Nigeria: Muslimische Fundamentalisten beschuldigen die Christen

koreboy / flickr.com

koreboy / flickr.com

 

Am Sonntagabend wurde die Stadt Jos in Nigeria von Explosionen erschüttert. Eine Bombe explodierte in einer Kirche, ein weiterer Anschlag wurde auf eine Moschee verübt, in der die Koexistenz aller Religionen gelehrt wurde. Behauptet wurde, Christen würden hinter den Anschlägen stehen – ein gefährliches Gerücht, gerade während dem Ramadan.

Jos ist die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Plateau. Einheimische Mitarbeiter von Open Doors erinnern sich: «Wir hörten um neun Uhr abends eine Explosion und wenig später vernahmen wir, dass eine Bombe nahe der Universität von Jos detoniert ist.» Mindestens 30 Menschen starben.
Wenig später wurde ein zweiter Anschlag verübt, diesmal auf die Yantaya-Moschee, während eine islamische Zeremonie im Gange war. Die Moschee wurde zum Ziel, weil der muslimische Kleriker Sani Yahaya sich für eine Koexistenz aller Religionen im Land stark macht. Bei dieser Attacke starben rund 40 Menschen.

Ebenfalls gestern Sonntag wurde in der Stadt Potiskum, im Staat Yobe, ein Selbstmordanschlag auf die «Redeemed Christians Church of God» verübt. Die Attentäterin hatte sich laut Augenzeugin als christliche Gottesdienstbesucherin verkleidet. Fünf Menschen starben, darunter eine Frau und ihre beiden Kinder.

«Lage sehr angespannt»

Die Lage in Jos wird von den einheimischen Mitarbeitern von Open Doors als «sehr angespannt» beschrieben. Christen wurden von Muslimen beschuldigt, sie selbst hätten die Anschläge orchestriert, weil die Attentate kurz vor dem muslimischen Fastenbrechen verübt worden sind. Ein beispielloser Vorwurf, der als Versuch seitens von Fundamentalisten gewertet werden kann, die religiösen Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Zudem werden Christen und Kirchen zur Zielscheibe von Vergeltungsaktionen, sollte jemand diesen Gerüchten Glauben schenken.

Ein einheimischer Mitarbeiter beschreibt die aktuelle Situation in Jos folgendermassen: «Die Spitäler sind voll, viele Verletzte sitzen teilweise am Boden. Angehörige bahnen sich einen Weg durch die auf medizinische Versorgung Wartenden, um zu erfahren, ob ihre Lieben die Angriffe überlebt haben.»
Unsere einheimischen Mitarbeiter fordern angesichts der anhaltenden Gewalttaten von Boko Haram  verstärkte Schutzmassnahmen für alle Bürger. Allein in der vergangenen Woche wurden mindestens 200 Menschen Opfer des Terrors.

 

Über Open Doors

Open Doors unterstützt als überkonfessionelles internationales Hilfswerk in über 50 Ländern Christen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden.
www.opendoors-de.org