Als aber die Zeit erfüllt war

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Als aber die Zeit erfüllt war, hätte Gott seinen Sohn gesandt, wenn dieser nicht gesagt hätte: „Vater, das ist doch sinnlos. Was versprichst du dir davon? Siehst du nicht, dass sie einfach nicht begreifen wollen? Sie könnten ihr Leben in die eigenen Hände nehmen und ihre Angelegenheiten selber erledigen, haben sie gesagt. Warum lässt du sie also nicht einfach laufen? Ich weiß wirklich nicht, was ich da ausrichten sollte.“

Oder so?

Als aber die Zeit erfüllt war, hätte Gott seinen Sohn gesandt, wenn dieser nicht gesagt hätte: „Vater, du bist zu weich. Du lässt dich immer wieder breitschlagen, gnädig zu sein. Sie führen dich doch ständig an der Nase herum. Von wegen Einsicht, Reue, Buße – alles nur Show! In Wahrheit wollen sie doch genauso weitermachen wie bisher und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ich sage es ganz offen: Das unterstütze ich nicht.“

Oder so?

Als aber die Zeit erfüllt war, hätte Gott seinen Sohn gesandt, wenn dieser nicht gesagt hätte: „Unter einer Bedingung, Vater: Du erteilst mir die Vollmacht, hart durchzugreifen. Du gibst mir freie Hand, diejenigen unter ihnen zur Rechenschaft zu ziehen, die für das ganze Schlamassel verantwortlich sind. Du akzeptierst, dass ich mit eisernem Besen kehre und ordentlich aufräume. Dann soll es meinetwegen sein.“

Oder gar so?

Als aber die Zeit erfüllt war, hätte Gott seinen Sohn gesandt, wenn dieser nicht gesagt hätte: „Also ehrlich, Vater, wie soll das gehen? Glaubst du wirklich, die warten ausgerechnet auf mich? Soll ich mich so einfach unters Volk mischen, vielleicht noch wie einer von ihnen werden? Denen passe ich doch nicht in den Kram. Wenn ich mich mit denen anlege, kreuzigen sie mich am Ende noch. Und hast du dir überlegt, wo ich überhaupt auf die Welt kommen soll? Wie wär’s mit einem Stall …? Also vielen Dank.“

Oder doch so?

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt. Gott sandte ihn, um uns aus der Gefangenschaft des Gesetzes freizukaufen und als seine Kinder anzunehmen. Und weil ihr seine Kinder geworden seid, hat Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz gegeben, sodass ihr zu Gott nun „lieber Vater“ sagen könnt. (Galaterbrief im Neuen Testament, Kapitel 4, Verse 4 – 6)

Autor
Peter Rettinger
war Journalist und Pädagoge. Als Pensionist ist er aktiv als Redner und Berater.

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