Der feine Unterschied

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Ich glaube, der körperliche Unterschied zwischen Jungs und Mädchen ist ganz offensichtlich, aber gibt es sonst noch welche? Ticken Mädchen wirklich so anders wie Jungs?

Gibt es das „rosa-Gen“? Und warum sind Burschen so wild?

Die Wissenschaft jedenfalls hat festgestellt, dass Mädchen sprachlich und sozial besser drauf sind. Jungs dagegen in der räumlichen Wahrnehmung.

Eine große Rolle spielen dabei die Hormone Testosteron (männlich) und Östrogen (weiblich). Außerdem stellte man im Gehirn deutliche Unterschiede fest: Die Nervenbahnen, die die linke und rechte Gehirnhälfte verbinden, sind bei Mädchen früher und kräftiger entwickelt. Der Balken – die Verbindung von rechter und linker Gehirnhälfte ist bei ihnen größer. Das wirkt sich positiv auf die Sprachfähigkeit und das Einfühlungsvermögen aus. Räumliches Vorstellungsvermögen und Sachlichkeit ist dafür die große Stärke der Männer.

Bis zur siebten Schwangerschaftswoche entwickeln sich männlicher und weiblicher Embryo ganz gleich. In der siebten Woche beginnen die Keimdrüsen beim männlichen Embryo fleißig, Testosteron zu produzieren .

Bei der Entwicklung zu Frauen und Männern – also auch vor allem in der Pubertät – spielen Hormone eine wichtige Rolle.

Neben biologischen Gegebenheiten ist aber auch die enorme Lernfähigkeit von Kleinkindern nicht zu unterschätzen. Durch die enorme Aufnahmefähigkeit und Formbarkeit des Gehirns finden in dieser Zeit wichtige Verschaltungen der Nerven statt. Durch die Erfahrungen, die sie machen, durch die Erziehung, die sie bekommen, werden Vorlieben und Verhalten geprägt.

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Was sie bei Mama und Papa sehen, prägt das eigene Rollenverhalten als Mädchen oder Junge. Kinder lernen nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von ihren Freunden. Um zu einer bestimmten Gruppe dazu zu gehören, spielt es eine wichtige Rolle, ein bestimmtes Geschlechterverhalten anzunehmen. 

Ein sehr anschaulicher, aber auch krasser Beweis, dass nicht nur Hormone und Geschlechtsorgane die Identität als Junge oder Mädchen bestimmen:

David verlor im Alter von acht Monaten durch eine fehlerhafte Beschneidung seinen Penis. Ärzte und Eltern entschieden, aus dem Baby ein Mädchen zu machen. Man operierte es um, es bekam weibliche Hormone, und David wuchs als Brenda auf.

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Doch seine Kindheit war konfus. Er wollte Röcke und Kleidchen nicht tragen, die seine Eltern ihm gaben, er spielte lieber mit den Sachen seines Bruders als mit Puppen und hatte Schwierigkeiten Freundinnen zu finden, weil er sich als Mädchen so wild benahm.

Dass er eigentlich ein Junge war, erzählten ihm die Eltern erst in der Pubertät. Für ihn war dies der Wendepunkt: Er beendete sein Leben als Mädchen – und nahm seinen ursprünglichen Namen an, später heiratete er eine Frau.

„So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.“ 1. Mose 1,27