Ein Herz für Häftlinge

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Etwa 5.600 Weihnachts-Pakete wird Josef Reiter mit seinem Team auch heuer wieder in rund 20 österreichischen Gefängnissen verteilen. Inhalt: ein christlicher Kalender und etwas zum Naschen. Der Ex-Polizist ist überzeugt, dass Gott auch Verbrecher liebt. Und dass Umkehr und Neubeginn möglich sind.

Als Polizist hat Josef Reiter viel erlebt und gesehen. Nach einigen Jahren in Niederösterreich siedelt er 1984 nach Launsdorf in Kärnten, wo er bis zu seiner Pensionierung 2009 als Gruppeninspektor seinen Dienst versieht. Zusätzlich engagiert sich der Familienvater seit 1983 ehrenamtlich für Häftlinge: Mehrmals im Jahr besucht er in Zusammenarbeit mit der Organisation „Gesprengte Ketten“ Justizanstalten in ganz Österreich. Er fühlt sich von Gott dazu berufen, den Insassen menschliche Wärme und Hoffnung zu bringen.

Weihnachten hinter Gittern

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Weihnachten ist für viele Häftlinge eine besonders schlimme Zeit. Darum möchte Josef Reiter speziell an diesen Tagen die Gute Nachricht von Jesus Christus vermitteln. Das geschieht entweder im Rahmen von Weihnachtsfeiern oder in der persönlichen Begegnung mit den Häftlingen. Reiter selbst geht von Zelle zu Zelle und überreicht den Insassen ein Weihnachtspaket. Dieses enthält neben einer Süßigkeit einen christlichen Kalender – und zwar in der jeweiligen Muttersprache des Häftlings. Zahlreiche freikirchliche Gemeinden sowie Einzelspender sorgen für die nötigen finanziellen Mittel – rund 25.000 Euro pro Jahr. Josef Reiter, sichtlich bewegt: „Es ist ein Wunder, dass Gott das Geld gibt!“ Neben Finanzen bildet auch das Gebet eine wesentliche Grundlage für die Gefängnisarbeit. „Danke, wenn Sie für die Einsätze vom 15. bis zum 24. Dezember beten!“ Ob zu den Feiertagen oder sonst im Jahr: Wie so ein Einsatz abläuft, ist sehr unterschiedlich. „Jedes Gefängnis ist anders, überall hat man andere Möglichkeiten“, erzählt Josef Reiter. In kleineren Haftanstalten ist es möglich, nach einem 45-minütigen Konzert – etwa mit dem christlichen Folkduo Outi&Lee – und einer 15-minütigen Kurzpredigt mit den Häftlingen noch für zwei oder drei Stunden zusammenzusitzen. In großen Gefängnissen mit über 1.000 Häftlingen geht das meist nicht. Hier können Josef Reiter und sein Team oft nur kurz das Evangelium weitergeben.

Freundlich und zuvorkommend

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Über Jahre hat Josef Reiter Vertrauen zu den Justizwachebeamten aufgebaut. Darum gibt es auch keine Vorbehalte von Seiten der Gefängnisleitung gegen seine Besuche. Und die Reaktion der Insassen? „Es hat noch nie Probleme gegeben, dass uns jemand beleidigt oder angegriffen hätte“, erzählt Reiter. „Ganz im Gegenteil: Sie waren uns gegenüber immer sehr freundlich!“ Wobei der Ex-Inspektor aus seiner langjährigen Erfahrung natürlich weiß, dass man hinter Gittern nicht blauäugig sein darf. Nicht alles, was die Gefangenen erzählen, ist die reine Wahrheit. Doch hat er auch beobachtet, wie sich bei den Einsätzen das Verhalten der Häftlinge untereinander gravierend verändert: „Wenn sie hereinkommen pöbeln sie sich gegenseitig an. Wenn sie den Saal verlassen, nachdem sie Gottes Wort gehört haben, sind sie freundlich und zuvorkommend. Ihre Art verändert sich innerhalb einer Stunde!“

 

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Hunderte Einsätze, tausende Weihnachts-Pakete, unzählige Gespräche … Josef Reiters Engagement hinterlässt Spuren: Er weiß von etlichen Häftlingen, die vom Evangelium nachhaltig berührt worden sind. Teilweise verbüßen sie noch immer ihre Haftstrafe, besuchen aber einen Glaubenskurs im Gefängnis. Andere – längst wieder auf freiem Fuß – haben nicht nur einen neuen Lebenswandel begonnen: Sie haben mit Gottes Hilfe eine ganz neue Art der Freiheit kennengelernt.

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