Götter oder Gott!

Bereits ganz am Anfang der Bibel sagt uns Gott in aller Deutlichkeit,  dass er keine anderen Götter neben sich duldet. Ist das nicht ein Ausdruck von Überheblichkeit? Hat Gott etwa mit der Eifersucht zu kämpfen? Oder wie ist das zweite Gebot überhaupt zu verstehen?

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Zuhause sagen dir deine Eltern, was du tun oder eben nicht tun darfst. In der Schule sagt dir der Lehrer, wie du dich in seinem Unterricht zu verhalten hast. Im Straßenverkehr sagt dir eine ganze Reihe von roten Tafeln, wo du mit deinem Mofa nicht durchfahren darfst oder bei welcher Kreuzung du ganz anhalten musst. Wo kannst du denn eigentlich noch machen, was du willst? Warum wollen dich alle in deiner Freiheit einschränken?

Sind dir diese Fragen auch schon durch den Kopf gegangen? Und doch weißt du im Grunde genommen ganz genau, dass all diese Regeln und Ordnungen nicht aufgestellt wurden, um dir das Leben schwer zu machen. Vielmehr sind sie da, um dich zu schützen. Sie helfen dir, gut durchs Leben zu kommen.

10x Du sollst (nicht)

Auch die 10 Gebote sind nicht einfach ein Granitblock, der mit Blitz und Donner vom Himmel heruntergefallen ist, um von uns Menschen blinden Gehorsam zu fordern. Es ist auch überhaupt nicht so, dass Gott uns etwas vorenthalten möchte. Ganz im Gegenteil! Diese 10 Gebote sind aus einer Liebesgeschichte heraus entstanden.

Daraus, dass Gott dein Leben schützen will. Er ist es ja, der dir das Leben geschenkt hat. Er ist dein Schöpfer. Und deshalb weiß er auch am besten, was für dich gut ist und was eben gerade nicht. Man könnte also auch sagen: Die 10 Gebote wollen all das beseitigen, was dich kaputt machen kann. Sie wollen das zerstören, was  dich zerstören kann.

Ich bin DEIN Gott

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Mit diesen Worten werden die 10 Gebote in 2. Mose 20 eingeleitet. Ich bin für dich. Ich liebe dich. Ich habe dich aus der Sklaverei befreit. Mit anderen Worten: Ich habe dich aus der Gefangenschaft von Satan losgekauft. Ich habe einen sehr hohen Preis dafür bezahlt. Es kostete das Leben meines einzigen Sohnes. Durch seinen Tod habe ich dir ein neues Leben geschenkt. Ein Leben in der Freiheit. Ein Leben über den Tod hinaus. Und nun geht es mir darum, dass du in deinem neuen Leben, in deiner Freiheit aufblühen kannst und nicht kaputt gemacht wirst. Darum sollst du keine anderen Götter neben mir haben!

Gott Gott sein lassen!

Das zweite Gebot fordert uns eigentlich auf, Mensch zu sein und Gott Gott sein zu lassen. Denn wenn ich Gott nicht Gott sein lasse, dann mache ich den Menschen zu Gott. Entweder mache ich mich selber zu einem Gott, indem ich mich zum Mittelpunkt meines Lebens mache. Alles dreht sich um meine Person, um mein  Wohlergehen, meine Wünsche, meine Bedürfnisse etc. Ich treffe alle meine Entscheidungen selber und zwar immer nach dem Muster: Hauptsache für mich stimmt es! Ich kann aber auch andere Menschen oder Hobbys zu meinem Gott machen. In diesem Fall orientiere ich mich an berühmten Persönlichkeiten und mache sie zu meinen Idolen. Ich versuche zum Beispiel, mich mit einem erfolgreichen Sportler zu identifizieren und seinen Lebensstil nachzuahmen. Ich muss jeden Wettkampf am Fernseher mitverfolgen und sammle jedes Interview und jeden Zeitungsartikel. Seine Bilder tapezieren meine Zimmerwände. Oder ich investiere all mein Geld und den größten Teil meiner Freizeit ins Reiten. Es gibt für mich nichts Schöneres als auf dem Rücken meines Pferdes zu sitzen und immer wieder durch neue Gegenden zu streifen.

Aber Gott will nicht, dass uns irgendetwas hier unten auf der Erde wichtiger wird als ER selbst. Und gerade deshalb fordert er uns auf, keine anderen Götter neben ihm zu haben.

100 % für Gott

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Dieser Gott, der ganz für dich da ist, der alles für dich hingibt – ER erwartet auf Grund seiner vorbehaltlosen Liebe, auf Grund seines ganzen Ja zu dir, dein Ja zu ihm. Weil ER hundertprozentig verlässlich und immer für dich da ist, will er, dass auch du ganz für ihn da bist. Nicht Gott und …, auch nicht neben Gott noch etwas anderes, aber auch nicht alles ohne Gott! Habe keine anderen Götter neben mir! Nimm dir doch gerade jetzt einmal einen Augenblick Zeit und stelle dir folgende Fragen: Welche Sache in deinem Leben hat die Tendenz, ein Gott neben deinem Gott zu sein? Gibt es etwas, für das du sehr viel Zeit investierst? Etwas, das dir im Grunde genommen wichtiger ist als Gott? Für wen oder was schlägt dein Herz? Gibt es etwas, von dem du dich nicht trennen könntest, auch wenn es Gott von dir verlangen würde? Hast du neben Gott einen weiteren Gott?

Götter fordern Opfer

Nun, was passiert, wenn du nicht den lebendigen Gott an erster Stelle setzt, sondern etwas anderes, Dinge oder Menschen anbetest? Wenn du neben Gott weitere Götter hast, dann fordern diese Opfer von dir. Sie nehmen dich in Beschlag. Sie beanspruchen deine Zeit, deine Energie, dein Geld. Sie rauben dir dein Herz. Sie nehmen dich derart gefangen, dass du gar keine Lust mehr hast, möglichst viel Zeit mit Gott zu verbringen und die Liebesbeziehung mit ihm zu pflegen. Und so gibst du Gott gar keine Chance mehr, dich mit seiner Liebe, mit seiner Hilfe und seiner Treue zu beschenken. Dein erfülltes Leben fängt an zu bröckeln und geht schließlich kaputt. Und genau das will Gott verhindern, wenn er sagt: Ich dulde keine(n) anderen neben mir!

Kompromisslos

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Gott will dich also mit nichts und niemandem teilen. Er will dich ganz allein für sich. Denn nur ER kann dir wirklich das geben, was du brauchst. Nur ER allein kennt deine wirklichen Bedürfnisse und weiß diese auch zu stillen. Deshalb ist es extrem wichtig, dass du auch immer und mit allem zu ihm gehst. Er bleibt dir in jeder Lebenslage und in jeder Situation treu. Er hat Zeit für dich, weil er dich über alles liebt!

Also ist ER es sicherlich wert, dass du IHN als den einzig wahren Gott anerkennst und in deinem Leben keine anderen Götter neben IHM duldest.

 

Marcel Hochstrasser
Aus „Friends for ever„, Ausgabe 03/2009, Mit freundlicher Genehmigung

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