Wahre Liebe wartet

Warten auf die Mutti, weil sie wieder so lange Klamotten einkauft. Warten im Wartezimmer vom Zahnarzt. Warten auf den Bus. Warten, bis man 18 ist. Warten.

©Satendra Mhatre/Stck.xchng

Wenn du wartest tust du nicht nichts. Du tust etwas: du erlaubst, deiner Seele erwachsen zu werden. (Mike Yaconelli)

Ich weiß nicht, wie es mit dir steht. Ob du wohl schon einmal Sex hattest? Ob du entschieden hast, damit zu warten, bis zur Ehe? Oder ob du dazu keine Meinung hast?

Was Sex betrifft, ist in der Gesellschaft schon ziemlich viel passiert. Angefangen mit den 68ern und dem Einsatz für sexuelle Freiheit. Über die Emanzipation und „mein Bauch gehört mir“. Bis dahin, dass es heute schon komisch scheint, wenn man 18 ist und noch keinen Sex hatte.

Mach einmal folgendes Experiment:

Nimm zwei Papiere mit unterschiedlicher Farbe. Klebe sie aufeinander. Lass es trocknen. Später versuchst du die Papiere wieder auseinander zu kriegen.

Jede Beziehung ist wie eine Tätowierung auf der Seele. Jede „normale“ Freundschaft hinterlässt Spuren auf meiner Seele. Wie sehr erst eine Beziehung, in der man Sex hat?!

Ich glaube, dass mit der Sexualität im Allgemeinen in der Gesellschaft ziemlich schlecht umgegangen wird. Wie abgestumpft sind wir schon durch Werbung, Fernsehen, Internet? Alles ist normal und alles ist erlaubt. Der Respekt vor der Intimsphäre scheint mir irgendwie abhanden gekommen, das Schamgefühl abgetötet zu sein. Welchen Stellenwert nimmt eigentlich der Sex ein und welchen Stellenwert sollte er im Leben einnehmen?

Wie wichtig ist der Sex wirklich und dient er heute nicht nur zur eigenen Lustbefriedigung – egal mit wem, egal wo und egal wie?

©Roger Kirby/Stck.xchng

Sex ist mehr als Lustbefriedigung, Sex ist auch mehr als die Zeugung eines Kindes. Sex ist eine besondere Intimität mit dem Partner. Sex sollte meiner Meinung nach ein Ausdruck der besonderen Zuneigung für den Partner sein. Sex gehört in eine verbindliche, von treue geprägte Beziehung. Sex ist aber bei Weitem nicht das Wichtigste in einer Beziehung und sollte es auch nie werden.

 

Mit was verbindest du ein Warten mit dem Sex bis zur Ehe?
Mit Freiheit?

Respekt? Unverbraucht? Liebe? Würde? Souveränität? Freude? Oder mit einer Einschränkung deiner persönlichen Freiheit?

„Falsche Liebe fürchtet die Ehe – echte sucht sie.“ (Peter Rosegger)

Ich bin davon überzeugt, dass die Sexualität ein Intimbereich ist, den es zu respektieren und zu schützen gilt – und ich bin überzeugt davon, dass der Sex in die Ehe gehört. Im Sex hat man eine enge, wenn nicht sogar die engste Gemeinschaft mit einem Menschen.

Argumente für das Warten mit dem Sex bis zur Ehe:

1. Die richtige Einstellung

Welche Einstellung hast du zu einer Freundschaft mit einem Jungen/einem Mädchen? Ist es dir ernst, oder ist es halt einfach nett. Ich denke, mit einer Beziehung sollte es einem ernst sein. Alles Andere wäre dann Spielerei. Könntest du dir vorstellen, deine Freundin/deinen Freund vielleicht einmal zu heiraten? Wenn du sagst: auf keinen Fall, dann ist es meiner Meinung nach ein Ausprobieren, eine Spielerei. Und dazu ist das ganze zu intim, zu prägend.

2. Die richtige Reihenfolge

Es gibt Fragen im Leben, die sollten geklärt sein, bevor man eine verbindliche Beziehung eingeht:

a. Die Frage nach Gott

Ist geklärt, wie deine Beziehung zu Gott ausschaut? Ist Er die Nummer eins in deinem Leben?

b. Die Frage nach dem Beruf

Was möchtest du einmal arbeiten? Was möchtest du beruflich tun?

©Paul Cioca/Stck.xchng

c. Die Frage nach dem Ehepartner

Mit wem möchtest du dein Leben teilen? Wer soll die Person sein, die mit dir am intimsten werden darf?

 

 

 

3. Die richtige Entwicklung

In der Zeit der Pubertät geht’s zu wie auf einer Baustelle. Ein Teenager beschrieb das mal so: „Ich fühle mich wie in einem Haus, das gerade umgebaut wird und in dem es keine stille Ecke zum Ausruhen gibt.“ (Teens!Aktiv)

Vor allem die körperliche Entwicklung ist natürlich ganz sichtbar. Geistig-Seelisch tut sich auch ganz Vieles. Da ist die Reife erst mit ca. 25 Jahren erreicht. Dadurch, dass sich erst noch so viel entwickelt im Teenageralter ist es schwierig schon den passenden Partner fürs Leben zu finden. Ich glaube, die wenigsten bleiben mit dem Freund/der Freundin, den/die sie mit 14 Jahren hatten, ein Leben lang zusammen. Obwohl es solche Beispiele sicher gibt.

4. Die richtige Charakterbildung

Das Warten zu lernen ist eine notwendiger Lernprozess zur Bildung der Persönlichkeit, des Charakters, des Willens, der Selbstbeherrschung. Wer das Warten vor der Ehe nicht gelernt hat, wird es in der Ehe auch schwer haben. Es gibt auch in der Ehe Zeiten, in denen man sexuell enthaltsam sein muss.

5. Der richtige Schutz

Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhöe werden immer schwerer heilbar, weil die Erreger gegen Antibiotika resistent werden. Herpes genitalis ist schmerzhaft und unheilbar. Neue Seuchen sind hinzu gekommen: Genitalwarzen, Chronische Beckenentzündung, Chlamydien sind unter Jugendlichen weit verbreitet. An dem Gebärmutterhalskrebs erzeugenden HPV (Human-Papillom-Virus) sterben derzeit in den USA mehr Frauen als an AIDS. Und schließlich bewahrt das Warten bis zur Ehe womöglich vor der Tötung des eigenen Kindes.

6. Die richtigen Grenzen

Ich verstehe, dass es schwer ist in einer Freundschaft mit einem Freund/einer Freundin zurückhaltend zu sein, was den Körperkontakt betrifft, wenn man sich liebt. Es ist wichtig, dass beide die Entscheidung treffen, wirklich mit dem Sex warten zu wollen bis zur Ehe. Und dann kann es nötig sein, auch zusätzliche Grenzen zu stecken, damit die Versuchung nicht unnötig groß wird.

„Geduld ist Zeichen wahrer Liebe.“

Der eigentliche Grund, zu warten bis zur Ehe

„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ (1. Mose 2,24)

Dieser Vers im Schöpfungsbericht spricht von einer Reihenfolge:

  1. verlassen: Ablösung vom Elternhaus,
  2. anhangen: „ankleben“, meint eine feste, unauflösliche Bindung; mit der Frau eine verbindliche, offizielle Beziehung eingehen – dafür gibt es übrigens in jeder Kultur (!) eine offizielle Regelung (Standesamt)
  3. ein Fleisch: Geschlechtsverkehr

Jesus wiederholt diese Anordnung (Matthäus 19,5.6) und ebenso Paulus (Epheser 5,31).

Im ganzen Alten Testament scheint den Menschen diese Ordnung klar: Wenn man zu einer Frau „einging“, war man mit dieser verheiratet (2. Mose 22,16)

5. Mose 22,13-29 beschreibt Geschlechtsverkehr vor der Ehe als eine Sünde, die zur Steinigung führt.

Die Sexualität ist eine Erfindung Gottes

©Dominik Gwarek/Stck.xchng

Gott schuf den Menschen zu seinem Abbild, nach seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und er schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach (gab ihnen das allererste „nullte“ Gebot): „Seid fruchtbar und mehret euch…“ (1. Mose 27.28)

Die von Gott erschaffene Sexualität – vor dem Sündenfall – trägt des Schöpfers Gütesiegel: „Sehr gut!“.

„Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,3)

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