Ich bin überzeugt

Ich bin überzeugt. Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans, nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die an Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist. Römer 8, 38-39

Diese zwei Verse beschreiben wohl mein ganzes bisheriges Leben mit Gott ziemlich gut, aber ich fange lieber mal ganz vorne an ;-).

Ich heiße Hanna und bin 19 Jahre alt, wuchs in einem christlichen Elternhaus auf und zurückblickend glaube ich, dass ich wohl gar keine besseren Eltern haben hätte können. Von klein auf war ich mit biblischen Geschichten vertraut, war immer brav in der Jungschar, Kindergottesdienst und sogar bei den Kisi-Kids. Kurz gesagt – ein christliches, braves Vorzeigekind. Ich bin mir auch relativ sicher, dass ich irgendwann als kleines Kind mein Leben Jesus übergeben habe. Auf Kinder- und Jungscharlagern war ich immer sehr begeistert von allem, aber sobald ich wieder zu Hause war, nahm ich meine Bibel nicht einmal in die Hand. Was ein richtiges Leben mit Jesus allerdings bedeutet, das wusste ich in diesem Alter noch nicht.

Ich sollte noch eine ganze Zeit lang dieses brave Vorzeigekind sein. Im Alter von 14 Jahren wechselte ich von der Jungschar in den Jugendkreis, wo ich meine „erste große Liebe“ kennen lernte. Schnell wuchs eine Freundschaft zwischen uns, nur hatte er eine Freundin. Die beiden waren für mich das erste Beispiel, das ich hautnah erlebte, was es wirklich bedeutete, Christ zu sein. Diese Erlebnisse brachten mich dazu mein Leben erneut Jesus zu geben, diesmal aber „richtig“…

©Tree Faerie/Stock.xchng

Dieser Glitzer und Glamour vom begeisterten „wiedergeboren-sein“ hielt aber nicht lange an und ich wurde sehr depressiv und fühlte mich alleine gelassen. Ich begann mich zu ritzen und wollte mich umbringen, immer wieder fragte ich Gott, was er denn mit meinem Leben vorhatte, warum könnte er mich nicht dein einfach gleich sterben lassen?! Aber ich bekam keine Antwort… noch nicht.

Aus dem braven Vorzeigekind wurde also eine etwas wildere, rebellische Hanna. Ich war nicht zufrieden mit meinem Leben, ich wollte immer wo dazugehören und probierte so alle möglichen Subkulturen durch. Von Metaller über Punk bis Hippie, aber nirgendwo fand ich die Zugehörigkeit, die ich suchte. Mit dem Älterwerden machten Burschen, Alkohol und Drogen Jesus den Platz in meinem Herzen streitig. Ich hatte Jesus nie ganz aus meinem Leben verbannt, aber er war auch nie (oder selten) der Mittelpunkt. Meine Eltern konnte ich absolut nicht leiden, ich sah sie immer nur als konservative Spielverderber an und hatte deswegen auch viele Streitereien mit ihnen.

So lange es ging, lebte ich ohne Jesus, mit meinen eigenen Freunden und mit meinem eigenen Lifestyle, bis sich irgendwann die Probleme wieder so aufgehäuft haben, dass ich kurz vor einem Zusammenbruch stand.  Aber wie der Vers am Anfang schon sagt, Gott stand immer mit offenen Armen bereit, wenn ich mich dann doch wieder entschied, zu ihm zurück zu kommen. Nichts konnte mich je von seiner Liebe trennen.

In anderen Phasen meines Lebens gab ich mir dann wieder wirklich Mühe mit Gott zu leben und für ihn zu leben, aber es war trotzdem „nicht das wahre“…

Trotz all dem wollte ich mehr vom Leben. Das konnte einfach nicht alles sein. Ich wollte mehr. Aber auch das christliche Leben, so wie ich es von den meisten Menschen in meinem Umfeld sah, fand ich nicht sehr zufriedenstellend.

Langsam kam ich an das Ende meiner schulischen Laufbahn und so stand ich vor der großen Frage: „was jetzt?!“

Eigentlich wollte ich Sozialarbeit studieren, weil ich mich zu dieser Zeit aus meinen eigenen Problemen halbwegs gefangen hatte und so mit meiner christlichen Nächstenliebe auch anderen Menschen aus dem Sumpf helfen wollte. Aber ich wusste genau, dass ich viel zu schwach dafür bin, was würde mir garantieren, dass ich nicht wieder zu kiffen beginnen würde, wenn ich mit solchen Menschen zusammen arbeiten sollte?!

Schließlich entschloss ich mich ein halbes Jahr auf eine Bibelschule der Fackelträger nach Neuseeland zu gehen. (Und das war eine recht gute Entscheidung – also wenn du noch nicht weißt, was du nach der Schule machen willst… come and talk to me 😉 ) Diese Zeit war sehr wichtig für mich. Anfangs war es hart, weil man wirklich viel von seiner Vergangenheit erst einmal aufarbeiten muss, um Gott wirklich voll und ganz ins Herz zu lassen, aber sobald man diesen Punkt erreicht hat, ist es grenzgenial. Ich habe während diesen sechs Monaten Gott auf eine eigene, ganz spezielle Art kennen gelernt, Sachen an ihm entdeckt, die mich ungeheuer faszinieren! Christsein ist mehr, als nur Sonntags in die Kirche zu gehen, es ist eine lebendige Beziehung mit unserem Schöpfer! Langsam erkannte ich, dass ich in Gott genau das finde, was ich immer gesucht habe. Zugehörigkeit.

©Eastop/Stock.xchng

Ich habe viele, viele Tausende Geschwister auf der ganzen Welt, ganz egal, wo du hinkommst, Christen gehören zusammen! Christsein ist auch mehr als nur Theologie – es ist ein Lifestyle! Es sollte eine Auswirkung auf jede Faser unseres Lebens haben…! Nur leider nehmen wir Christen Jesus und sein Vorbild bzw. die Bibel und was sie sagt oft nicht ernst. Leider. Jesus war ein „Rebell“, wenn auch kein klassischer, aber das ist was, was mich persönlich sehr an ihm fasziniert. Er hält nicht große Reden, er steht 1000% hinter dem, was er sagt. Er ist ECHT.

Es fällt mir wirklich schwer all die Veränderungen, die Gott an mir in dieser Zeit vorgenommen hat, hier zu beschreiben, so eine Zeit muss man einfach selbst erleben.

Als ich von Neuseeland heimgeflogen bin, war ich mir soo sicher, dass ich nun nie wieder fallen würde und ab nun einfach das perfekte christliche Leben führen würde. Ich war einfach voll Feuer und Flamme.

©Carolina Farion/Stock.xchng

Falsch gedacht 😉 Ich bin gefallen, seit dem ich zurück bin, aber wieder kommt der oben genannte Vers zum Einsatz – Gottes Liebe ist größer als all das.

Wenn nun du auch nicht zufrieden bist mit dem christlichen Leben, das du präsentiert bekommst, dann hinterfrage es! Es fällt uns Christen leider so leicht einzuschlafen und zu vergessen, worum es wirklich geht. Um ein Leben in der unendlichen Abhängigkeit von Jesus, der für all unseren Blödsinn schon längst bezahlt hat. Auch wenn diese Botschaft unglaubwürdig und lächerlich klingt – dem, der daran glaubt, bringt sie Leben. Ewiges Leben.

Hanna