Der göttliche Durstlöscher

Sport ist eine meiner großen Leidenschaften. Ich liebe es, im Fitnessstudio Gewichte zu heben und zu schauen, wie oft ich dieses oder jenes Gewicht stemmen kann. Es fühlt sich einfach gut an, meinen Körper auf die Belastungsprobe zu stellen. Es hilft mir auch einen kühlen Kopf zu bewahren und die Herausforderungen des Alltags besser zu meistern. 

Habe ich mich im Fitnessstudio mal wieder so richtig verausgabt, dann verlangt mein Körper ganz besonders nach einer Sache: Wasser. Jeder der sich schon mal so richtig beim Sport oder bei der Arbeit verausgabt hat, der kennt das. Man bekommt richtig Durst. Aber manchmal müssen wir uns gar nicht groß körperlich verausgaben, um so richtig Durst zu haben, da reicht schon ein heißer Sommertag.
Für jeden von uns ist klar: Unser Körper braucht von Natur aus Wasser. Wer dieses Bedürfnis nicht stillt, der bekommt Kopfschmerzen oder wird schlapp und kraftlos – vor allem nach einer ausgiebigen Runde Sport oder an einem heißen Tag.

Aber neben körperlichen Bedürfnissen wie Durst, Hunger und Schlaf haben wir auch seelische Bedürfnisse. Du, ich und alle anderen Menschen haben das Bedürfnis nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Anerkennung und nach Frieden. Und genau so wie wir unseren Durst stillen wollen, so wollen wir auch diese Bedürfnisse stillen. Wir legen uns mächtig ins Zeug um andere mit unseren Talenten zu beeindrucken, damit wir ihre Anerkennung erhalten. Wir sind freundlich, nett und hilfsbereit, damit uns andere ihre Liebe schenken. Oder wir sehen über schmerzhafte Dinge, die uns andere getan haben, hinweg, um friedlich mit ihnen zusammen sein zu können. Manchmal funktioniert es, dass wir durch diese und andere Taten unsere seelischen Bedürfnisse erfüllen können – manchmal auch nicht. Aber auch wenn mal alles funktioniert so wie es soll, spürt man doch eine gewisse Leere in sich. Menschliche Anerkennung, der Wunsch nach Frieden und Liebe, das sind keineswegs schlechte Dinge, aber sie werden uns nie vollkommen zufriedenstellen. Auch wenn man all diese Dinge erhält, hat man trotzdem oft den Eindruck etwas fehlt, obwohl äußerlich gesehen alles in Ordnung ist.

Diese innerliche Leere spürt man noch mehr, wenn die Dinge alles andere als glatt laufen. Wenn man im Leben eine Pechsträhne nach der anderen hat. Gerade in solchen Situationen versuchen wir Menschen die Leere mit noch mehr äußerlichen Dingen zu füllen – oft erfolglos. Der ein oder andere trainiert täglich, damit er im Sport eine Glanzleistung ablegen kann und Anerkennung erhält. Der andere lernt Tag und Nacht, um Eindruck zu schinden mit seinen Noten. Wiederum opfert sich eine andere Person völlig auf, um das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden. Andere gehen ein Schritt weiter und greifen zu Drogen, weil sie den grauen Alltag oder ihre seelischen Schmerzen nicht mehr ertragen können. 

„All diese Dinge besänftigen unsere Leere für einen Moment, ein paar Stunden oder vielleicht auch für ein paar Tage, aber schlussendlich bleibt die Leere vorhanden.“

Du bist davon nicht überzeugt? Dann schau doch Mal nach was der König Salomo für ein Fazit zieht über all seinen Reichtum, seine Macht und die vieeeelen Frauen, die er hatte. Dieser Mann hatte alles, was ein Mensch nur haben kann, aber trotzdem fehlte ihm etwas. Das kannst du in der Bibel, im Buch Prediger 2,4-11, nachlesen. So ausweglos die Situation für uns Menschen scheint, gibt es doch einen Weg der uns aus all dem raus hilft. Und dieser Weg heißt nicht: noch mehr Leistung, noch mehr Besitz oder noch mehr Drogen. Nein, dieser Weg heißt: Glaube und zwar der Glaube an Gott. Unsere Leere kommt daher, dass eines unserer menschlichen Bedürfnisse von Natur aus nicht gestillt ist: Die Gemeinschaft mit Gott oder in anderen Worten die Beziehung zu Gott. Niemand anderes als Gott kann dieses Bedürfnis stillen. Kein Mensch, kein Reichtum, keine Drogen. 

Gott will unseren Durst nach einer Beziehung mit IHM stillen. Er bietet es uns an, eine Beziehung mit IHM zu beginnen. Das wird vor allem deutlich als Gott in Jesus Christus Mensch (Joh. 1,14; Lk. 1,35; Phil. 2,6-7) wurde und unter uns Menschen lebte, vor ca. 2000 Jahren. Und als er damals hier bei uns gewesen ist, da hatte er auch mal so richtig Durst. Er war zu Fuß unterwegs und bat eine Frau, ihm Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen an dem er sich gerade ausruhte. Die Frau ist freundlich und schöpft Jesus bereitwillig Wasser aus dem Brunnen. Währenddessen beginnt Jesus ein Gespräch mit dieser Frau. Und im Laufe des Gesprächs sagt er folgende Worte zu ihr: 

„Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser [aus dem Brunnen] trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“ 

Spricht hier Jesus von einem Wasser, das einem ewiglich den Durst stillt? Jein.

Jein? Jesus nutzt hier das Wasser als ein Bild, um zu beschreiben, dass er, Gott, all unsere Bedürfnis stillen

kann. Er meint damit nicht nur unsere körperlichen Bedürfnisse, sondern auch unsere seelischen Bedürfnisse. Nicht nur die Frau an dem Brunnen hatte die Möglichkeit von diesem Wasser zu trinken, auch wir können es. Die Frage aber ist, ob wir von dem Wasser trinken. Das Wasser, welches Gott uns anbietet, können wir ablehnen, wir haben die freie Wahl es anzunehmen oder es abzulehnen.

Aber wie nehme ich nun etwas an, was ich nicht sehe? Wie bekomme ich etwas von dem Wasser, das Gott uns Menschen anbietet? Die Antwort heißt: Glaube.

Wer anfängt an Gott zu glauben, also IHM zu vertrauen, der trinkt bildlich gesprochen vom „Wasser des Lebens“.

Glauben bedeutet, die Bibel für wahr zu halten und so zu leben, wie es Gott in der Bibel von uns Menschen verlangt. Wer beginnt, Gott zu glauben, dessen Durst wird Schluck für Schluck gestillt. Du hast gerade, jetzt und hier, die Möglichkeit den ersten Schluck vom Wasser des Lebens zu nehmen und dich für ein Leben mit Gott zu entscheiden. Aber wie gesagt, das ist erst der erste Schluck von Gottes Durstlöscher. Wer Jesus Christus als seinen persönlichen Retter annimmt, dessen Durst nach einer Beziehung zu Gott wird gestillt und der darf sich sicher sein, dass er sein Leben nach dem Tod bei Gott verbringen wird. Aber erst in dem Leben nach dem Tod wird die Beziehung zu Gott vollkommen sein, erst im Jenseits wird Gott unseren Durst vollkommen stillen. Solange wir noch hier auf der Erde sind, müssen wir uns ständig dazu entscheiden, von Gottes Durstlöscher zu trinken, denn nur so können wir hier auf Erden unseren Durst stillen. Nur wer sich entscheidet regelmäßig einen Schluck von Gottes Durstlöscher zu nehmen, der ist in der Lage das Leben nach Gottes Willen und mit Gottes Unterstützung zu meistern. 

Wie kann man nun regelmäßig einen Schluck von Gottes Wasser nehmen? Durch regelmäßiges Gebet, kontinuierliches Bibellesen, anhören von Predigten, durch das Nachdenken über Gottes Wort und Gemeinschaft mit anderen gläubigen Christen. 

„Je mehr du Gott vertraust, desto mehr wirst du merken, dass er deinen Durst stillt.“

Wenn du in deinem Vertrauen zu Gott wächst, wirst du auch merken wie du manchen Dingen gegenüber unabhängiger wirst. Wer seinen Durst von Gott stillen lässt, für den werden unechte und trügerische Durstlöscher wie Drogen, Reichtum und sozialer Status immer mehr an Wert und Reiz verlieren. 

Wo stillst du deinen Durst? Hast du bereits einen großen Schluck von Gottes Durstlöscher genommen? Wenn du den ersten Schluck nehmen möchtest findest du unten ein Gebet, mit dem du dich an Gott wenden kannst. Falls du das schon getan hast, hör nicht auf weiterhin deinen Durst bei Gott zu stillen. Warte auch nicht so lange, sondern nimm doch am besten gleich jetzt den nächsten Schluck!

Übergabegebet:

Jesus Christus, ich danke dir dafür, dass du Interesse an mir hast und dass du Gemeinschaft mit mir haben möchtest! Ich danke dir dafür, dass du weißt, was ich brauche und meinen Durst stillen willst. Jesus Christus, ich vertraue dir und Glaube, dass du der einzig wahre Gott bist. Vergib mir meine Schuld, dass ich bisher nicht so gelebt habe wie du es von mir verlangst. Vergib mir, dass ich meinen Durst nicht bei dir gestillt habe, sondern es mit anderen Dingen versucht habe. Bitte hilf mir dabei, dich immer mehr zu verstehen und das zu tun, was du willst. Hilf mir ein Leben zu leben, was dir Freude bereitet. Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast und tun wirst! Amen. 

 

© Marc Messmer