Wenn andere Christen anders glauben

Der Umgang mit andersgläubigen Christen

Einige singen neue Lieder – andere eher alte. Manche sitzen in Reihen – andere im Kreis. Manche heben die Hände zum Gebet – andere falten sie. Einzelne taufen nur Erwachsene – andere… Aber halt! Das geht doch jetzt zu weit, oder?

Trotz dem gemeinsamen Bekenntnis zum christlichen Glauben, unterscheiden sich die einzelnen Gruppen zum Teil sehr stark voneinander. Dabei geht es nicht nur um die Art und Weise des Gebets oder den Stil der Lieder. Teilweise gibt es auch grundlegend unterschiedliche Ansichten über theologische Themen. Wie gehe ich damit um, wenn andere Christen anders glauben?

c Erwin-Semmel/pixelio.de

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An Jesus scheiden sich die Geister

Wir Menschen neigen dazu, Grenzen zu ziehen und Personen in Schubladen und Kategorien einzuordnen. Der Vorteil von einer Grenze liegt darin, dass es ein „drinnen“ und ein „draußen“ gibt. Je mehr Unterscheidungen wir machen, desto besser können wir separieren.

Im Neuen Testament sehen wir, dass Jesus die Grenzen anders zog als die religiösen Führer zur damaligen Zeit. Jesus berührte die Aussätzigen, redete mit Huren, hatte Gemeinschaft mit Zöllnern und übernachtete sogar bei den Samaritanern. Doch obwohl Jesus die Grenzen weiter zog als die Übrigen zu seiner Zeit, hob er sie nicht auf. Jesus machte deutlich: „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich.“ (Matthäus 12,30). Trotz seiner Offenheit gegenüber den unterschiedlichsten Personen verfällt Jesus nicht in Beliebigkeit. Er macht deutlich, worauf es ankommt: auf ihn selbst.

Genauso wie die religiösen Führer zu jener Zeit, stehen auch wir in der Gefahr falsche Grenzen zu ziehen. Daher sollte für uns „Jesus Christus“ als kleinster gemeinsamer Nenner gelten.

Das ist alles?

Wenn wir „Christen“ als die Personen beschreiben, die sich zu Jesus Christus bekennen (Apg. 11,26), dann heißt das noch lange nicht, dass sie in allen Glaubensfragen einer Meinung sind – und einer Meinung sein müssen. Schon seit der Entstehung der Gemeinde gibt es Auseinandersetzungen über die Auslegung und Anwendung biblischer Wahrheiten.

Auf der Suche nach „der Wahrheit“ ist die Bibel unsere Grundlage. Sie ist die einzige zuverlässige Quelle, aus der wir unsere Standpunkte entwickeln können. Und dennoch gibt es auf zahlreiche Fragen keine eindeutigen Antworten.

Haben wir einmal nach gründlicher Suche eine Antwort gefunden, so sollten wir unseren Standpunkt auch vertreten. Dies gilt auch dann, wenn es Christen gibt, die eine andere Meinung vertreten. Allerdings sollte gerade bei Unterschiedlichkeiten gegenseitiger Respekt und Wertschätzung sichtbar sein.

c Günter-Havlena/pixelio.de

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Tipps für den Umgang mit anders gläubigen Christen

So lange es diese Erde und damit auch die Gemeinde Christi gibt, wird es unterschiedliche Meinungen in Bezug auf biblische Aussagen geben. Daher sollten wir lernen, mit dieser Unterschiedlichkeit umzugehen. Dazu folgende vier Tipps:

  1. Vermeide Vorurteile

Vielen christlichen Gruppen werden Dinge nachgesagt, hinter denen sie gar nicht stehen. Die Gründe dafür sind Vorurteile und Halbwissen. Vermeide Vorurteile, indem du diese Christen kennenlernst. Du musst keine gemeinsamen Kompromisse finden, sondern vielmehr ihre Meinung hören. Du wirst feststellen, dass viele andersgläubige Christen die gleiche Motivation haben wie du: Jesus besser kennenzulernen.

  1. Begegne ihnen mit Liebe

Trotz eurer Unterschiedlichkeit sollte Folgendes gelten: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,35) Sobald du merkst, wie Zorn oder Wut über die Andersartigkeit in dir aufsteigt, solltest du wachsam werden. Ziehe dich zurück und überprüfe deine Motive.

Wenn unsere Unterschiedlichkeit uns daran hindert, einander zu lieben, leben wir unser Christsein nicht nach Gottes Maßstäben!

  1. Suche die Wahrheit

Mit der Bibel in der Hand hast du das beste Werkzeug, um auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen. Gib dich nicht zu schnell mit einfach Antworten zufrieden. Gott hat dir einen Verstand, die Fähigkeit zum Lesen und sein Wort geben. Mit dem ehrlichen Anliegen und dem Gebet, um die Erkenntnis seines Willens, mache dich auf die Suche nach der Wahrheit.

  1. Akzeptiere Vielfalt

„Akzeptanz“ ist nicht dasselbe wie „Beliebigkeit“. Während „Beliebigkeit“ die Unterschiedlichkeiten bewusst ausblendet, sind Unterschiedlichkeiten ein Charakteristika von Akzeptanz. „Akzeptanz“ ist die wertschätzende Auseinandersetzung mit andersgläubigen Christen, ohne dabei seinen eigenen Standpunkt aufzugeben.

 

Autor

Junias Meurer ist Jugendmitarbeiter und wohnt mit seiner Frau in Dortmund.

Über Christliche Jugendpflege

Als CJ wünschen wir uns Jugendgruppen, in denen Jugendliche von Jesus begeistert werden, lernen, ihm nachzufolgen und Unterstützung bekommen, das Evangelium in ihrem Umfeld nicht nur weiterzusagen, sondern leidenschaftlich zu leben.
http://www.cj-lernen.de