Made in the image of God

Alexandra H./pixelio.de

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Heute ist mein Geburtstag. Ich liege noch im Bett, denke über mein Leben nach und rede ein bisschen mit meinem Vater im Himmel. Ich freue mich, dass ich neben dem Mann liege, den ich liebe und der mich liebt. Ich freue mich über unsere Kinder und über unsere ganze Familie.

Ich bin heute 51 Jahre! Für meine 21-jährige Tochter uralt; für meine 76-jährige Mama: im besten Alter. Das finde ich wirklich lustig, weil es zeigt, dass vieles eine Frage der Perspektive ist. Über mein Leben denke ich gerne nach, eigentlich schon immer! Wer bin ich? Welche Möglichkeiten stehen mir offen im Leben? Was sind meine Träume? Oft stelle ich mir vor, dass unser Vater im Himmel uns nicht nur mit Talenten und Gaben beschenkt, sondern auch mit Lebensträumen, die wir entfalten dürfen. Anders ausgedrückt: er weiß, wer ich bin und was er aus mir machen will.

Das erinnert mich an eine kleine Reportage, die ich einmal gelesen habe: eine Frau baut Möbel. Das Besondere daran? Sie benutzt dazu altes Bauholz. Sie geht auf Baustellen und besorgt sich dort ihr Material: alte Balken und Bohlen, Schalbretter usw. Sie fertigt daraus ungewöhnliche und sehr begehrte Einzelstücke. Der besondere Reiz liegt darin, dass „die alten Bretter eine Geschichte haben“. Als ich das las, dachte ich, genau das macht Gott mit uns. Er sammelt und findet uns an den verrücktesten Orten. Er weiß genau, was unter der Oberfläche ist, wozu wir taugen und was für ein Liebhaberstück er aus uns machen wird. Er weiß sogar, wo der perfekte Platz für uns ist. Und dann hängt er uns ein kleines Label an, auf dem steht: „made in the image of God“ oder „designed by God.“

Gottes Unikat

Ich selber habe auch so ein Label und bin wirklich stolz darauf. Die Tatsache, dass ich Gott gehöre, dass er an mir herum hobelt, leimt, verschraubt und versiegelt, gibt mir meinen Wert und meine Bestimmung. Wert und Bestimmung waren zwar schon immer da, aber Gott bringt sie im Laufe meines Lebens immer mehr zum Vorschein. Mir gefällt es, eine Frau zu sein. Mir gefällt die Aussage im Schöpfungsbericht, dass ohne die Frau etwas ganz Wichtiges gefehlt hat. Und es gefällt mir, dass Adam und Eva zusammen den Auftrag bekommen haben, sich um alles zu kümmern. Ich lasse es sehr gerne „heraushängen“, dass ich eines von Gottes genialen Unikaten bin (du natürlich auch!). Das gibt mir die Freiheit, an „meinem Platz“ zu stehen und die ganze Schönheit und Funktionalität zu entfalten, die mein Designer mir verliehen hat.

Ob die Menschen um mich herum meinen unschätzbaren Wert erkennen oder nicht: ich besitze ihn! Er wurde mir verliehen, vom Vater im Himmel höchstpersönlich. Und ich hüte mich davor, andere, inkompetente Beurteilungen über mich zu glauben.

Stefanie Bernecker-Pfinztal/pixelio.de

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Überrascht von Gottes Liebe zu mir

Das war allerdings nicht immer so. Ich war früher eine Meisterin in Sachen Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühlen. Zwar wusste ich, dass Gott mein Vater ist und mich liebt, aber das war mehr ein theoretisches Wissen. In mir herrschte das Gefühl vor, dass Gott mit mir niemals zufrieden sein kann. Mein Mann und ich haben ziemlich jung geheiratet. Er war mein „ein und alles.“ Obwohl ich wusste, dass Gott an erster Stelle in unserem Leben stehen sollte, war auch das reine Theorie. Im Alltag habe ich Liebe, Verständnis und Anerkennung zuerst bei meinem Mann gesucht. Ich bin mit allem zu ihm gegangen. Wenn er mir dann nicht genau das geben konnte, was ich mir erhoffte, war ich enttäuscht und machte ihm Vorwürfe. Das hat unsere Beziehung natürlich extrem belastet.

Aber Gott, in seiner unnachahmlichen Geduld und Barmherzigkeit, hat nur darauf gewartet, dass ich das einzusehen beginne. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt war ich erst wirklich bereit, Gott als meinen Papa im Himmel kennen zu lernen. Gottes persönliche Liebe zu mir hat mich voll überrascht (und tut es noch heute). Das war wie „gesund werden“, nicht über Nacht, sondern langsam aber sicher.

Ich war wie so ein Schalbrett, das erst einmal abgekratzt, gehobelt und geschliffen werden musste, damit das eigentliche zum Vorschein kommt. Die Arbeit an mir ist auch ganz sicher noch nicht abgeschlossen. Gott hat mich an einer Stelle eingefügt, wo ich perfekt hinpasse. Manchmal merke ich sogar, dass genau das, was einmal Kerben, Risse oder Einschnitte waren in meinem Leben, von großem Wert für andere ist. Ich kann dadurch Menschen besser verstehen und ihnen Mut machen. Es gefällt mir, dass ich etwas bin und kann, was für andere einen Unterschied macht und etwas von Gottes Liebe und Genialität kommuniziert.

Barbara Seit
lebt mit drei Generationen als Großfamilie zusammen und liebt es.

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