Ich kann nicht aufhören zu essen!

Wenn „Ich kann nicht aufhören zu essen!“ auf dich zu trifft, kann es dafür unterschiedliche Gründe geben; sowohl körperlich, seelisch als auch verhaltensmäßig. Man fühlt sich dabei meistens nicht wohl. Es plagt einen das schlechte  Gewissen oder man ist frustriert. Was kann man sich Gutes tun?

©Benjamin Thorn/Pixelio.de

Heißhungerattacken: das hemmungslose Essen

In unserer Gesellschaft läuft auf sozialer Ebene nichts ohne Essen und Trinken, und wenn es Knabberzeug betrifft. Oft möchte man gar nichts essen, aber das Angebot ist da. Es blinzelt einem andauernd zu, bis man zugreift und nicht mehr aufhören kann. Man geht einkaufen und von allen Seiten lächeln dir die ungesunden Snacks entgegen. Die Schokolade scheint zu rufen: „Vernasch mich!“. Die Torte sieht ganz verführerisch aus und da soll man nein sagen? Lieber verzichten wir auf unsere regelmäßigen Mahlzeiten, damit wir uns diesen Extras hemmungslos zuwenden können. Egal ob richtige oder getäuschte Gedanken, sie haben uns im Griff.

Heißhungerattacken als Schutz gegen Mangel

Wenn du über längere Zeit viel Süßes, Snacks oder Fertigprodukte konsumierst, kannst du in gewissem Maße vom Geschmacksverstärker Glutamat abhängig werden. Dieser Geschmack lässt dich mehr essen als du möchtest. „Ich kann nicht aufhören zu essen“ kann ausarten in Heißhungerattacken. Zuviel Verzicht kann auf Kosten einer ausgewogenen Ernährung gehen. Dadurch entsteht ein Mangel an Mikro- bzw. Makronährstoffen. Der Körper versucht dies durch Heißhungerattacken auszugleichen. Am besten widmet man sich bewusst einer ausgewogenen und regelmäßigen Ernährung (vgl. Die Österreichische Ernährungspyramide)

Heißhungerattacken als Lückenfüller

©Benjamin Thorn/Pixelio.de

Ein Hungergefühl kann ebenso zur Heißhungerattacke führen. Hunger kann da sein, weil schon mehr als 4-6 Stunde nach der letzten Mahlzeit vergangen sind oder weil du zu wenig gegessen hast. Oft haben wir schon in 10 Minuten eine ganze Mahlzeit verschlungen. Oder es wird unbewusst und nebenbei gegessen. Die gesunde Sättigung tritt aber erst nach 20 Minuten bewusstem Genießen auf. Die Sättigung stillt ein Grundbedürfnis: den Hunger. Am besten isst man drei größere  Hauptmahlzeiten am Tag und verzichtet eher auf das Naschen zwischendurch. So beugt man Hunger vor und gibt Nähstoffmangel keine Chance.

Heißhungerattacken als „Deckmantel“

Gerade weil Ernährung auch unser Grundbedürfnis stillt, setzt man es leicht als Ersatz für andere unerfüllte Bedürfnisse ein. Du fühlst dich z.B. traurig oder einsam. Die Geborgenheit fehlt und das Bedürfnis wird mit Essen gestillt. Du hast im Leben viel zu kämpfen und schon wird das Essen zu einer Belohnung. Vielleicht hast du früher kaum etwas (Süßes) zu Essen gehabt und möchtest dies unbewusst ausgleichen. Heißhungerattacken können so ein (Kindheits-)Trauma oder Mangel an Liebe und Zuwendung verdecken. Dieses Wohlfühlen ist meistens nur von kurzer Dauer. Am besten ist es, wenn du dir Hilfe für deine Seele suchst, um die Ursache anzugehen und das Bedürfnis aufrichtig zu stillen. Gott lässt dich nicht im Stich. Seine Gedanken über dich sind gut und er möchte dir Hoffnung und Zukunft geben (vgl. Jer. 29,11).

 

Über Jacqueline Stolk

Teamleiterin BEG Jugend / Diätologin
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