Es weihnachtet sehr

H.D.Volz / pixelio.de

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Ein Gedicht zum Fest der Feste

Von draußen vom Christkindlmarkt komm ich her
und ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.
Alle Jahre wieder dreht sich das Karussell;
kitschige „White Christmas“- Lieder vertreiben die Sorgen ganz schnell.
„Langos, Maroni, gebratene Mandeln!“ – der Lockruf der Händler erschallt.
Rein ins Weihnachtsvergnügen, schlagt voll euch die Bäuche und freuet euch,
´s Christkind kommt bald.

Von der Fußgängerzone da komm ich her
und ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.
Schon seit Mitte Oktober ist hier alles festlich geschmückt
und die Warenhauslager sind mit neuen Beständen bestückt.
Hektische Frauen, mürrische Männer, Gedränge beim Weihnachtsbazar –
all das lässt uns ganz deutlich erkennen: Die stillste Zeit ist’s im Jahr.

Von der Sicherheitskonferenz da komm ich her
und ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.
Neben der Terrorbekämpfung wird dort ganz ungeniert
wegen des nahenden Festes ein Waffenstillstand diskutiert.
Und so wird in Nahost und vielleicht auch in Kaschmir – nun sagt:
Findet ihr das nicht fein? –
Friede für ganz genau 24 Stunden den Menschen auf Erden sein.

Von draußen von Bethlehem, da komm ich her.
Ich muss sagen, dort weihnachtet es gar nicht sehr.
Ein mickriger Stall bei der Kneipe, ein Mann, eine Frau und ihr Kind,
eine Krippe, dazu ein paar Hirten und im Hintergrund Esel und Rind.
Alles, was uns an Weihnachten wichtig erscheint, hab ich hier gänzlich vermisst.
Na ja – die Menschen damals konnten halt noch nicht wissen,
was der wahre Sinn von Weihnachten ist.

Peter Rettinger war Journalist und Pädagoge. Als Pensionist ist er aktiv in Verkündigung und Beratung.
peter@rettinger.cc

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