Syrien: Das Gebet, die einzige Hoffnung der Christen

Die Christen Aleppos befinden sich im Mittelpunkt der Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Rebellengruppen. Ihr Leid ist unbeschreiblich.

«Es war schrecklich. Die Bombe, die die Rebellen absichtlich auf das christliche Viertel abgeworfen hatten, sprengte alles in die Luft. Unzählige Häuser wurden zerstört, so wie das Zuhause von Fouad. Der 13-Jährige war auf der Stelle tot», berichtet uns Jean-Clément Jeanbart, der Bischof von Aleppo.

2016-05-13-SYFouads Eltern konnten nicht einmal an der Beisetzung ihres Sohnes teilnehmen, denn sie lagen im Krankenhaus auf der Intensivstation.

Am 3. Mai wurde die Geburtsstation getroffen. Ein Anwohner klagt: «Meine Tochter wurde hier geboren. Dieses Gebäude, wo so viele Leben ihren Anfang genommen haben, ist nun zu einem Ort des Todes und der Zerstörung geworden.»

In Aleppo ist die Situation noch schlimmer als sonst wo in Syrien. Seit dem Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 haben drei Viertel ihrer christlichen Bewohner die Stadt verlassen. «Die belebtesten Strassen von damals sind unterdessen menschenleer. Die Geschäfte wurden geschlossen. Die übrig gebliebenen Bewohner wagen sich nicht mehr nach draußen. Die Angst bindet sie ans Haus. Es gibt keine Worte, die ihr Leid beschreiben könnten», erklärt ein Augenzeuge. Ein Priester fügt an: «So viele Tote und Verletzte! Die Menschen sind wie Christus, der sein Kreuz trug, während er dem Tod entgegen ging.»

Dennoch geben die Christen die Hoffnung nicht auf, wie diese Frau, die anonym bleiben möchte: «Wir weigern uns, zuzusehen, wie sich der Tod weiter in Syrien und insbesondere in Aleppo ausbreitet. Wir proklamieren die Auferstehung von Jesus über unserem geliebten Land», fleht sie.

Die syrischen Christen resignieren nicht und versammeln sich immer wieder, um gemeinsam für ihr Land im Gebet einzustehen. So wie am vergangenen Sonntag, der von den syrischen Kirchen zum Fasten- und Gebetstag für ihr Land erklärt worden war.

Wenn auch Sie gerne für Syrien und Irak beten möchten, dann finden Sie im Rahmen unserer Kampagne «Hoffnung für den Nahen Osten» für jedes der beiden Länder eine regelmässig aktualisierte Liste mit Gebetsanliegen auf unserer Webseite.

(Bild: Durch Bomben verwüsteter christlicher Stadtteil Aleppos)

Über Open Doors

Open Doors unterstützt als überkonfessionelles internationales Hilfswerk in über 50 Ländern Christen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden.
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