Was sagt die Bibel über den Umgang mit Angst?

Veranstaltungen abgesagt, Ladenregale leer, Desinfektionsmittel ausverkauft und Börsen im freien Fall. Corona hat eine verblüffende Kettenreaktion ausgelöst. Wir Menschen haben Angst! Das Virus ist real; ich will es nicht verharmlosen. Gesunde Vorsicht ist angebracht: Es gilt, ältere und vorerkrankte Menschen zu schützen! Dabei müssen wir eine neue Art des liebevollen Umgangs miteinander lernen. Jetzt ist es richtig, anderen nicht (!) mehr die Hand zu geben und auf Nähe zu verzichten. Das fällt mir sehr schwer, ich übe es ein. Doch vieles, was wir beobachten, geht weit über diese gesunde Vorsicht hinaus. Das eigentliche Virus ist die Angst.

In einem schlauen theologischen Buch habe ich den Satz entdeckt: Angst ist das Gegenteil von Glaube. Negativglaube, den die Welt des Bösen uns Menschen ins Herz legt. Ein Fehlen an Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. „In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus in Johannes 16,33. Wenn uns Bedrohliches begegnet, wie der unsichtbare Feind Corona, ist Angst die normale Reaktion. Sowas macht unsicher, raubt uns Zuversicht und Gottvertrauen. Was hilft?

Wir Christen haben ein probates Medikament gegen die Angst im Portfolio unseres Glaubens.

Wie begegnen wir als Christen einem Gegner, den wir weder sehen, riechen, noch einordnen können. Angst bringt da nichts, sie führt nur immer tiefer ins Chaos. Wir Christen haben ein probates Medikament gegen die Angst im Portfolio unseres Glaubens. Gott lässt uns nicht alleine. Er ist für uns da – genau jetzt, mitten in der Angst. Jesus führt den Satz weiter: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ICH habe die Welt überwunden.“ Er hat die Angst für uns überwunden!

Vor einem Jahr haben Missionar Fred Eick und ich ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche übertragen: „Mit anderen Augen – Perspektiven des Evangeliums für Scham-, Schuld- und Angstkulturen“ (zu beziehen bei der DMG). Autor Jayson Georges ist überzeugt, dass die Bibel in jede Kultur hineinspricht. Es gibt auch Angstkulturen, also muss es in der Bibel eine besondere Botschaft gegen Angst geben. Seine steile These ist, dass Jesus nicht nur unsere Schuld mit ans Kreuz genommen. Jesus hat am Kreuz auch die Angst aller Menschen ein für allemal besiegt.

Da Angst eine Auswirkung von Sünde ist, stimmt diese Botschaft. Jesus hat am Kreuz alle Spielarten der Sünde besiegt, auch lähmende Angst. Wir Christen sind frei davon, eigentlich. Wenn wir uns dessen bewusst sind und uns mit Vollmacht im Gebet darauf berufen, wie in Bezug auf Sünde, Scham und Schuld. Wir sind von Angst befreit, im Namen von Jesus Christus! Die Angst als kleiner Bruder des Todes ist niedergerungen, wie der Tod selbst. Jesus hat sie erledigt. Das ist die Botschaft des Kreuzes in Zeiten von Corona.

Oder wie es Paulus seinem jungen Freund Timotheus (2. Tim. 1,7) schreibt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.“ Als Christen geben wir der Angst nicht diesen Raum in unserem Leben. Wir fürchten uns, wie die anderen auch. Wir sind keine Superhelden. Aber wir wissen, wohin mit unserer Panik. Jesus hat den Tod überlebt. Er ist auferstanden. Also ist er stärker als das tödlichste Virus. Und stärker als die Angst davor. Es gibt keinen Anlass, uns lähmen zu lassen.

Die Angst als kleiner Bruder des Todes ist niedergerungen, wie der Tod selbst. Jesus hat sie erledigt.

Gesunde Vorsicht, ja. Auch Rücksicht, ja. Aber keine Panik! Jetzt ist unsere Stunde als Christen. Jetzt gilt es, Solidarität zu leben und für andere dazusein. Wie können wir es hinbekommen, dass wir Senioren und Einsame nicht alleine lassen – aber ohne sie zu gefährden? Einkaufen für ältere Freunde und Angehörige? Anrufen, zuhören und am Telefon mit den Menschen beten. Jetzt ist Kreativität gefragt, wie wir auf eine Weise für die Menschen da sind, die weder für sie noch für uns zur Gefahr wird. Unsere Nachbarn brauchen uns Christen. Corrie ten Boom sagte: „Mut ist Angst, die gebetet hat.“ Lasst uns beten. Wir haben Zeit, weil viele unserer Events abgesagt sind. Aus dem Gebet, der Stille mit Jesus, kommt neuer Glaube, kommen Vertrauen und Kraft. Dann können wir Freunden und Bekannten Mut machen und die Botschaft weitergeben, was für einen großen Gott wir haben: Jesus, der die lähmende Angst überwunden hat.
Quelle:

Dieser Artikel ist geschrieben von Theo Volland (Chefredakteur DMG) und mit freundlicher Genehmigung aus der Webseite der DMG entnommen.

Link: https://www.dmgint.de/nachrichten/nachrichten-details/das-eigentliche-virus-ist-die-angst.html