Mit Gott reden – Dialog oder Monolog?

Gott??? Ich kann dich nicht hören, du sprichst so leise! Oft kommt es uns so vor, als ob Gott uns etwas zu flüstert und wir ganz genau hinhören müssen, um es zu verstehen. Wir sind uns unsicher, alles richtig verstanden zu haben und würden uns wünschen, wenn Gott deutlich zu uns sprechen würde. Aber ist es wirklich Gott, der hier zu leise spricht?

Lange Zeit bevor es Kühlschränke gab, lagerten die Menschen ihre Nahrung in Eishäusern, um sie so lange wie möglich aufbewahren zu können. Wenn im Winter Flüsse und Seen zugefroren waren, schnitt man große Eisblöcke heraus, brachte sie in die Eishäuser und überdeckte sie mit Sägemehl. Da die Häuser keine Fenster, dicke Mauern und eine gut verschlossene Tür hatten, reichte das Eis oft bis zum Sommer, um die Nahrung haltbar zu lagern.
Eines Tages kam es in einem dieser Eishäuser zu einem kleinen Missgeschick. Während der Arbeit verlor ein Mann seine wertvolle Uhr. Trotz langer und gründlicher Suche konnte der Mann die wertvolle Uhr nicht finden. Schnell schlossen sich auch andere Arbeiter bei der Suche an. Gemeinsam suchten sie überall, rechten das Sägemehl, doch blieben ebenfalls erfolglos.
Neugierig verfolgte ein kleiner Junge das Ereignis. Schließlich ging er auf die Männer zu und fragte, ob er es nicht auch einmal versuchen dürfte, die Uhr zu finden. Während einige der Männer mit grimmiger Miene und bösen Blicken reagierten, gab es andere, die den kleinen Jungen nur mitleidig belächelten und sich über ihn lustig machten. Da keine Einwände kamen, ging der kleine Junge entschlossen durch die Tür. Wenige Minuten später öffnete sich die Tür wieder und der Junge kam zurück – in seiner Hand die Uhr.
Alle waren außer sich. Überrascht fragten sie ihn, wie er das gemacht habe. „Nun“, antwortete der Junge. „Ich schloss die Türe zu, blieb ganz still, legte meinen Kopf auf den Boden und wartete. Schon nach wenigen Sekunden hörte ich das Ticken der Uhr. Danach war es ein Leichtes, die Uhr zu finden.“

Der kleine Junge wählte den effektivsten Weg. Er kam, wurde ruhig und hörte einfach hin und schon bald konnte er das Ticken der Uhr deutlich erkennen. Diese Geschichte lässt sich gut auf unsere Beziehung zu Gott übertragen. Es ist nicht die Frage ob Gott redet, sondern ob wir leise genug sind, um zu hören. Oft ist es auch unser Leben, das so laut „schreit“, dass wir Gottes Reden nicht wahrnehmen. Wenn wir an Dingen festhalten, die nicht gut für uns sind und unsere Beziehung zu Gott stören oder wir unser Herz auf anderes gerichtet haben, dann wird unser Blick und Gehör nicht mehr sensibel für Gottes Reden sein. Gott möchte aber gerne mit uns reden und mit uns Gemeinschaft haben.

Und wer an Jesus glaubt, kann sich voll Zuversicht an Gott wenden; denn wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht, erhört er uns. (1.Johannes 5,14)

Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. (Psalm 145,18)

Wir dürfen uns voll Zuversicht an Gott wenden, uns sicher sein, das Gott hört und antwortet. Was für ein geniales Versprechen. Lasst uns das ganz praktisch tun und im Gebet zu Gott kommen, mit ihm reden und vor allem hören, was er uns sagen möchte (Dialog statt Monolog). Lasst uns von dem Jungen lernen und im Gebet eine Zeit haben, in der wir aufhören zu reden, schweigen und einfach einmal hinhören, was Gott uns sagen möchte. Gott wird antworten, denn er ist ein liebender Vater, der gerne mit seinen Kindern Gemeinschaft hat und mit ihnen redet.