Gott sei Dank!

Wenn wir etwas Schlimmes überstanden haben oder knapp einer Katastrophe entgangen sind, äußert sich unsere Erleichterung oft mit dem Stoßseufzer: «Gott sei Dank!» In solchen Momenten scheint es uns richtig und angebracht, Gott zu danken – ob nun mit Worten oder mit einem stummen Blick zum Himmel oder wie auch immer. Unser Dank Gott gegenüber  darf sich aber auf keinen Fall auf solche «Happy Ends» reduzieren.

In der Bibel werden wir an sehr vielen Stellen zum Danken aufgefordert. So schreibt Paulus zum Beispiel in seinem ersten Brief an die Thessalonicher:

„Vergesst nicht, Gott für alles zu danken. Denn das erwartet Gott von seinen Kindern.“ (1. Thessalonicher 5,18)

Oder den Christen von Ephesus lässt er ausrichten:

„Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles.“ (1. Thessalonicher 5,20)

Das sind nur zwei von unzähligen Bibelversen, die dir klar zeigen, dass Gott von dir Dank erwartet. Und zwar nicht nur, wenn er dir wieder einmal aus der Patsche geholfen hat oder wenn du dich am Sonntag im Gottesdienst befindest. Nein! Immer und überall. Aber wofür sollst du Gott denn ganz konkret danken?

Gott sei Dank, dass es dich gibt.

Du bist kein Zufallsprodukt, sondern ein guter Gedanke Gottes. Ganz am Anfang der Bibel kannst du lesen, dass Gott den Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat. Gott hat dich also so gemacht, dass du ihm in deinen Fähigkeiten und Empfindungen ähnlich bist. Nur so bist du nämlich auch fähig, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Und genau aus diesem Grund hat Gott dich auch geschaffen. Er will, dass du in einer engen Gemeinschaft mit ihm lebst. Das ist also der Sinn deines Lebens. Nimm dir doch gerade jetzt die Zeit, deinem Schöpfer von Herzen zu danken, dass er dir das Leben geschenkt hat. Danke ihm, dass er dich einzigartig und unverwechselbar geschaffen hat und dass er mit dir Gemeinschaft haben will.

©Joeymc86/Stock.xchng

Nun lesen wir aber auch in den ersten Kapiteln der Bibel, dass bereits die ersten zwei Menschen diese wunderbare Gemeinschaft mit Gott zerstört haben. Sie wollten es nämlich besser wissen als ihr Schöpfer und aßen von einer verbotenen Frucht. Und damit haben sie sich und der ganzen Menschheit eine unermesslich große Schuld aufgeladen. Das Böse – die Sünde – hat Einzug ins Paradies gehalten.

Gott sei Dank, dass Jesus die Schuld bezahlt hat.

©Johan Hansson/Flickr

Um eine Schuld zu begleichen, muss sie bezahlt werden. Der Preis der Sünde war sehr hoch. Es kostete Gott nicht weniger als das Leben seines einzigen Sohnes. Nur der schuldlose Sohn Gottes konnte die Menschen zurück in die Gemeinschaft mit Gott bringen. Er musste als Mensch auf dieser Erde geboren werden und dann den Weg bis zum Kreuz gehen. Aus Liebe zu dir hat Gott seinen Sohn zum Sündenbock der Menschheit gemacht und dir so die Möglichkeit geschaffen, zurück in die Gemeinschaft mit IHM zu kommen. Aus Liebe zu dir hat Jesus qualvolle Schmerzen ertragen und einen grauenvollen Kreuzestod auf sich genommen.

Du kannst Gott jetzt gerade dafür danken, dass er aus Liebe zu dir seinen geliebten Sohn in den Tod geschickt hat. Danke auch Jesus für seine Bereitschaft, die ganze Schuld der Menschheit auf sich zu nehmen und sogar die Gottverlassenheit zu erdulden.

Gott sei Dank für alles, was mich glücklich macht!

In Psalm 9 schreibt David in einem seiner Lieder:

„Dir, Herr, will ich von ganzem Herzen danken und erzählen will ich von deinen wunderbaren Taten.“ (Psalm 9,2)

Nimm einmal ein Blatt Papier und ein Schreibzeug zur Hand. Denke nun ganz bewusst einen kurzen Moment über deine aktuelle Lebenssituation nach. Schreibe alles auf, was dich freut, dich zufrieden oder gar glücklich macht. Hier nur ein paar Beispiele: Die Gesundheit, die Familie, das Zuhause, die guten Leistungen in der Schule, die Freunde, die Gemeinde, das Essen, die Gebetserhörung etc. Ich hoffe natürlich, dass du eine ganz lange Liste zusammenkriegst.

Nun schlage ich dir vor, dass du deine Liste betend durchgehst und Gott einmal ganz konkret für all das Gute in deinem Leben dankst. Lege das Blatt anschließend in deine Bibel und  nimm es während deiner stillen Zeit ab und zu wieder zur Hand.

Gott sei Dank für alles, was mir zu schaffen macht!?

Ich glaube, du gehst mit mir einig: Es ist leicht, Gott zu danken, wenn es dir gut geht und  wenn du dich über etwas freuen kannst. Aber wie sieht es aus, wenn Dinge passieren, die du dir nicht erklären kannst und die du für völlig sinnlos hältst? Dinge, die dir richtig zusetzen und dich traurig stimmen oder dich gar zur Verzweiflung bringen? Fordert nicht die Bibel, konkret der Apostel Paulus: Seid dankbar in allen Dingen. Vielleicht denkst du jetzt: Aber bitte, das ist jetzt doch des Guten zuviel. Gott kann doch nicht erwarten, dass du ihm für all die Sachen, die dir Mühe bereiten, noch Dankeschön sagst! – Nein, das erwartet Gott nicht von dir. Du musst ihm nicht dafür danken, dass du in einer schwierigen Situation steckst. Vielmehr sollst du daran denken, dass du niemals aus den Händen Gottes fallen kannst, ganz gleich was geschieht. Es ist sozusagen eine Einladung, IHM die Verantwortung für alle schwierigen Lebenssituationen abzugeben und IHM zu vertrauen, dass ER Gutes für dich will.

Konkret könnte das etwa so tönen: Herr Jesus, danke, dass du meinen Frust über meine misslungene Prüfung kennst und du weißt genau, wie viel Energie und Zeit ich in die Vorbereitungen gesteckt habe. Danke, dass du einen wunderbaren Plan mit meinem Leben hast und dass du jetzt auch weißt, wie es weitergehen soll.

Danken: Eine Willenssache.

Wieder einmal ist Sonntagmorgen. Du hast schlecht geschlafen und bist deshalb noch total müde. Zudem ist in der vergangenen Woche einiges schief gelaufen und du bist so ziemlich frustriert. Mit diesen schlechten Gefühlen kommst du in den Gottesdienst und wirst freundlich eingeladen, mit Leib und Seele Lob- und Dankeslieder zu singen.

©TiM Caspary/Pixelio.de

Jetzt ist dein Entscheid gefragt: Willst du jetzt einfach als Beobachter da sein und schauen, ob dir die Musik gefällt und ob dich das Lobpreisteam mit dem Gesang mitreißen kann? Oder willst du jetzt Gott von Herzen danken für all das Gute, das er dir in deinem Leben schon geschenkt hat und für die Tatsache, dass er dich auch jetzt gerade fest in seiner Hand hält? Danken ist letztlich eine Willenssache. Du musst dich bewusst dafür entscheiden. Die Gefühle hinken dann oft hintennach.

 

Aus „Friends for ever„, Ausgabe 02/2009, Mit freundlicher Genehmigung

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