Gebet für die Zentralafrikanische Republik

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Hoffnung schöpfen

 

Die Zentralafrikanische Republik ist ein nur dünn besiedeltes Binnenland im Herzen Afrikas. Im Jahr 1960 wurde die ehemalige französische Kolonie unabhängig und leidet seither unter grosser politischer Instabilität. Seit der Staatsgründung hat das Land acht Aufstände und Staatsstreiche erlebt. Der letzte Putsch fand im März 2013 statt, als das Séléka-Rebellenbündnis den Staatschef François Bozizé stürzte und als Nachfolger Michel Djotodia an die Macht brachte. Zwar löste dieser die Sélékabewegung offiziell auf, doch die Milizen sind weiter aktiv. Der Putsch stürzte das Land in eine Spirale der Gewalt. In den vergangenen Monaten und Wochen haben Tausende ihr Leben gelassen. Ausserdem befinden sich landesweit über 800.000 Menschen auf der Flucht.
Im Januar trat Djotodia unter Druck zurück und wurde von der neu gewählten Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza abgelöst. Sie hat einen neuen Premierminister berufen, der eine Regierung bilden und die Wahlen, die für den Dezember 2014 angesetzt sind, vorbereiten soll.
Unterdessen ziehen sich die Séléka-Rebellen in den Norden des Landes und in die nördlich an die ZAR angrenzenden Länder Tschad und Sudan zurück. Überall, wo sie vorbeiziehen, hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung. Ihnen folgen die Anti-Balaka, die nun ihrerseits der muslimischen Bevölkerung das antun, was die Séléka den Christen angetan haben.
In einer Stellungnahme betonen die zentralafrikanischen Bischöfe: „Wir bedauern die Berichte, die Anti-Balaka als christliche Gruppe beschreiben. Die Anti-Balaka setzen sich aus Teilen der Bevölkerung zusammen, die von den zahlreichen Übergriffen der Séléka-Rebellen genug haben. Wir betonen jedoch noch einmal, dass nicht alle Anti-Balaka Christen und nicht alle Christen Anti-Balaka sind. Dasselbe gilt für Ex-Séléka-Mitglieder und Muslime.“
Zu den riesigen Lagern, wo die Flüchtlinge unter unmenschliche Bedingungen leben, kommt eine drohende Hungersnot, da die landwirtschaftliche Produktion seit einem Jahr lahm gelegt ist. Mit dem Beginn der Regenzeit drohen ausserdem Seuchen, und die Strassen ins Hinterland sind kaum mehr befahrbar.
Seit dem Ausbruch des Konflikts haben viele Christen ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind nun mittellos. Die Liste der ermordeten Pastoren, vergewaltigten Frauen sowie zerstörten kirchlichen Einrichtungen ist lang und liest sich schmerzhaft; zurück bleiben traumatisierte Frauen, Kinder und Gemeinden.

Auf dieser Seite finden Sie die Gebetsanliegen für die ZAR, die unserem Gebetskalender aus dem Magazin entnommen sind. Weitere Informationen zum Land finden Sie ausserdem unter dem Länderprofil.

Bitte beteiligen Sie sich am Gebet um Frieden und Versöhnung, um Heilung der traumatisierten Menschen und Wiederaufbau des Landes.

Frieden:
Die Menschen leiden seit Jahren unter instabilen Regimes, Konflikten und Gesetzlosigkeit; doch seit Dezember 2012 ist die Lage schlimmer denn je.
Beten wir für die Übergangspräsidentin, Catherine Samba-Panza, dass sie für die Bevölkerung zum Segen wird, und für eine unbestechliche Regierung, die sich mit Weisheit und Mut für den Wiederaufbau einsetzt.

Frieden: Die Afrikanische Union will mit 4500 Friedenssoldaten und mit Hilfe von 1600 Franzosen das Land sichern.
Open Doors ist froh um diese Truppen, unterstützt aber weiterhin die Forderung der Kirche nach einer umfassenden UN-Friedensmission, wie sie sie im „Aufruf von Bangui“ formuliert wird.

Versöhnung: Die Gewalt zwischen Anti-Balaka und Ex-Séléka haben ein unbeschreibliches Ausmass angenommen, vor allem in entlegenen Gebieten, wo die Friedensbemühungen gescheitert sind.
Beobachter warnen seit Monaten vor dieser Zuspitzung.
Beten wir für alle Soldaten, religiösen und politischen Führer, die sich bemühen, Ruhe und Frieden in den Gebieten herzustellen, in denen die Kämpfe zu einem Krieg zwischen den Religionen ausartet.

Versöhnung: Obwohl Christen in der ZAR die Mehrheit sind, wurden sie zur Zielscheibe muslimischer Séléka, die in Bangui ein islamisches Regime errichten wollten.
Beten wir für Christen, die extreme Gewalt und Verluste erlitten haben: dass Gott sie heilt und ihnen Gnade und Kraft schenkt, im christlichen Sinn zu reagieren und zu verzeihen.

Versöhnung: Die so genannt christlichen Regierungen der vergangenen Jahrzehnte haben durch Korruption, Misswirtschaft und Vetternwirtschaft dem Christentum schwer geschadet. Einheimische Pastoren sagen, die Kirche habe sich nicht genug von diesen Machenschaften distanziert.
Danken wir dem Herrn für diese Einsicht und das Bemühen, wieder echte Zeugen Christi zu werden.

Heilung: Das Leben zahlloser Frauen und Kinder wurde in den vergangenen Monaten zerstört.
Sie haben kein Zuhause mehr, leiden Hunger und sind schwer traumatisiert.
Beten wir besonders für die vielen vergewaltigten Frauen und Mädchen. Bitten wir für die Anstrengungen von Open Doors, zusammen mit den Kirchen Orte der Zuflucht und Heilung für die Opfer zu schaffen.

Wiederaufbau: Nach UN-Angaben ist ein Fünftel der Bevölkerung auf der Flucht und mehr als die Hälfte der Bewohner auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Die Vertriebenen suchen Zuflucht in Kirchen, Moscheen und improvisierten Lagern. Andere verstecken sich im Busch und sind ohne Obdach, Nahrung und medizinische Versorgung.
Beten wir für sie.

Über Open Doors

Open Doors unterstützt als überkonfessionelles internationales Hilfswerk in über 50 Ländern Christen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden.
www.opendoors-de.org