Gott ist… Richter

Justiz-Krimis von John Grisham oder Gerichtsverhandlungen in Fernseh-Krimis haben mich schon immer fasziniert. Selbst musste ich noch nie vor Gericht aussagen, worüber ich auch ganz froh bin. Wenn die Bibel von Gott als „Richter“ und von „Gericht“ spricht, haben wir ein ganz bestimmtes Bild, das wir mit diesem Begriffen verbinden – geprägt von Fernsehen, eigenen Vorstellungen und Erfahrungen usw. Vielleicht denkst du an den erhobenen Zeigefinger und die Strafe, an Unbarmherzigkeit und strenge, ungerechte Urteile? Betrachten wir einmal genauer, was darüber in der Bibel steht.

1. Gott als Richter im Weltgeschehen und im Leben Einzelner

©Jason Morrison/Stock.xchng

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Wenn Gott in der Bibel richtet, dann geht es meistens um das Gericht über die Sünde. Im Alten Testament finden wir massenhaft Beispiele dafür.

Gott schickt Dürre (z.B. 1. Kön 1,17), Pest (z.B. 2.Sam 24,15), Plagen (z.B. 4.Mose 14,36), Krankheit (z.B. 2.Kön 5,27), um heidnische Völker, das Volk Israel, Städte (Sodom und Gomorra) oder auch Einzelpersonen (z.B. Achan und Familie in Josua 7) zu bestrafen. Auch im Neuen Testament gibt es eine solche tragische Begebenheit (Hananias und Saphira: Apg 5,1ff). Das scheint uns grausam, ungerecht und ungnädig. Das sind Berichte, die uns Angst machen können, die viele Menschen nicht einordnen können und die deswegen an den Gott der Bibel nicht glauben möchten. Doch Gott muss Sünde bestrafen, weil Er heilig ist und Sünde bei Ihm keinen Platz hat.

„Im NT bedeutet das griech. Wort krisis zunächst Scheidung, dann Entscheidung, Gerichtsentscheidung, Gericht. Es entspricht dem Wesen Gottes, das nur Licht ist, in dem keine Finsternis ist (1Joh 1,5; Jak 1,17), Licht und Finsternis voneinander zu scheiden (vgl. 1Mo 1,4). In ihm hat auch keine Sünde Raum, die ja ein Stück Finsternis ist. […] Wenn Gott richtet, soll nach seinem Willen das Verborgene ans Licht.“[1]

ABER: in Jesus hat Er selbst die Strafe für die Sünde auf sich genommen! Seither gilt bei Gott „Gnade vor Gericht“!

©Asif Akbar/Stock.xchng

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Weil ich Jesus Christus kenne, Er mir meine Sünden vergeben hat, brauche ich nicht mehr mit Strafe zu rechnen. Ich brauche keine Angst vor Gottes Gericht in meinem Leben und darüber hinaus zu haben. Und das bietet Gott allen Menschen an.

Manchmal frage ich mich, inwiefern Gott heute noch im Weltgeschehen und im Leben Einzelner richtend eingreift; aber dies wage ich nicht zu beurteilen. Dass Sünde oft logische Folgen hat, ist etwas Anderes: wenn jemand z.B. Ehebruch begeht, leiden die Beziehungen, gehen sogar kaputt, Partner und Kinder tragen seelische Verletzungen davon usw.

2. Gott als Richter nach dem Tod

Mit dem Gericht Gottes, das z.B. die Personen im Alten Testament zu Lebzeiten erfahren haben, ist jedoch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Alle, ob Lebende oder Tote, werden eines Tages vor ihrem Schöpfer erscheinen.

„Und genauso, wie es bestimmt ist, dass jeder Mensch nur einmal stirbt, worauf das Gericht folgt…“ Hebräer 9,27

Gott hat Jesus Christus als Richter eingesetzt, der einmal über alle Menschen Gericht halten wird. Dies tut er in verschiedenen Gerichten:

  • Das Gericht über Menschen, die keine Vergebung für ihre Sünden kennen

Wer den Namen Jesu nicht kennt, wer nicht an Jesus als seinen Herrn und Erlöser glaubt, wird verurteilt werden. (Mt 7,13; 2. Petrus 3,7; Offb. 20,15) „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet…“ Johannes 3,18
„Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus sind.“ Römer 8,1

Jeder, der Jesus Christus und die Vergebung der Sünden kennt, ist erlöst und gerettet von der ewigen Verdammnis. Er wird bei einem großen Fest dabei sein.

Das Preis-Gericht kann man vielleicht mit einer Oscar-Verleihung vergleichen. Es ist eine große Ehre, bei dieser Gala dabei zu sein. Man wird nicht beschimpft oder niedergemacht, sondern darf in schönen Kleidern an einem großen Fest teilnehmen. Viele werden gelobt, bekommen Auszeichnungen, Blumensträuße, aber nur manche bekommen einen Oscar.

©Viktors Kozers/Stock.xchng

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Bei diesem Gericht geht es also um unsere Werke und wie wir unsere Gaben eingesetzt haben. Beim Preisgericht wird nicht unsere schauspielerische Leistung belohnt, sondern wir werden dafür belohnt, wenn wir die Gaben, die Gott uns gegeben hat, Ihm zur Verfügung gestellt haben.

In 1.Kor 9,24-27 werden wir dazu aufgefordert, uns nicht auf der Erlösung auszuruhen, sondern alles daran zu setzen, um den Siegespreis zu bekommen.

 3. Was gilt…

  • „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.“ Joh 3,17

Das ist Gottes erstes Ziel, dass alle Menschen gerettet werden. Seine Gnade ist größer als die Schuld eines Menschen; Gott nimmt den Sünder immer an, wenn Er zu Ihm umkehrt.

Bei Gott gilt: „Gnade vor Gericht“.

Wir hätten alle den Tod verdient, doch durch das vollkommene Werk von Jesus Christus am Kreuz von Golgatha, haben wir Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus!

  • ©Dieter Schütz/Pixelio.de

    ©Dieter Schütz/Pixelio.de

    Gott ist ein absolut gerechter Richter. Er macht keine Fehler. Niemand wird einmal sagen können: wie Gott mich gerichtet hat, das ist ungerecht.

  •  Gott ist unbestechlich und schafft absolut Recht. Das macht mir Mut, denn einmal wird es für alles Gerechtigkeit geben.
  •  Gott richtet nicht nach Äußerlichkeiten, sondern nach „dem Verborgenen des Herzens“, ohne Ansehen der Person (1.Petrus 1,17; Jesaja 11,3)

Noch ein Wort zum Schluss:

Die Bibel warnt uns Menschen vor dem Richten und dem verdammenden Urteilen gegenüber anderen Menschen. Wir sollen uns nicht als Richter unserer Mitmenschen aufspielen.

„Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“ Lukas 6,37

Gottes Gnade und Liebe sollten unser Leben prägen, das Richten dürfen wir getrost Gott überlassen.

 

Link zu 6000 Punkte für den Himmel 

 


[1] Bibellexikon, Hrsg. Gerhard Maier; R. Brockhaus Verlag, Wuppertal und Zürich, elektronische Ausgabe, Troyer Information Systems Ltd, Sofia