Mein Weg aus der Abhängigkeit

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„Wen Jesus Christus frei macht, der ist wirklich frei!“ (Johannes 8,36)

Mit diesem Bibelwort erreichte mich Gott, als ich im Januar 1977 auf dem Nullpunkt meines Lebens angekommen war.

Ich nehme es täglich in Anspruch und darf erfahren, dass es noch dieselbe Kraft hat wie damals. Noch nie bin ich enttäuscht worden!

Ich war abhängig von Alkohol, Tabletten und Zigaretten, bis Jesus Christus in mein zerstörtes hoffnungsloses Leben eingriff. Diese Gebundenheit war ein richtiger Teufelskreis, aus dem ich nicht herauskam, obwohl ich es von ganzem Herzen wollte und immer wieder versuchte.

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Eine andere Macht war in mir, die mich zwang, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht tun wollte. Ich geriet immer tiefer in ihren Bann, bis hin zu einem Selbstmordversuch, der aber misslang, denn im Grunde hatte ich doch mächtige Angst vor dem Sterben. Schuldgefühle trieben mich in diese panische Angst. Es war mir, als ob eine Schlinge um meinen Hals mir die Luft abdrücken wollte. Diese Angst konnte ich tagsüber nur mit Alkohol überwinden, und nachts betäubte ich sie mit Schlaftabletten (zuletzt zehn Stück pro Nacht).

Kein Wunder, dass ich mich in dieser Zeit sowohl innerlich als auch äußerlich total verändert habe. Meine Fröhlichkeit und Unbeschwertheit schlugen um in Einsamkeit, Traurigkeit und Depressionen. Ich machte mir und meiner Familie das Leben zur Hölle. Heute weiß ich, dass ich mir im Grunde etwas vorgemacht hatte. Ich hatte das Leben durch die „rosarote Brille“ gesehen und war von dem selbst gewählten, trügerischen Leben nur enttäuscht worden. Es hatte mir nie eine echte Erfüllung gegeben.

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Dann kam der Tag, an dem mein Leben verändert wurde. Ich werde ihn nie vergessen. Man hatte mich zu einer Evangelisation eingeladen. Ich ging eigentlich nur hin, weil es mir die einzige und letzte Alternative zu einer Entwöhnungsanstalt schien. Ich wollte meine Bindungen loswerden! Aber Gott wollte der Herr über mein ganzes Leben werden. Er gibt sich nicht mit Halbheiten zufrieden. Er zeigte mir, wie ich wirklich war: in meinem Herzen war nichts Gutes. In diesem Licht brach ich zusammen, ich kapitulierte vor diesem großen, heiligen Gott, der mich so sehr liebte, dass er Jesus Christus für mich am Kreuz sterben ließ. Ich durfte die Vergebung aller meiner Sünden erfahren und wurde im selben Augenblick frei von Alkohol- und Tablettensucht.

Später ebenso vom Rauchen und von vielen andern Dingen, die noch zwischen Gott und mir standen. Gott heilte mich an Leib und Seele. Er hat mir ein neues Leben geschenkt. Ich darf ihn jetzt Vater nennen und ihm ganz vertrauen. Auch wenn der Weg, den ich jetzt mit ihm gehe, schmal und holprig ist, gehe ich an seiner Hand sicher, denn ich weiß, dass er mich zum Ziel bringen wird. Mein Leben ist ein lohnendes Leben geworden. Ich bin traurig um jeden Tag, den ich ohne Gott lebte, aber umso dankbarer für jeden Tag mit ihm!

Lilo Kramer
Aus: Komm zum Leben!
Rudolf Gerhardt