Partytime?

Sebastian Vogel/pixelio.de

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Vor längerer Zeit habe ich eine Einladung zu einer Jugendveranstaltung bekommen. Unter den Gründen, warum man kommen sollte, stand unter anderem: „Du willst 100% Jesus, du willst 100% Worship, du willst 100% Party.“

Da habe ich erst mal gestutzt. Ist 100% Jesus wirklich mit 100% Party gleichzusetzen? Wenn ich über mein Glaubensleben nachdenke, weiß ich, dass da keine Dauerparty angesagt ist. Im Gegenteil. Es gibt Tage in meinem Leben als Christ, da schleppe ich manche Sorge mit mir herum. Es gibt Tage, da bin ich frustriert, weil ich Jugendliche mit Jesus Christus bekannt machen möchte und sie sagen einfach: „Nein, danke!“ Es gibt Tage, da bin ich absolut mutlos und frage mich, wie ich anderen Mut machen soll. Eigentlich, so denke ich, habe ich genug mit mir selbst zu tun.

Und ich vermute, dass auch Paulus obige Einladung nicht unterschrieben hätte. Von ihm hören wir ganz andere Töne, z.B. im 2. Korintherbrief. Da schreibt er davon, dass unser äußerer Mensch im Dienst für Jesus zugrunde geht. Der äußere Mensch wird aufgerieben, er wird vernichtet. Paulus hat das an seinem eigenen Körper erfahren siehe 2. Korinther 11,23-27 und hätte Grund gehabt, aufzugeben oder mutlos zu sein. Aber genau das hat Paulus nicht getan, und ich kann von seinem Vorbild lernen.

Er schreibt:

Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. Denn unsere Drangsal, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist vergänglich; das Unsichtbare aber ist ewig.2. Korinther 5,16-18

Paulus lässt sich nicht entmutigen, obwohl das Leben als Christ ganz schön hart sein kann. Und nicht nur das: Er geht sogar so weit zu sagen, dass seine (und unsere) Bedrängnis leicht ist. Wie kommt das? In den Versen finde ich zwei Antworten:

Er erlebt, dass sein innerer Mensch Tag für Tag erneuert wird. Manchmal geht es mir auch so. Wenn ich fix und fertig bin und dann meine Bibel aufschlage und bete, dann wird mein innerer Mensch erfrischt, meine leeren Akkus an der Ladestation aufgeladen.
Und als Zweites: Paulus wechselt die Perspektive. Er lenkt den Blick weg von den Dingen, die ihn entmutigen und gefangen nehmen wollen. Die sind vergänglich. Er aber blickt auf die Ewigkeit. Er lässt sich nicht entmutigen, weil er weiß: Das Schönste kommt noch!

El-mago-azul/flickr.com

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Was gibt dir Anlass, entmutigt zu werden? Unerfüllte Wünsche? Plötzliche Arbeitslosigkeit? Beziehungsstress? Vielleicht hast du das Gefühl, dass dich keiner so richtig versteht?

Mein Wunsch ist es, dass wir uns in Gottes Arme flüchten, wenn es in unserem Leben nicht nach unseren Plänen und Vorstellungen läuft. Ich wünsche uns, dass wir wie Paulus die Perspektive wechseln können. Dass du sagen kannst:

Da gibt es das Eine oder Andere in meinem Leben – das läuft überhaupt nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber ich kenne Jesus, der eine Herrlichkeit für mich vorbereitet hat, die besser ist als alles, was ich mir wünschen und vorstellen kann.

Wenn wir für Jesus unterwegs sind, wird unser äußerer Mensch aufgerieben. Aber unser Opfer hier ist nichts im Vergleich zu der uns versprochenen Aussicht: „…eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit…“ Und dort sind dann 100% Freude und 100% Jesus angesagt!

Autor
Markus Stäbler ist Sozialarbeiter beim einer für alle e.V. in Görlitz

Partytime?


Quelle: Christliche Jugendpflege e. V., 27432 Basdahl, Deutschland, mit freundlicher Genehmigung