Jesus und die Religion

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Jesus, der in Bethlehem in Israel geboren wurde, kannte sich genau mit dem Gesetz und den Regeln im Judentum – seiner Landesreligion – aus, aber er hatte auch einen anderen Platz. Er ist der Sohn Gottes und ist gekommen, um die Menschen aus ihrer hoffnungslosen Situation zu retten.

Jesus über die Pharisäer, die Obersten der jüdischen Tradition, in der er selbst aufgewachsen ist:

„Sie bürden den Menschen schwere, fast unerträgliche Lasten auf, denken aber nicht daran, die gleiche Last auch nur mit dem Finger anzurühren. Und was sie tun, machen sie nur, um die Leute zu beeindrucken. So machen sie ihre Gebetsriemen besonders breit und die Quasten an ihren Gewändern besonders lang. Bei Festessen und in Synagogen lieben sie es, die Ehrenplätze einzunehmen. Sie genießen es, wenn sie auf der Straße ehrfurchtsvoll gegrüßt und Rabbi genannt werden. Ihr jedoch sollt euch niemals Rabbi nennen lassen, denn nur einer ist euer Rabbi, und ihr alle seid Brüder. Ihr sollt auch niemand von euren Brüdern auf der Erde mit ‚Vater‘ anreden, denn nur einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. Lasst euch auch nicht Lehrer nennen, denn nur einer ist euer Lehrer: der Messias.
Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird von Gott erniedrigt werden, wer sich aber selbst gering achtet, wird von Gott erhöht werden…“

Die Bibel, Matthäus 23,4–12

Die Gesetze, die die Pharisäer vertraten und streng einhielten, brachten ihnen Ruhm und Ehre oder zumindest glaubten sie das. Jesus sieht das aber anders: Mit all den Vorschriften belasteten sie das Volk und sie machten sich selbst groß – größer als Gott selbst.

Das kann innerhalb einer Religion oder einer Konfession leicht passieren, dass Vorschriften, Rituale und die Leiter oder Gründer wichtiger werden, als Gott selbst.

Jesus als Herr über die Regeln

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In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch Kornfelder. Seine Jünger waren hungrig. Deshalb fingen sie an, Ähren abzurupfen und die Körner zu essen. Als einige Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: „Was deine Jünger da tun, ist doch am Sabbat nicht erlaubt!“
Jesus entgegnete: „Habt ihr denn nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren?
Wie er ins Haus Gottes ging und die geweihten Broten aß, die weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern nur die Priester?
Oder habt ihr nie im Gesetz gelesen, dass die Priester auch am Sabbat im Tempel Dienst tun? Damit übertreten sie die Sabbatvorschriften und werden doch nicht schuldig.
Und ich sage euch: Hier ist einer, der mehr ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: ‚Barmherzigkeit ist mir lieber als Opfer!‘, dann Hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt. Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“

Die Bibel, Matthäus 12,1-8

Die Pharisäer forderten Jesus oft heraus, indem sie ihn über die jüdischen Regeln belehren wollten. Jesus kannte sie ganz genau – sogar noch besser, als die Schriftgelehrten. Die Pharisäer machten die Menschen zum Sklaven des Gesetzes. Aber das Gesetz war von Gott eigentlich als Hilfe für die Menschen gedacht.

Gott befreite aus der Sklaverei des Gesetzes

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„So bestehet nun in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.“

Die Bibel, Galater 5,1

Davor, im Galaterbrief, Kapitel 4, redet Paulus von der Sklaverei des jüdischen Gesetzes, im Gegensatz zur Kindschaft. Denn alle, die Jesus Christus als ihren Herrn und Retter annehmen, dürfen Kinder Gottes sein! Und dann sind sie nicht mehr unter dem Gesetz, das Religionen so oft auferlegen wollen.

Jesus Christus ist in eine Religion hinein geboren, in das Volk, das sich Gott auserwählt hat. Jedoch wollte Gott nie, dass sie mehr an den Regeln hängen, als an Ihm selbst. So ist auch die Kritik von Jesus an den Pharisäern einzuordnen. Es soll um Gott selbst gehen, nicht um Regeln und Vorschriften, Sakramente oder Lehren!

 

Was ist das Wichtigste?

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Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie zusammen. Nun versuchte einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, Jesus eine Falle zu stellen. „Was ist das wichtigste Gebot von allen?“, fragte er ihn. Jesus antwortete: „‚Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand!‘ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Das zweite ist ebenso wichtig: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘ Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten wollen.“

Die Bibel, Matthäus 22,34-40

Tja, da haben wir’s! Das wichtigste ist nicht, alle Gesetze penibel einzuhalten, allen Vorschriften zu genügen, alles richtig zu machen; sondern Gott zu lieben! Also nicht ein Gesetz, eine Religion oder Konfession steht im Mittelpunkt, sondern eine Beziehung. Aus dieser Liebe zu Gott heraus wird der Wunsch und Wille folgen, dass man die Gesetze Gottes einhalten will.

Christsein ist keine Religion, sondern eine Person!

„Das Evangelium von Jesus ist keine Religion,
sondern die Antwort Gottes auf alle Religionen,
auf alles Suchen der Menschen,
auf alles Fragen unseres Herzens.“
Wilhelm Busch