Gott ist… Vater

Gott stellt sich uns in der Bibel durch verschiedene Bilder und Vergleiche vor. Gut, dass Er das tut, denn sonst hätten wir kaum Ahnung von Seinem Wesen. Auch wenn diese Bilder nie vollständig Gottes Wesen beschreiben können, sind sie uns eine Hilfe, ein richtiges „Gottesbild“ zu bekommen. Gott ist z.B. nicht nur Vater, sondern auch Richter. Aber er ist auch nicht allein Richter, sondern gleichzeitig barmherziger Vater.

Vielleicht wehrt sich jetzt bei dir etwas dagegen, Gott „Vater“ zu nennen, weil du enttäuscht bist von deinem leiblichen Vater. Irgendwie automatisch übertragen wir diese Erfahrungen auf Gott bzw. es fällt uns schwer, sie nicht auf Gott zu übertragen. Deswegen ist es so wichtig, in der Bibel zu forschen, wie sich uns unser himmlischer Vater vorstellt – wie Er wirklich ist.

261 Mal kommt die Bezeichnung Gottes als Vater im Neuen Testament vor.

1. Jesus spricht vom Vater im Himmel

Jesus spricht von Gott sehr häufig vom „Vater im Himmel“ oder dem „himmlischen Vater“. Er selbst als Sohn Gottes redet Gott natürlich als Vater an und lehrt uns auch, das zu tun. Hier einige Beispiele:

„Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du allein bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, belohnen.“ Matthäus 6,6

„So sollt ihr beten: `Unser Vater im Himmel, dein Name werde geehrt.“ Matthäus 6,9

„Wenn ihr denen vergebt, die euch Böses angetan haben, wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.“ Matthäus 6,14

„Macht euch keine Gedanken über eure Nahrung – was ihr essen oder trinken sollt. Macht euch keine Gedanken darüber, ob Gott euch damit versorgen wird. Diese Dinge beherrschen das Denken der meisten Menschen, doch euer Vater weiß, was ihr braucht.“ Lukas 12,29+30

©Helene Souza/Pixelio.de

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„»Abba, Vater«, sagte er, »dir ist alles möglich. Lass diesen Leidenskelch an mir vorübergehen. Doch dein Wille geschehe, nicht meiner.«“ Markus 14,36

„Abba“ ist aramäisch und entspricht unserem „Papa“. Wir dürfen genauso, wie Jesus, voller Vertrauen mit Allem zu unserem himmlischen Papa kommen. Durch das Werk von Jesus am Kreuz dürfen wir ein echtes Vater-Kind-Verhältnis zu Gott haben:

„Seht, wie viel Liebe unser himmlischer Vater für uns hat, denn er erlaubt, dass wir seine Kinder genannt werden – und das sind wir auch!“ 1. Johannes 3,1

„Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn »Abba, Vater« rufen. Denn der Geist Gottes selbst bestätigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind.

Und als seine Kinder sind wir auch Miterben an seinem Reichtum – denn alles, was Gott seinem Sohn Christus gibt, gehört auch uns. Doch wenn wir an seiner Herrlichkeit teilhaben wollen, müssen wir auch seine Leiden mit ihm teilen.“ Römer 8,15-17

2. Der barmherzige Vater

©Wikimedia

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Das wohl bekannteste Gleichnis in der Bibel ist die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32). Sie stellt uns Gott als einen barmherzigen Vater vor.

Als einen Vater, der seinem Sohn die Freiheit lässt. Ein Vater, der nie aufhört, seinen Sohn zu lieben und immer darauf hofft, dass er wieder zurück kommt. Kein Groll, kein Hass.

Und als der Sohn dann zurück kommt, macht er ihm keine Vorwürfe. Er lässt ihn kaum ausreden, nimmt ihn voller Freude auf und organisiert schon das Fest! Eine für unsere menschlichen Erfahrungen total überraschende Reaktion!

Dieses Gleichnis macht Gottes bedingungslose Liebe und Seine Sehnsucht nach uns deutlich.

„So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn.“ Lukas 15,20

3. Gott zum Vater haben

Wenn Gott in der Bibel als Vater bezeichnet wird, bedeutet es, dass Er für uns sorgt, uns liebt und uns schützt. Durch den Glauben sind wir Geschwister von Jesus und Miterben!

Unser Vater im Himmel will uns alle Liebe geben, die wir brauchen, uns versorgen, leiten, erziehen und als Erben einsetzen! Wie groß Gottes Liebe zu uns ist, drückt sich darin aus, dass Er sogar Seinen einzigen Sohn, Jesus Christus, für uns hingibt!

©Christa El Kashef/pixelio.de

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Gott als Vater ist mehr als ein Bild – Gott IST Vater seiner Kinder. Denn: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Johannes 1,12

Von Seinen Kindern wünscht Er sich, dass diese Liebe erwidert wird und sich in Gehorsam ausdrückt; dass sie sichtbar wird in der Liebe, die Seine Kinder untereinander haben, in kindlicher Dankbarkeit und im Lob Gottes.

 

Ist dein Bild von Gott vielleicht verrutscht und dir ist gar nicht mehr so bewusst, dass ER doch dein himmlischer Vater ist, dich liebt und versorgt? Gib deine Zweifel auf und berge dich in Seinen Armen, komm zurück an Seine Hand. Er hat dich unendlich lieb, du bist Ihm wertvoll und kostbar.

Oder ist es vielleicht bei dir an der Zeit, wieder zurück zum Vater zu kommen, in Seine Arme zu laufen, zurück auf Seinen Weg zu kommen? Hab keine Angst, ER wartet schon auf dich!