Solo oder Duett?

Fly_dragonfly/shutterstock.com

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Irgendwie wartet jeder darauf, dass er endlich kommt: der Traumprinz. Ist das ganze Leben bis dorthin ein Warten? komm! hat Samuel und Rahel gefragt, wie sie ihr Leben als Single erleben.

Samuel

Welche Vorstellung hattest du als Teenager in Bezug auf Partnerschaft und Ehe?

Ich dachte lange Zeit Partnerschaft und Ehe ist das absolut größte Glück in meinem Leben. Also hielt ich meine Augen nach potentiellen Kandidatinnen offen. Diese fanden sich in der Schule, im Freundeskreis und der Gemeinde. Bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr wechselten so immer wieder die möglichen Anwärterinnen.

Gibt es Momente, in denen es dir besonders schwer fällt, alleine zu sein? Wie gehst du damit um?

Vor zwei Jahren traf ich mich zuletzt mit einer langjährigen Freundin aus der Realschule. Sie war die letzte meiner zuvor erwähnten Kandidatinnen. Im Gespräch merkten wir beide, dass wir nicht bereit für eine feste Beziehung waren. Das war der Zeitpunkt, an dem ich das ganze Thema getrost an Jesus abgab. Bis dahin hatte ich mich auf eigene Faust bemüht eine Freundin zu finden. Ich stellte frustriert fest, wie schwierig und komplex es ist, den richtigen Lebenspartner zu finden.

Nun habe ich sämtliche eigene Aktivitäten eingestellt. Stattdessen versuche ich regelmäßig für meine zukünftige Frau zu beten und alle Wünsche an meinen himmlischen Vater abzugeben. Bis dahin will ich schon jetzt meiner zukünftigen Partnerin treu sein und mich allein für sie aufsparen. Seit dieser Entscheidung, erfahre ich immer wieder, wie Gott meine Sehnsucht stillt. Ich bin dankbar, dass Gott mich versorgt und tiefenentspannt, was meine Partnerwahl angeht, da ich weiß, dass Gott es wohl machen wird (Psalm 37,5).

Welche Chancen siehst du darin, dass du (noch) keine Partnerin hast?

Lange Zeit sah ich viele Nachteile in meinem Singledasein, diese Ansicht hat sich glücklicherweise mit der Zeit gewandelt. So kann ich mich momentan besser auf meine zweite berufliche Ausbildung zum Rettungsassistenten, die Gemeindearbeit und auch auf wertvolle Freundschaften fokussieren. Vor allem aber genieße ich es, meine Beziehung zu Jesus Christus zu festigen. Dies tue ich durch das tägliche Studieren meiner Bibel, dem lesen wertvoller christlicher Bücher und dem immer besser funktionierenden Gebetsleben. Ich versuche ein Mann zu werden, so wie Jesus ihn sich in seinem Wort vorstellt, mit einem geschliffenen Charakter, der eigene Standpunkte vertritt.

Was würdest du einem Jugendlichen empfehlen, der manchmal denkt: Ohne Freundin halte ich es nicht mehr aus!

„Carpe diem!“ Kaufe deine wertvolle Zeit als Single aus. Investiere vor allem in die Beziehung zu Jesus Christus, sie ist die allerwichtigste. Jesus gibt dir Frieden und Freude, wie sie dir kein Partner dieser Welt geben kann (Psalm 40,5). Baue dein Lebensfundament auf den Fels, um die zukünftigen Lebensstürme zu überstehen (Matthäus 7,24–27). Stelle dein Leben allein Jesus Christus zur Verfügung. Er wird dir zur richtigen Zeit eine Partnerin schenken oder dich alleine als Single durch das Leben gehen lassen. Ganz gleich was passiert: Er meint es absolut gut (Johannes 10,10). Wer ihm Vertrauen schenkt wird nicht enttäuscht (Römer 8,28). Niemals, auch wenn vielleicht manche eigenen Vorstellungen sich nicht so erfüllen wie wir uns das vorstellen (Jesaja 55,8–9).

Rainer Sturm / pixelio.de

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Rahel

Welche Vorstellung hattest du als Teenager in Bezug auf Partnerschaft und Ehe?

Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich früh heirate, eine Ehe führen werde, die mich glücklich macht und Kinder bekomme. Ich würde eine coole Mami sein, mein Leben genießen und nebenher Gott dienen. Geprägt durch Bücher, Filme und Freunde habe ich gedacht, dass eine Partnerschaft toll sein muss und dass irgendwann der Mann für mich vom Himmel fällt, den Gott schon immer für mich bestimmt hat.
Das alles erschien mir einfach, logisch und klar! Im Teenkreis haben wir zwar über diese Themen gesprochen, aber irgendwie hab ich mich gedanklich nie viel damit beschäftigt. Je älter ich wurde und umso mehr Erfahrungen ich gemacht habe, umso mehr haben sich meine Ansichten geändert. Heute weiß ich wie naiv und utopisch manche meiner Vorstellungen waren und habe aus einigen Fehlern gelernt.

Gibt es Momente, in denen es dir besonders schwer fällt, alleine zu sein? Wie gehst du damit um?

Bis jetzt gab es keine längeren Zeiten in meinem Leben, wo ich alleine war. Ich bin von zuhause direkt ins Studium gegangen und habe da immer in WGs mit guten Freunden gewohnt. Ich habe mich selten einsam gefühlt, weil es immer jemanden gab, mit dem ich reden konnte, der mich hinterfragt oder aufgemuntert hat, wenn´s mir mal nicht gut ging! Als Beziehungsmensch bin ich auf den Umbruch dieses Jahr gespannt, weil ich dann zum ersten Mal alleine einen neuen Lebensabschnitt anfangen werde und dann wird sich vermutlich zeigen, ob ich wirklich damit klar komme, auch mal alleine zu sein!

Suzanne-Tucker / shutterstock.com

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Wenn es Momente in meinem Leben gab, in denen ich gedacht habe, dass manche Dinge mit Partner einfacher wären oder ich mich über die Nachteile geärgert habe, die man als Single manchmal hat, habe ich bewusst zu Gott gesagt: „Ich will dir vertrauen, meine Situation annehmen und versuchen das Beste daraus zu machen! Zu deiner Ehre!“

Welche Chancen siehst du darin, dass du (noch) keinen Partner hast?

Ich kann viele Dinge tun und erleben, die mit Partner nicht mehr stattfinden würden. Ich bin in meiner Freizeit und meinem Beruf viel unterwegs und kann viel investieren ohne mich fragen zu müssen, ob ich vielleicht meinen Partner vernachlässige. Ich bin frei in meiner Lebensgestaltung und vor allem frei in meiner Hingabe für Gott. Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit in Gemeinde, Mission und soziale Projekte investieren können, die mich geprägt und meiner Entwicklung als Christ gut getan haben. Mit Partner wäre das so nicht möglich gewesen. Es ist eine riesen Chance frei entscheiden zu können, wie man sein Leben einsetzt, sowie flexibel zu sein in Gottes Reich und seiner Gemeinde und ich ermutige jeden diese Chance auszunutzen, so gut es geht!

Was würdest du einem Jugendlichen empfehlen, der manchmal denkt: Ohne Freund halte ich es nicht mehr aus!

Zu allererst würde ich sagen: Wenn du davon ausgehst, dass nur ein Freund deinem Leben Sinn und Erfüllung geben kann, dann lebst du an deiner Bestimmung vorbei. Wenn du mit so einer Einstellung in eine Beziehung gehst, ist Enttäuschung vorprogrammiert. Ein Freund kann deinem Leben niemals die Fülle und das Glück geben, das du brauchst! Wenn du denkst, dass du es ohne Freund nicht aushalten kannst, dann frag dich zuerst, was dir wirklich fehlt!

Gott hat uns versprochen, dass er Leben in Fülle gibt! Und dann wusste Jesus am besten, was es heißt einsam zu sein, weil er genau das in seiner Zeit hier auf der Erde in krassester Weise erlebt hat. Er kann dich verstehen! Gott weiß am allerbesten, was gut für dich ist! Sag ihm, was du dir wünschst und dann versuche darauf zu vertrauen, dass er es gut mit dir meint und zu seiner Zeit genau richtig auf dein Gebet und deine Wünsche antworten wird! Versuche nun deine Gedanken mit anderen Dingen zu füllen, zum Beispiel, wie du Gott in deiner jetzigen Situation am besten dienen kannst, damit der Partnerwunsch nicht anfängt, dich und deine Gedanken zu beherrschen.

Es gibt viele praktische Tipps wie: Suche dir einen Dienst, indem du dich voll für Gott einsetzen kannst. Verbringe viel Zeit mit guten Freunden, damit du dich nicht einsam fühlst oder investiere dich in Hobbies, deinen Beruf, Menschen, etc. und gib da dein Bestes für Gott. Das alles ist sinnvoll und kann helfen. Am Ende bin ich von einem überzeugt: Unsere tiefsten Sehnsüchte und Wünsche können uns nur dann nicht auffressen, wenn wir sie wirklich bei Gott abgeben und ihm voll und ganz vertrauen und zutrauen, dass er es richtig macht!

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