Aus dem Tagebuch einer Bibel

Gottesdienst, Jugendstunde, Bibelkreis, Gebetsstunde oder Sonntagsschule – jede Woche aufs Neue ist die Bibel unser treuer Begleiter. Doch es ist ein Unterschied, ob die Bibel überall einfach nur dabei und zu Hause gut greifbar im Regal platziert ist oder ob sie auch wirklich gelesen und aufgeschlagen wird. Wie würde es aussehen, wenn deine Bibel Tagebuch schreibt? Was würde sie berichten?

Aus dem Tagebuch einer Bibel…

14. Januar:
Die ersten Tage des neuen Jahres hatte ich meine Ruhe gehabt, danach war es aber eine sehr intensive Zeit für mich. Jeden Tag wurde ich gelesen. Morgens und abends. Mein Besitzer war nämlich fest entschlossen, mich in diesem Jahr einmal vollständig durchzulesen. Jetzt ist es aber schon wieder ruhiger geworden und ich habe das Gefühl, bereits ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein.

11. Februar:
Heute wurde ich endlich wieder einmal in die Hand genommen. Allerdings wurde ich nicht geöffnet, sondern nur mit einem Staubwedel gekitzelt. Lachen konnte ich darüber aber irgendwie nicht. Dann wurde ich wieder an meinen Platz gestellt. Anscheinend war wohl heute großer Frühjahresputz angesagt.

8. März:
Heute war endlich wieder einmal viel los und ich habe fast drei Stunden gearbeitet. Mein Besitzer ist anscheinend morgen mit der Leitung in der Sonntagschule dran. Er hat einige Verse nachgeschlagen und trotzdem viele nicht gefunden, obwohl sie noch immer an der gleichen Stelle stehen. Sowie es aussieht, darf ich morgen sogar endlich wieder mit zur Sonntagsschule. Ich freue mich schon.

25. April:
Nach dem Sonntagschulausflug wurde ich wieder ins Regal gestellt und heute mal wieder abgestaubt. Auch wenn es wirklich kitzelt, ist mir gar nicht zum Lachen zumute.

10. Mai:
Heute kam der Großvater meines Besitzers zu Besuch. Ich dachte zuerst er hätte sich vergriffen, aber er hat tatsächlich nach mir gesucht. Er schlug Psalm 119,105 auf und ich spürte, wie eine Träne auf meine Seiten tropfte. Ich war ihm dafür nicht böse. Irgendwie war es ein schönes Gefühl.

13-15. Mai:
Jeden Nachmittag bin ich nun in Großvaters liebevollen Händen. Manchmal liest er laut, manchmal mit geschlossenen Augen und sogar gesungen hat er ein paar Verse.

16. Mai:
Großvater ist wieder abgereist. Zum Abschied nahm er mich dann noch einmal in die Hand, strich mit seinen Händen behutsam über meinen Einband, übergab mich meinem Besitzer und fand dabei tiefe Worte der Liebe und des Lobes für mich. Er scheint definitiv mehr von mir zu halten, als mein Besitzer.

3. Juni:
Heute wurde ich zum ersten Mal von der Tochter meines Besitzers genutzt. Sie legte schöne Blumen und sogar ein vierblättriges Kleeblatt in meine Seiten. Zuerst freute ich mich darüber, so schön geschmückt zu werden. Als ich dann plötzlich wieder unsanft zugeschlagen wurde, merkte ich, dass ich nun als Blumenpresse genutzt werde. Ich habe schon lauter grüne Flecken auf meinen Seiten. An diese neue Aufgabe muss ich mich erst noch gewöhnen.

20. Juli:
Heute wurde ich wieder aus dem Regal genommen. Leider wurde ich nicht aufgeschlagen, sondern direkt in einen Koffer gelegt. Da ich neben Kleidern, Schuhe und Unterwäsche liege, nehme ich stark an, dass es in den Urlaub geht. Ob ich dann vielleicht endlich wieder gelesen werde?

12. August:
Hmm…ich bin noch immer im Koffer. Alle anderen Sachen sind schon weg. Ob ich übersehen wurde? Ich wundere mich, warum ich überhaupt mitgenommen wurde. Ich habe meinen Platz im Koffer bisher nicht verlassen.

1. September:
Puh, ich wurde doch nicht im Koffer vergessen und auf die Komode gestellt. Einerseits bin ich ja wirklich froh darüber, denn im Koffer war es ziemlich dunkel und einsam, aber jetzt fühle ich mich irgendwie bedrängt. Vier Comics, Zwei Motorradzeitschriften und ein Bilderbuch liegen auf mir. Was würde ich dafür geben, wenn ich so oft gelesen würde, wie sie.

20. Oktober:
Endlich wurde ich wieder abgestaubt.

7. November:
Heute wurde ich von meinem Besitzer aus dem Regal geholt und tatsächlich wurde auch in mir gelesen. Ich habe gehört, dass Großvater sehr krank ist. Mein Besitzer schreibt ihm nun einen Brief und sucht deshalb nach ein paar ermutigenden Versen in mir. Eigentlich bin ich voll davon, aber er hat sehr lange gebraucht und geblättert, bis er etwas ermutigendes gefunden hat. Ich befürchte, er hat keine Ahnung, wie viel Gutes in mir steckt.

18. Dezember:
Nun ist es bald wieder soweit und es stehen einige Arbeitstage an. Vermutlich werde ich erst einmal unter Geschenkpapier und Paketen verschwinden und am 23ten hervorgeholt – das altbekannte Weihnachtsevangelium. Aber eigentlich freue ich mich schon, vor allem auch, weil ich sehr wahrscheinlich in den Wochen danach wieder regelmäßiger gelesen werde, bevor es wieder ruhiger wird.

Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist. Hebräer 4,12 (NGÜ)

Gottes Wort ist eine Waffe, doch mit einem großen Unterschied: Sie ist nicht da, um zu verletzen, sondern um uns zu erbauen. Sie gibt uns Kraft, zeigt echte Wirkung in unserem Leben und macht uns Bereiche deutlich, in denen wir Veränderung von Gott nötig haben. Sie hilft uns, Jesus immer mehr besser kennen zu lernen und in unserer persönlichen Beziehung zu ihm zu wachsen. Mache davon Gebrauch und erlebe auch Du, wie Gottes Wort dich verändert und in deiner Beziehung und Liebe zu Jesus wachsen lässt.