Worte

WORTE – so viele nutzen wir am Tag.

Wir diskutieren und manipulieren.

Wir reklamieren und kritisieren.

Wir diskriminieren und imponieren.

Wir witzeln und schwätzen.

Wir lästern und verletzen.

 

Worte – oft so leer, so nichts sagend.

So oft stehe ich da und suche nach Worten,

suche krampfhaft nach Themen um etwas zu reden.

Denn oft ist die Stille so laut, so lähmend.

Und so wird dann wieder über`s Wetter geredet,

ein Witz gerissen,

über den komischen Kleidungsstil der Nachbarin hergezogen,

Tatsachen über den Freund des Freundes, des Freundes verbogen,

oder unwichtige Dinge hervorgehoben.

Worte – oft so leer und so nichts sagend.

 

Mit Worten versuche ich anderen zu schmeicheln

und ihnen Honig um den Mund zu schmieren

oder ich nehme kein Blatt vor den Mund

während ich dem anderen meine Meinung geige.

Ein andermal bin ich für die richtigen Worte zu feige.

 

Hauptsache – ich stehe gut da.

Hauptsache – die anderen machen sich kein falsches Bild von mir.

Hauptsache – die anderen sehen wie drauf ich es hab.

 

Aber – haben die anderen wirklich ein richtiges Bild von dir,

zeigst du dich wirklich wie du bist?

Ein weiser Mensch sagte einmal, dass es sehr schwer ist

einen Menschen anzunehmen wie er ist,

wenn er sich nicht gibt wie er ist.

 

Warum zeigen wir nicht unser wahres Ich?

Ja – vielleicht macht es mich mehr verletzlich

aber ehrlich zu sein

ist das wirklich gefährlich – ich mein,

können wir denn etwas verliern?

 

Ja – verlieren kann man sein Gesicht, sein Ansehen, seine Ehre,

seinen guten Ruf, – sogar Menschen.

Aber – haben wir nicht Mut mutig aufzustehn,

der Wahrheit ins Gesicht zu sehn

und voranzugehn?

Lüge – ist ein großes Wort

niemand will der Lüge beschuldigt werden.

Aber mal ehrlich – lügen wir nicht oft?

 

Wir übertreiben

und wenn es an der Zeit ist die Wahrheit zu sagen können wir gut schweigen

und wenn wir leiden

ist die Frage Geht es dir gut?“

„ doch schnell mit einem kurzen Ja verscheucht.

 

Lieber – fressen wir unsere Sorgen in uns rein

lassen keinen an uns ran

lassen keinen unsere Ängste

unsre Zweifel, unsre Kämpfe sehn.

 

Doch würden wir mal wirklich offen miteinander reden

würden wir merken, dass Du und Ich

dass wir zwei

doch beide ein Päckchen zu tragen haben.

Dass der, der so aussah als hätte er sein

Glücklich bis zum Ende seiner Tage“ gefunden,

„ auch ein Mensch mit Sorgen und Ängsten ist,

denn ein Glücklich bis zum Ende seiner Tage“

„ wird hier in dieser Welt doch niemand erleben!

 

Jeder – wurde schon verletzt

jeder wurde schon versetzt

jeder hat mal Zweifel, hat mal Sorgen

jeder hat mal Angst vor morgen

jeder war schon einsam und allein

und es gibt echt kein‘

dem nicht ein nettes Wort gut tut

der sich nicht mal wünscht

etwas Mut zugesprochen zu bekommen

 

ALSO – wollen wir nicht MEHR Worte reden

die Mut und Hoffnung geben

und WENIGER Worte die verletzen, die zerstören, die letztendlich

zu nichts führen,

weil sie seicht und nichtssagend sind?

Wollen wir mehr über unsere Herzen

reden, mehr über Angst und Schmerzen

mehr über Gott und die verlorene Welt

und dann – WENIGER reden und MEHR tun

denn durch Reden ist oft auch nichts getan

wenn das Reden nicht zur Tat werden kann.

 

Lasst uns mit Worten ermahnen, ermutigen und trösten

und das alles in Liebe denn ohne Liebe

hat sowieso nichts einen Wert

ohne Liebe lasst uns lieber schweigen

Die Bibel sagt – ohne Liebe lass es lieber bleiben.

 

Wenn du und ich anfangen offen zu reden

wenn du und ich unsere Masken ablegen

dann können du und ich etwas bewegen.

 

Ich bete darum, dass du und ich

die richtigen Worte, zur richtigen Zeit haben

dass wir zur richtigen Zeit etwas sagen

und zur richtigen Zeit schweigen

dass du mir ehrlich sagen kannst, wie es dir geht

und ich dir ehrlich sage was mich bewegt

 

und dass so unsere Worte Gott ehren,

dass – wenn wir sagen wir wollen

ihm unser Leben geben

ihm damit auch unser Reden geben

denn einmal wird er über jedes Wort

das wir geredet haben

von seinem Richterstuhl ein Urteil sagen.

 

So lasst uns nicht damit warten,

sondern heute noch starten,

auf unsere Worte zu achten

und Ihm damit Ehre zu machen.

 

 

Autor:

Diesen Poetry Slam hat Ina Hermann verfasst

mit freundlicher Genehmigung