Bebauen und Bewahren

Rainer-Sturm /pixelio.de

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Die Gebrauchsanleitung, die Adam (= Mensch) für den Garten erhielt, war kurz und bündig: bebauen und bewahren. Eine einfache Formel, die alles enthält, was wichtig ist. Für Aktivitäten abseits von Flora und Fauna könnte die Formel lauten: erzeugen und erhalten. Gemeinsam ist das „und“. Auf das „und“ kommt es an, im Garten wie im Betrieb. Adams Nachfolger haben sich immer seltener an die Formel gehalten. Sie haben neue Formeln aufgestellt:

Ausbauen und ausbeuten:
Alles muss immer größer sein („Multiplex“, „Mega-Markt“), von allem muss es immer mehr sein. Masse statt Maß. Das Letzte wird herausgeholt, und „hinter mir die Sintflut“.

Abbauen und absahnen:
Rohstoffe werden abgebaut – oft ohne Rücksicht auf Umwelt oder lokale Bevölkerung, und unter furchtbaren Arbeitsbedingungen (Kinderarbeit, gesundheitliche Gefährdung, …). Auch Arbeitsplätze werden abgebaut, „wegrationalisiert“. Die meisten Unternehmen haben die Produktion längst in Billiglohnländer verlegt. Damit die Dividende (die „Sahne“), der „Shareholder Value“ stimmt.

Verbauen und vernichten:
Siedlungen, Straßen, Parkflächen – immer mehr Land wird „versiegelt“ (und trägt etwa zu Überflutungen bei); Ackerland wird für Monokulturen „missbraucht“ (Österreich etwa beansprucht 250.000 Hektar Anbaufläche im Ausland nur für Futtersoja). Vernichtet werden fossile Brennstoffe, aber auch Nahrungsüberschüsse.

Adam hat einen entscheidenden Fehler begangen: Er wollte sein wie Gott, selber wissen – und damit entscheiden! – was gut und böse ist. Die Folgen sind bekannt. Bekannt ist aber auch, dass in Jesus der „zweite Adam“ (siehe Römer 5,12ff ) gekommen ist, um den Schaden des ersten gut zu machen, um uns mit Gott zu versöhnen und uns wieder auf ihn auszurichten.

Nein, es gibt keine einfachen Lösungen für unsere komplexen Probleme. Die rechte Balance zwischen Bebauen und Bewahren zu finden ist schwieriger denn je. Aber Gott in unser Planen und Bauen und Organisieren einzubeziehen und mit seiner Hilfe zu rechnen wäre zumindest die rechte Ausgangsbasis. Die hatte ja auch Adam …

Peter Rettinger, Pädagoge und Journalist, ist Mitarbeiter im „Institut für Lebensgestaltung“ von Agape Österreich.
peter@rettinger.cc
www.agapeoesterreich.at

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