„Ein-Eltern-Familie“?

Im Internet findet man Hilfen für die Mutter, deren Mann für ein paar Tage oder Wochen nicht zu Hause ist:

z.B. „das Kind darauf vorbereiten“, „einen Kalender, in dem man sichtbar macht, wie viele Tage es noch sind bis Papa wieder da ist“, „Unternehmungen, damit die Zeit schneller vergeht“ usw.

© Pixelio.de/Rainer Sturm

Doch für viele Kinder ist das längst der Alltag, weil die Eltern geschieden sind, getrennt leben, ein Elternteil gestorben ist oder die Mutter nie verheiratet war.

Nach einer Scheidung haben meist beide Elternteile das Sorgerecht. Jedoch hat das Kind bei einem Elternteil den „Lebensmittelpunkt“. Die Kinder leben in der Mehrzahl der Fälle bei der Mutter und der Vater zahlt einen Unterhalt. Die Mutter ist also „allein erziehend“. Besuchsregelungen garantieren den Kontakt mit dem Vater.

Etwa 120.000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz müssen Weihnachten ohne Papa feiern. Auch für die Väter ist das eine schmerzhafte Sache.

Im deutschsprachigen Raum ist jede siebente Familie mit Kindern unter 18 Jahren eine „Einelternfamilie“.

Diese Familiensituation ist nicht leicht. Einige Probleme dabei sind zum Beispiel

für den Alleinerziehenden:

  • Eine einzige Person ist für die Aufgaben zuständig, die für zwei gedacht sind.
  • Die Unsicherheit der eigenen Zukunft und finanzielle Probleme sind bei den allein erziehenden Müttern doppelt so große Belastungen im Vergleich zu den verheirateten.
  • Häufigere gesundheitliche Probleme der allein erziehenden Mutter

für die Kinder:

  • Das väterliche (oder mütterliche) Vorbild fehlt. Dies hat Auswirkungen auf die Entwicklung der Persönlichkeit als Frau oder Mann. „Wenn der Vater fehlt, fehlt ein Teil der Seele.“ Psychoanalytiker Horst Petri
  • Viele Kinder wachsen als „Schlüsselkinder“ auf. Das bedeutet, die Mutter ist noch an der Arbeit, wenn der Sohn oder die Tochter von der Schule kommt. Sie oder er hat deshalb einen Schlüssel, um in die Wohnung zu kommen und ist dort auch oft längere Zeit auf sich alleine gestellt.

„Kinder brauchen auch nach der Scheidung einen engen Kontakt zu beiden Eltern.“ Markus Meier (Bundesvorstand des Väteraufbruchs e.V., Schweiz)

Der Verein betont außerdem, dass gerade zu Weihnachten die betroffenen Kinder wenigstens an einem der Feiertage beim anderen Elternteil feiern sollten.

Hier ein Liedtext, der mir beim Studieren dieser wachsenden Problematik einfällt – die vielleicht auch deine ist:

©Shirley B./Stock.xchng

„Back when I was a little child it wasn’t easy
Mama didn’t always have a job
To take care of me
But I love her cause she tried so hard to do her best
But when she fell short God did all the rest”

„Als ich noch ein kleines Kind war, war es nicht leicht.
Mutter hatte nicht immer einen Job, um für mich zu sorgen.
Aber ich liebe sie, weil sie so sehr versuchte, ihr Bestes zu geben.
Aber wenn es ihr nicht gelang, hat Gott das alles ausgefüllt.“

von Mary Mary, „I sing“