Vorher-Nachher

Jerzy-Sawluk / pixelio.de

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Man sieht sie überall. Vorher-Nachher Fotos, mit denen im Internet und in Zeitschriften für diverse Schönheitsprodukte geworben wird. Im Fernsehen gibt es beliebte Vorher-Nachher Shows, in denen sich Personen neu stylen und einkleiden lassen. Aus der grauen Maus wird im Nu eine Hollywood-Diva.

Wussten Sie, dass selbst die Bibel verschiedene Vorher-Nachher Bilder enthält? Dabei geht es jedoch nicht um oberflächliche äußere Schönheit, sondern um einen inneren Wandel, den wir durch den Glauben an Jesus Christus erfahren.

Einige Beispiele: „Er war verloren und ist gefunden worden“ (Lukas 15,24). „Früher gehörtet ihr selbst zur Finsternis, doch jetzt gehört ihr zum Licht, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid“ (Epheser 5,8). Im ersten Brief des Paulus an die Korinther finden wir in Kapitel 6 ab Vers 9 eine Reihe wenig schmeichelhafter Bilder: „Weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen.“ Dann malt Paulus ein Bild von Personen, die eine erstaunliche Wandlung durchgemacht haben: „Aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes“ (1. Korinther 6,11).

Was wollen uns diese Bilder sagen?

Karl-Heinz-Liebisch / pixelio.de

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Wenn jemand Jesus Christus in sein Leben einlädt, beginnt eine Metamorphose. In der Bibel ist von der „Umgestaltung in eine neue Kreatur“ die Rede. Ich muss dabei unwillkürlich an die Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling denken. Ein Schmetterling ist keine Raupe mit Flügeln, sondern ein neues Geschöpf mit einer neuen Identität. Die Raupe krabbelt auf bodennahen Pflanzen herum und ernährt sich von Blättern. Der Schmetterling fliegt mit seinen schönen Flügeln durch die Luft und trinkt den Nektar der Blumen. Das alte Wesen ist verschwunden, ebenso seine Identität. Die Raupe hat diese Verwandlung jedoch nicht selbst herbeigeführt, sondern ihr Schöpfer. Und: Der Schmetterling kann nicht mehr zur Raupe werden, denn Gott legt die alte Schöpfung beiseite und schafft etwas Neues.

Helmut J. Salzer / pixelio.de

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Ebenso vollbringt Gott auch in uns eine Wandlung, wenn wir ihm unsere Herzen öffnen. Aus Gottes Sicht geschieht diese Wandlung von „Verloren“ zu „Gefunden“ in einem Augenblick. Aber für einen Christen bedeutet das einen langen Lern- und Reifeprozess, in dem wir die neue Identität akzeptieren und verstehen müssen. Ähnlich auch beim Schmetterling: Wenn er aus seinem Kokon schlüpft, muss er sich stundenlang durch ein enges Loch quetschen. Doch nur so werden seine Flügel gestreckt. Andernfalls wären diese verkrüppelt, und der Schmetterling könnte nicht fliegen.

Unsere alte Identität basierte auf unserer Unzulänglichkeit. Sie war oft geprägt von egoistischen Verhaltensmustern. Häufig ging es nur um den eigenen Vorteil, nicht selten ohne Rücksicht auf Verluste. Dagegen basiert unsere neue Identität auf Gottes Vollkommenheit und auf seiner Liebe und Gnade, die wir in Jesus Christus erfahren. Diese neue Identität lässt uns andere Menschen vorbehaltlos lieben. Ich kann mich zurücknehmen und muss mich nicht mehr profilieren. Sie gibt uns inneren Frieden und Geborgenheit, die sogar über den Tod hinausreicht. Diese Identität zu entdecken und zu leben ist eine Herausforderung, zu der uns Gott täglich einlädt.

Björn Korf

©ERF

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