Gefangen im Sog pornographischer Internetseiten

Pornographie hat den Einzug in den Alltag vieler Menschen geschafft. So schreibt die Welt[1], dass 12,5% aller Websitenaufrufe in Deutschland auf Pornoseiten zurückzuführen sind. Die Deutschen sind mit dieser Zahl auf Platz 1 der Welt. Auch Christen sind davor leider nicht verschont. So sollen etwa zwei von drei christlichen Männern mindestens einmal pro Monat Pornos ansehen [2]. Es wird deutlich, dass Pornographie ein mehr als akutes aber leider auch oft tabuisiertes Thema unserer Gesellschaft ist. Viele versuchen aus den Fängen der Pornos heraus zu kommen, doch schaffen es nicht. Wie kommt es, dass wir der Pornographie so stark ausgesetzt sind und was macht sie mit uns? Was sagt die Bibel dazu und was hilft wirklich? Diese Fragen wollen wir uns im Folgenden stellen.

Problem Massenangebot

Pornographie begegnet uns mittlerweile nahezu überall. Man kann davon ausgehen, dass etwa 2/3 aller konfrontierten Jugendlichen erstmals ungewollt pornographischen Inhalten ausgesetzt waren.

Werbung: In der Werbung werden uns verschiedenste Produkte von jungen Frauen in knapper Kleidung präsentiert. Gerade die sehr visuell geprägten Männer werden durch die viele nackte Haut eingefangen. Ihre Phantasie wird angeregt und das Produkt wird somit gleich interessanter und prägt sich in das Gehirn ein.

Filme: Auch Spielfilme werden immer pornographischer. Man findet kaum mehr einen Film, der nicht eine oder mehrere Sexszenen zeigt. Egal wie „harmlos“ diese im ersten Moment erscheinen mögen, dienen sie dennoch zur sexuellen Erregung des Zuschauers[3] und stimulieren dessen Fantasie. Zu nächtlicher Zeit läuft sogar Werbung für pornographische Inhalte.

Internet: Das Internet ist für jeden einfach und vor allem anonym zugänglich und bietet Zugriff auf grenzenlos viele und verschiedene Seiten. Zu Beginn noch angeekelt doch dann von Lust und Neugier getrieben, folgen viele Internetbenutzer Spammails und vorsätzlich falschen Verlinkungen auf diverse Pornoseiten. Oft schafft die Pornoindustrie so den ersten Schritt in das Leben eines Menschen.

Auswirkungen

Wenn der Jugendliche pornographische Inhalte gesehen hat, wird es sofort Auswirkungen auf sein Leben haben. Beeinflussung der Sexualvorstellungen, problematische Rollenbilder und Abhängigkeit können die Folge sein.
Die Porno-Skripte zeigen ein sexuelles Verhalten, dass den Jugendlichen unter Leistungsdruck stellt. Sie vermitteln ein Sexualverhalten als normal, dass weit von der Realität entfernt ist.

In den meisten Pornos wird zudem ein falsches Rollenbild von Mann und Frau suggeriert. Das Mädchen könnte in das Denken verfallen, dass die Pornos die männlichen Präferenzen darstellen. Bei der breiten Spannweite von Pornos, die von Sexsklaven bis zu Sex mit Tieren und noch weiter geht, kann das schreckliche Folgen für ihr zukünftiges Sexualleben haben. Auch der Junge bekommt ein falsches Bild vermittelt. Ihm wird ein dominantes Verhalten als starker Mann suggeriert. Zudem ein Bild von Frauen, die nur als Sexualobjekt zur Befriedigung dienen, aber nicht wertgeschätzt werden.

Die wohl gefährlichste Folge vom Pornokonsum ist das Potenzial in ein Suchtverhalten zu gelangen. Die Kombination von abgestumpftem Glücksempfinden („immer mehr“) und ständigem „Wollen“ führt zu diesem Suchtverhalten. Ist ein solches dann eingetreten, hat das Auswirkungen auf das gesamte Leben des Süchtigen. Zunächst im Denken, so werden alte Werte (Respekt, Reinheit, Verabscheuung von Gewalt) über den Haufen geworfen und die Pornographie als „gar nicht so schlimm“ angesehen. Die Gedanken drehen sich nur noch um eins: Sex. Überall wo der Süchtige unterwegs ist, wird sexuelle Stimulation gesucht und die Mitmenschen werden „abgescannt“. Tragisch ist, dass die Person nicht mehr in der Lage ist, das Verhalten zu stoppen. Selbst wenn sie es immer wieder versucht und sich Ziele setzt, wird nach einer gewissen Zeit die Sucht immer stärker und „es“ passiert wieder. Die Verzweiflung, die dadurch auftritt kann zu Selbsthass und sogar bis zum Suizid führen.

Biblische Perspektive

Pornographie widerspricht in jeder Hinsicht dem Wort Gottes, da sie Unzucht und Hurerei verherrlicht. Zudem lehrt uns die Bibel eindeutig, dass Sexualität nur in der Ehe zwischen Mann und Frau gelebt werden soll (vgl. 1.Mose 2,24). Jeder andere Geschlechtsverkehr fällt unter den Begriff der „Unzucht“ oder „Hurerei“ und wird in zahlreichen Stellen verboten (z.B. 1Kor 5,1; 7,2; Gal 5,19; Eph 5,3; Kol 3,5; 1Thess 4,3). Konsumiert man pornographische Inhalte, entsteht ein Gefühl des Begehrens und der Begierde. Nach Matthäus 5,28 hat man dann in Gedanken bereits die Ehe gebrochen. Egal ob man verheiratet ist oder nicht, es bleibt Hurerei. Auch Selbstbefriedigung ist problematisch, da es Sexualität ist, die außerhalb der Ehe geschieht. Selbstbefriedigung in der Ehe ist egoistisch, da der eigene Leib eigentlich dem Partner gehört (1.Korinther 7,4). Das Suchtverhalten stellt das Verlangen an die erste Stelle im Leben. Doch diese gehört Gott allein und alle Dinge, die über Gott stehen sind Götzen, die nicht toleriert werden dürfen (vgl. 2.Mose 20,3; Matthäus 22,37).

Siegen mit Jesus

Gefangen im Sog der Pornographie. Eine Überschrift, die treffend die fesselnde und anziehende Wirkung der Pornographie beschreibt. Weil sie in uns sehr starke Begierden und Lüste weckt, ist es oft schwer, davon loszukommen. Selbst durch praktische Hilfe und andere Maßnahmen ist es möglich, dass die Sucht nach Pornographie nicht beseitigt werden kann. Pornographiesucht – ein hoffnungsloser Fall also?

Die Antwort darauf finden wir in der Bibel. Das gleiche Buch, dass Pornographie als Sünde entlarvt, zeigt uns zugleich einen Ausweg daraus. In Römer 8,31-39 lesen wir, dass es nichts gibt, das uns von Gottes Liebe trennen könnte. Egal wie stark die Begierde und wie tief die Sucht nach Pornographie ist – Gottes Liebe ist stärker. Den Beweis dafür findest du in der Tatsache, dass Jesus schuldlos für deine Sünde am Kreuz gestorben ist. Ein größeres Zeichen der Liebe gibt es nicht. Er will Gemeinschaft mit dir, um jeden Preis. Alles was du tun musst, ist die Sünde und deine Hilflosigkeit vor Gott eingestehen. Bitte ihn um Hilfe und er wird dir antworten. Kein Sog ist stark genug, dass Gott dich nicht wieder rausziehen könnte. Suche deine Hilfe bei Gott und lass dich von ihm aus dem Dreck ziehen.

„Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebräer 12,1).

Praktische Tipps

1. Gestehe dir dein falsches Verhalten ein und dass du der Begierde nicht widerstehen kannst. Sei ehrlich zu dir selbst!
2. Bitte um Vergebung und Hilfe bei Gott. Nur er kann wirklich frei machen (Vgl. Joh 8,36). Sei dir bewusst, dass er dich trotzdem liebt und nur die Sünde hasst.
3. Installiere Filter und Schutzsoftware , damit du nicht auf die pornographischen Internetseiten zugreifen kannst. Schneide jeden Zugangspunkt ab.
4. Suche dir einen Freund oder Seelsorger, dem du dich anvertrauen kannst.
Gebt euch Rechenschaft, betet und ermutigt euch gegenseitig (vgl. Jak 5,16)
5. Platziere den PC an einen offen zugänglichen Ort und schließe die Tür nicht.
6. Fliehe! (Vgl. Josef, 1.Kor 6,18) Lenke dich ab mit etwas anderem, positiven und Guten. (Vgl. Phil 4,8) Pass auf, dass du die Sucht nicht mit etwas schlechtem ersetzt und wieder in eine Abhängigkeit gerätst!
7. Wenn alles nicht hilft, dann bleibt wohl nur noch der komplette Verzicht auf das Internet oder sonstige Dinge, die dich zum Konsum von Pornographie verleiten. (Vgl. Mt 5,29-30)

 

Quellen:

[1] Vgl. Krause, Tilman, http://www.welt.de/debatte/kommentare/article123172800/Warum-wir-Weltmeister-im-Porno-Gucken-sind.html#disqus_thread, 29.03.2016.

[2] Vgl. Franke, Nicolaus, http://www.weisses-kreuz.de/media/filer_public/7a/1f/7a1f7138-679c-48ce-8e1d-c8a6a9623700/weik_denkangebot-02-pornografie_low_2.pdf, 30.03.2016.

[3] Vgl. Autor Unbekannt, https://de.wikipedia.org/wiki/Erotikfilm, 30.03.2016.

[4] Dr. Pfeifer, Samuel, Internetsucht: Verstehen-Beraten-Bewältigen, Reihe: Psychiatrie und Seelsorge, Sonnenhalde: Psychiatrische Klinik Sonnenhalde, 2004, S.39.