen?
  • Hattest du schon mal Hausarrest?
  • Sind dicke Väter bessere Väter?
  • Meine Eltern wollen immer alles genau wissen, weil sie mir misstrauen.
  • Sollen Eltern das letzte Wort haben?
  • Meine Eltern sind unfähig, mir zu zeigen, dass sie mich mögen.
  • Aber ich weiß, dass sie mich mögen.
  • Ich will nie Kinder.
  • Ich will nie Kinder, die so sind wie ich.
  • Ich will nur Kinder, die so sind wie ich.

Wie lebe ich mit meinen Eltern ohne durchzudrehen?

©Simeon Eichmann/Stock.xchng

Ich hatte mit meiner Mutter viele Konflikte, mit Türen knallen, Schreien und Schimpfen…allem was halt so dazugehört. Ich habe mich von ihr überhaupt nicht angenommen gefühlt.

Dir wird es wohl manchmal ähnlich gehen und du fragst dich sicher auch manchmal: „Wie lebe ich mit meinen Eltern ohne durchzudrehen?“

Es wäre doch schön, wenn du mit den Eltern gut auskommen könntest, immerhin verbringst du ca. ¼ deines Lebens in einem gemeinsamen Haushalt mit ihnen. Ich rede nicht von der am meisten harmonischen Beziehung, die du je erlebt hast –das wäre Illusion. Doch gut auskommen wäre doch schon ein Hammer, oder?

Hier habe ich drei Tipps für dich, wie dein Leben mit deinen schwierigen Eltern besser werden kann:

1. Gesteh deinen Eltern das Recht zu, Fehler zu machen

Eltern haben keine Gelegenheit das Elternsein vorher zu üben. Jungen Eltern bleibt nichts anderes übrig, als an ihren eigenen Kindern zu üben. Wenn du ältere Geschwister hast, könnte man meinen, die Eltern wären dann vielleicht perfekt. Aber dem ist nicht so. Geschwister sind einfach zu verschieden. Also meine Schwester und ich sind wie Tag und Nacht. Jedes Kind braucht eine Spezialbehandlung.

Eltern machen viel falsch: sie sind zu streng, zu beschäftigt, zu wenig da, zu viel da, zu launisch, zu …

Eltern verstehen oft nicht, was du wirklich brauchst.

Jeder macht Fehler, du machst Fehler, deine Eltern machen Fehler. Akzeptier einfach, dass du keine perfekten Eltern hast und dann vergib ihnen ihre Fehler – auch, wenn sie es nicht verdienen. Trag ihnen ihre Fehler nicht nach. Gute Beziehungen funktionieren nur, wenn man einander vergibt.

Wenn du nicht vergibst, belastet das vor allem dich selber.

Ich sage es aus eigener Erfahrung: es ist so erleichternd, zu vergeben, wie wenn dir eine Riesenlast von den Schultern genommen wird.

2. Kaum zu glauben, aber wahr: deine Eltern lieben dich

©B S K/Stock.xchng

Es ist nicht so, dass deine Eltern jeden Morgen mit dem Gedanken erwachen: „Wie kann ich meine Kinder heute am besten quälen?“ Die Motivation für ihr oft unverständliches Handeln ist genau das Gegenteil. Sie lieben dich und wollen, dass du glücklich bist.

Deswegen setzen sie dir auch Grenzen. Eltern setzen Grenzen aus Liebe. Als Kind haben sie dir Grenzen gesetzt: „Nein, greif nicht auf das heiße Bügeleisen, geh nicht bei Rot über die Straße, trink nicht die Putzmittelflasche leer.“ Deine Eltern haben so schon oft dein Leben gerettet. Eltern retten routinemäßig das Leben ihres Kindes. Das tun sie auch heute noch. Heute geht es nicht mehr um äußerliche Verletzungen, sondern um Verletzungen, die du deiner Seele zufügst.

Deine Eltern haben schon oft dein Leben gerettet; vielleicht auch das nächste Mal, wenn sie „Nein“ sagen.

Im Rückblick hätte ich gerne ein paar „Nein“ mehr gehört –auch wenn ich damals garantiert rebelliert hätte. Es hätte meine Seele vor einigen Verletzungen bewahrt.

3. Lerne ihnen zu zeigen, dass du sie gern hast

Die ersten 2 Punkte waren ja noch leicht:

  • deine Eltern sind ein bisschen verrückt, aber du kannst ihnen vergeben.
  • sie haben eine seltsame Art es zu zeigen, aber sie lieben dich.

Aber so eigenartig Eltern auch sind, du magst sie ja doch. Wenn du deinen Eltern das zeigst, wird das Zusammenleben auch für dich leichter.

Bei einem Seminar für Jugendliche hat ein Redner seine Hörer aufgefordert, in der Pause ihre Eltern anzurufen und ihnen zu sagen, dass sie sie gern haben. Mit Ausnahme von ein paar wenigen misstrauischen Eltern, war das Echo überwältigend. Für viele der Familien war das der Beginn einer völlig neuen Beziehung.

Das waren die drei Tipps für ein besseres Miteinander. Doch selbst, wenn ihr euch jetzt danach richtet, wird die Beziehung zwar besser, aber sie wird trotzdem schwierig bleiben.

Dann ist es gut, eine Beziehung zu haben, die frei von sämtlichen Schwierigkeiten ist.

Eine Freundschaft mit Jesus ist nie so schwierig wie eine Freundschaft mit Menschen.

Zu 1. (Gesteh deinen Eltern das Recht zu, Fehler zu machen)

Jesus musst du keine Fehler vergeben, aber er vergibt dir alles, auch wenn du es nicht verdienst. Er enttäuscht und verletzt dich nie, und er weiß, was du wirklich brauchst.

Dort wo die Eltern versagt haben und einen Mangel an Liebe hinterlassen haben, füllt er diese Liebe auf.

Ich habe mich von meiner Mutter nicht geliebt gefühlt. Aber ich habe erlebt, wie Jesus diese Liebe auffüllt.

Zu 2. (Kaum zu glauben, aber wahr: deine Eltern lieben dich)

Jesus zeigt seine Liebe ganz klar: Er hat alle Schuld, die dich von Gott trennt, auf sich genommen, und hat die Strafe dafür am Kreuz bezahlt. Das hat er aus Liebe getan, weil er es nicht ertragen konnte, die Ewigkeit ohne dich zu verbringen.

Zu 3. (Lerne ihnen zu zeigen, dass du sie gern hast)

Es ist deine Entscheidung auf diese Liebe zu antworten. Erst dann kann eine Beziehung daraus werden.

Wenn du jemand magst, und diese Person reagiert nicht, ist das noch keine Freundschaft. Du kannst dieser Person nur bedingt zeigen, dass du sie gern hast, wenn sie nicht offen dafür ist.

Doch wenn dann doch mal eine Freundschaft entsteht, kannst du sie überschütten mit Liebesbeweisen. Dann erst wird sie begreifen, wie gern du sie hast.

So ist eine Freundschaft zu Jesus. Wenn du diese Freundschaft beginnst, wirst du immer mehr begreifen, wie gern er dich hat.

Ich habe als Jugendliche auf diese Liebe reagiert und Jesus gesagt, dass ich mit ihm leben will. Seit dem begreife ich mehr und mehr, wie unendlich lieb er mich hat.

Und diese Freundschaft hat mir schon oft die nötige Kraft und Liebe gegeben, für einen guten Umgang mit meinen Eltern.

Ideen aus „Barfuss im Dschungel“ von Ken Davis

„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ (2. Mose 20,12)

„Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.“ (Sprüche 23,22)

Buchtipp:

  • David Lawrence, www.stress-mit-Eltern.daheim, Brunnen Verlag, 2006
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