Nie mehr sündigen?

tommaso 79/shutterstock.com

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In Johannes 8,11 sagt Jesus zu einer Frau: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Wieso sagt er das, obwohl er ganz genau weiß, dass sie es wieder tun wird?

In ihrem Urteil über den Menschen lässt die Bibel keinen Zweifel:

„Alle sind schuldig geworden und haben die Herrlichkeit verloren, in der Gott den Menschen ursprünglich geschaffen hatte.“ (Römer 3,23)

Kurz: Alle Menschen sind Sünder. Als die Schriftgelehrten und Pharisäer die Ehebrecherin vor ihn bringen, versucht Jesus genau das deutlich zu machen:

„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erstes einen Stein auf sie“ (Johannes 8,7).

Vor Gott ist jeder schuldig und braucht Vergebung und Barmherzigkeit.
Sünde ist eine Grund Eigenschaft jedes Menschen. Trotzdem ist die Bibel nicht der Auffassung: Wenn sowieso alle Sünder sind, dann kann man ja gar nicht anders als sündigen. Denn Sünde ist und bleibt schrecklich und macht den einzelnen und die Gemeinschaft kaputt.

Jesus schenkt dieser Frau Vergebung. Aber er verharmlost die Sünde nicht. Ehebruch zerstört Familien und Ehebruch hinterlässt immer Verletzungen. Deshalb ist es etwas, was Gott nicht will. Und deshalb gilt: „Tu das von jetzt an nicht mehr!“

Schon im Gesetz des Mose steht:

„Du sollst nicht ehebrechen!“ (2. Mose 20,14).

Doch wenn Jesus das sagt, dann ist das nicht nur ein Gebot, sondern auch eine Verheißung. Denn mit ihm ist eine neue Zeit angebrochen: der neue Bund. Mit dem Kommen Jesu erfüllt sich das, was Gott durch die Propheten angekündigt hat:

„Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist: das versteinerte Herz nehme ich aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges dafür. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und euch nach meinen Rechtsbestimmungen richtet … ich werde euch von allem Sündenschmutz befreien …“ (Hesekiel 36,26–29)

 

Sabphoto/shutterstock.com

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Hier wird deutlich: Vergebung und ein Leben nach Gottes Maßstäben gehören zusammen. Möglich wird das durch das neue Herz, das den Wunsch hat, Gott gehorsam zu sein und durch den Heiligen Geist, den Gott uns schenkt.

Paulus, der zu Beginn des Römerbriefes darauf besteht, dass alle Menschen sündigen, beschreibt in Kapitel 6 ausführlich wie sich das bei Nachfolgern Jesu geändert hat:

„Stellt euch nicht mehr der Sünde zur Verfügung, und lasst euch in keinem Bereich eures Lebens mehr zu Werkzeugen des Unrechts machen. Denkt vielmehr daran, dass ihr ohne Christus tot wart und dass Gott euch lebendig gemacht hat, und stellt euch ihm als Werkzeuge der Gerechtigkeit zur Verfügung, ohne ihm irgendeinen Bereich eures Lebens vorzuenthalten. Dann wird nämlich die Sünde ihre Macht nicht mehr über euch ausüben. Denn ihr lebt nicht unter dem Gesetz; euer Leben steht vielmehr unter der Gnade.“ (Römer 6,13–14)

Gottes Gnade bedeutet mehr als die Vergebung meiner Sünden. Sie befreit mich von der Macht der Sünde. Deshalb gilt für jeden, der an Jesus glaubt, das Gebot und die Verheißung:

„Lasst den Geist Gottes euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den sündigen Begierden eurer eigenen Natur nachgeben.“ (Galater 5,16)

Andreas Schmidt
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